"Wir arbeiten am Rande dessen, was geleistet werden kann. Hinzu kommt, dass wir nicht wissen, wie viel Biontech geliefert werden kann", beginnt Difflipp-Eppele die Konferenz am Mittwoch. Das betreffe auch die Karlsruher Impfaktionen, die am 27. November und am 4. Dezember durchgeführt werden sollen. Das heißt: Voraussichtlich wird ab kommender Woche die Empfehlung der Stiko gelten, dass der Impfstoff für Moderna an die über 30-Jährigen und Biontech an die Jüngeren verimpft werden wird.

Biontech Rationierung zu gering

"Das wäre fachlich gesehen überhaupt kein Problem. Aber um das ermöglichen zu können, müssen Patienten über 30 Jahre, die Biontech gebucht haben, Moderna bekommen", so die Allgemeinmedizinerin. Sie ärgert es jedoch, dass die Ärzte die Situation "wieder ausbaden und ausdiskutieren" müssten. So habe sie Rückmeldung bekommen, dass Gesundheitsminister Jens Spahn zwar die Lieferung von Biontech wieder erhöht habe, aber die Auslieferungen höchstwahrscheinlich nicht "dem entsprechen werden, was bestellt wurde".

Marianne Difflipp-Eppele, Ärztin aus Karlsruhe Durlach.
Marianne Difflipp-Eppele, Ärztin aus Karlsruhe Durlach. | Bild: Klaus Eppele

"Diese Woche bleibt alles wie gehabt, aber ich sitze hier und weiß nicht, wie das nächste Woche wird", so Difflipp-Eppele weiter. "Wir werden es zwar irgendwie hinkriegen, aber nicht alle Menschen werden nächste Woche zufrieden sein."

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Doch nicht nur in den Arztpraxen wird dieser Wechsel zu spüren sein. Dasselbe gelte auch auf die vom Land ausgerufenen Impfaktionen. "Ich hätte einfach nur Biontech verimpft, jetzt bin ich mit Moderna auf die über 30-Jährigen beschränkt", erklärt Difflipp-Eppele. Erst am kommenden Montag, also nach der ersten Impfaktion, könne sie dann sehen, wie viel Biontech tatsächlich bei ihr in der Praxis ankomme. "Ich werde dann die Biontech-Termine nur an unter 30-Jährige vergeben. Wenn sich dafür dann jemand Älteres einbucht, dann muss er eben wieder gehen", kündigt sie an.

Weitere Impfaktionen und Teststationen geplant

Diese Lieferengpässe hätten auch zur Folge, dass die geplanten Impfaktionen, am 27. November und 4. Dezember, nicht so groß ausfallen könnten wie geplant. "Wenn sich die Lage wieder etwas entspannt, kann man ja noch weitere Samstage als Impftage einplanen", ergänzt Oberbürgermeister Frank Mentrup. 

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup.
Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup. | Bild: Carsten Kitter

Um das Impfangebot weiter zu ergänzen, kündigt Mentrup außerdem an, ab Dezember die Impfaktionen im ECE-Center von halbtags auf ganztags hochzufahren sowie im Kammertheater eine neue Impfstation zu erreichten. Beide sollen in der Woche bis zu 400 Impfungen durchführen können. Hinzu käme die Impfstation am Städtischen Klinikum, die mit 200 Impfungen in der Woche zu Protokoll schlägt.

Weitere Impfaktionen wie an der Heinrich Hertz Schule (3. Dezember) und die Errichtung 70 weiterer Teststationen sollen das Angebot komplettieren. Doch auch hier gilt: Alle über 30 Jahren werden voraussichtlich Moderna erhalten. 

 
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