Das bewusste Einkaufen wird immer wichtiger und gewinnt immer mehr Befürworter. Auch in Karlsruhe wird dieser "Trend" immer mehr präsent und schlägt sich in Handel, Gastronomie und Herstellung nieder. Der Clou: Das eigene Agieren soll sich wiederum positiv auf Klimabilanz, die eigene Gesundheit und einen fairen Handlungsmarkt auswirken.

Über Ostern haben die Lebensmittelgeschäfte am Freitag, Sonntag und Montag geschlossen.
(Symbolbild) | Bild: Sven Hoppe/dpa

"Mit der Wahl für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen wird Ihr Geldschein zum Wahlschein. Je häufiger Sie die nachhaltigere Produktalternative wählen, desto stärker wird der Druck auf Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die konsequent auf eine nachhaltige Entwicklung hinwirken", heißt es zum Beispiel auf der Seite nachhaltiger-warenkorb.de, welche von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg betrieben wird.

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Aber wo fernab von Rewe und Penny lassen sich denn nun Lebensmittel, Kleidung, Kosmetik und Co einkaufen, die nachhaltig und unbedenklich sind? 

1. Hofläden statt Supermarkt

Natürlich haben sich mit dem "Unverpackt"-Laden am Hauptbahnhof oder dem Bio-Supermarkt "Füllhorn" bereits wichtige Anlaufspunkte in der Fächerstadt etabliert. Doch auch in den Hofläden lassen sich frische Lebensmittel erwerben. Die sind nicht nur regional, saisonal und frisch, sondern unterstützen gleichzeitig noch die Landwirte.

Hofläden Karlsruhe
Bild: screenshot@google-maps

So bietet der Hofladen "Kraut und Rüben" in Durlach  saisonales Gemüse aus eigenem Anbau-, ebenso wie Produkte aus ausgesuchten regionalen Betrieben an. Bei Beckers Hofladen in Rüppurr kommen derweil Fleischliebhaber auf ihre Kosten, wobei besonderes Augenmerk auf die Transparenz der Herstellung und Haltung gelegt wird. Sogar der Schlachtplan wird auf der Website veröffentlicht, sodass die Kunden immer wissen, wann es Schwein, Huhn oder Rind zu kaufen gibt. 

Dateiname : Saisonal Einkaufen
Dateigröße : 126037
Datum : 25.05.2021
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2. Food-Sharing und andere Hilfsseiten nutzen

Durch eine kurze Registrierung auf "Food-Sharing" können Interessierte in Kontakt mit Gleichgesinnten treten, um so Lebensmittel vor dem Mülleimer zu bewahren. Allein in Karlsruhe gibt es 15 sogenannte "Fairteiler", aus denen sich Jedermann bedienen kann.

Wer das Klima schützen möchte, sollte viel Obst und Gemüse essen - am besten aus der Region und in Bioqualität.
Wer das Klima schützen möchte, sollte viel Obst und Gemüse essen - am besten aus der Region und in Bioqualität. | Bild: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Eine weitere Möglichkeit, die Anbieter und Verbraucher näher zusammenbringen kann, ist die Seite gutes in Karlsruhe.de. Von A wie "Accessoires" von Z wie "Zu Hause" lassen sich hier viele Shops und Angebote aus der Fächerstadt finden, die man sonst vielleicht übersehen hätte.

3. Auf das Siegel kommt es an - sogar bei Kleidung

Neben der Regionalität, Saisonalität und Biozertifizierung sollte beim Lebensmittel-Einkauf immer ein Blick auf das Siegel der Verpackung geworfen werden. Aber: Siegel ist nicht gleich Siegel. Während Bioland, Demeter oder Naturland für Lebensmittel aus ökologischem Anbau stehen, weist das Fairtrade Siegel auf einen fairen Handel mit Rohstoffproduzenten hin. Selbst bei der Kleidung sollte auf ein entsprechendes Siegel geachtet werden. 

Dateiname : Siegel zum Einkaufen
Dateigröße : 544198
Datum : 25.05.2021
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Hierbei kann das "Fair Wear"-Siegel Abhilfe schaffen, um zu erkennen, welche Kleidung fair produziert wurde. Auch der Hinweis "Made in Europe" ist kein Garant auf fair produzierte Kleidung. Wer weiterhin unsicher ist, kann sich darüber hinaus über die Seite siegelklarheit.de informieren. Hier wird aufgelistet, welche Bedeutung hinter welchem Siegel steckt.

Außerdem sollte beim Kleiderkauf grundsätzlich vermehrt auf Second-Hand zurückgegriffen werden. Diese finden sich zum Beispiel in der La Lu Boutique in der Kriegsstraße, im Oxfam in der Waldstraße oder im Durlacher Shop "Your Second Hand by Marieliese".

Es muss nicht immer brandneu sein: Second-Hand und Vintage-Kleidung sind schwer angesagt.
Es muss nicht immer brandneu sein: Second-Hand und Vintage-Kleidung sind schwer angesagt. | Bild: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

4. Augen auf beim Kosmetik-Kauf

Wie bei den Lebensmitteln und der Kleidung, sollte selbst bei der Kosmetik auf zertifizierte Produkte zurückgegriffen werden, deren Inhaltsstoffe und Herstellung unbedenklich sind. Dies wird zum Beispiel durch das "Natrue" oder das "BDIH" Siegel gekennzeichnet. Solche Produkte sind unter anderem im Reformhaus Böser in Durlach, im Minafair in der Oststadt oder zum Teil in Drogeriemärkten zu finden.

Laut einer Greenpeace-Studie befindet sich trotz einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Hersteller immer noch viel Plastik in Kosmetika.
Laut einer Greenpeace-Studie befindet sich trotz einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Hersteller immer noch viel Plastik in Kosmetika. | Bild: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Kleiner Tipp: Enthalten die aufgelisteten Inhaltsstoffe eine Buchstabenfolge mit "poly" oder die Kennzeichen "PE" oder "PP", dann heißt es Finger weg! Hier ist Kunststoff enthalten. Wer sich vor dem Kauf noch genauer informieren möchte, kann zum Beispiel die ToxFox App zu Rate ziehen oder sich über die Seite haut.de informieren. 

5. Wenn online shoppen, dann lokal

Dass Online-Shopping weniger nachhaltig ausfällt, als direkt vor Ort einzukaufen, ist klar. Doch wer trotzdem darauf besteht, seine Produkte online zu erwerben, kann das auch in Karlsruhe tun. So bieten viele Karlsruher Läden ihre Waren bereits per Fahrradkurier an. Das spart CO2 und schont die Umwelt.