Anders als Corona wird bei der Influenza nicht in Inzidenzen gemessen, dennoch wird auch bei dieser Erkrankung häufig von Wellen gesprochen. Laut diversen Medienberichten zufolge soll diese für die  Grippesaison 2021/2022 entsprechend heftig ausfallen. 

Im Gegensatz zur Erkältung bricht eine Grippe ganz plötzlich aus.
Im Gegensatz zur Erkältung bricht eine Grippe ganz plötzlich aus. | Bild: Christin Klose/dpa-tmn

So schreibt beispielsweise der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), dass Simulationen gezeigt haben, dass die Menschen nach dem Ausfall im Jahr 2020/2021 wohl anfälliger für Grippeerreger in der kommenden Saison sein könnten. Allerdings wird mit den aktuellen Hygieneregeln eine Infizierung deutlich erschwert. Was bedeutet das also für die kommenden Monate?

Schwere der Grippewelle kann nie vorhergesagt werden

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) unterscheiden sich die Grippewellen sehr deutlich darin, "wie viele Menschen in einer Saison an Grippe erkranken, wie viele davon im Krankenhaus behandelt werden müssen oder sogar sterben. Besonders viele Menschen werden dann krank, wenn das Virus sich genetisch verändert hat und in der Vorsaison nicht schon ein großer Anteil der Bevölkerung mit dem Virus Kontakt hatte und damit gegen das Virus immun ist."

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Die Schwere einer Grippewelle hängt also wesentlich von der Grundimmunität der Bevölkerung und den jeweils in den Vorjahren zirkulierten Subtypen ab. Das heißt aber auch, dass nie genau gesagt werden kann, welcher Influenzaerreger während der kommenden Saison dominieren wird. Dieses Problem eröffnet sich darum auch bei der jährlichen Grippeimpfung.

Ulrich Wagner - Landratsamt Pressekonferenz
Ulrich Wagner, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes Karlsruhe. | Bild: Verena Müller-Witt

"Mal hat man mehr mal weniger Glück, ob man eben genau gegen diesen einen Erreger impft. Aber grundsätzlich gibt die Impfung einen Schutz von rund 60 bis 70 Prozent", sagt Ulrich Wagner vom Karlsruher Gesundheitsamt. Wegen dieser Unvorhersehbarkeit lasse sich auch erst im Nachhinein kommentieren, wie schwer eine Grippewelle tatsächlich gewesen sei. Kurzum: Ob eine Grippewelle mehr oder weniger schwer ausfällt ist im Voraus kaum feststellbar. Das gilt auch im Kontext der Corona-Pandemie. 

Grippewelle von Kontaktreduzierung und Corona-Maßnahmen abhängig

"Es ist nicht abzuschätzen, ob beziehungsweise wie sich die im Winter 2020/21 ausgefallene Grippewelle auf den Verlauf der kommenden Saison(s) auswirken wird. Es ist denkbar, dass die Bevölkerung in erhöhtem Maße und/oder ein erhöhter Anteil der Bevölkerung den dann zirkulierenden Influenzaviren gegenüber suszeptibel (anfällig) ist", heißt es auf der Seite des RKI. 

Laut der Arbeitsgemeinschaft Influenza sind in dieser Saison rund 82.000 Grippefälle aufgetreten.
Mit der 40. Kalenderwoche (KW) 2021 begann die Wintersaison 2021/22. | Bild: Maurizio Gambarini

Doch dazu müssten die Erreger mit den Personen erst einmal in Umlauf kommen und sich dann - trotz Corona-Maßnahmen - weiter verbreiten. Angesichts der sich verschärfenden Vorkehrungen zur Corona-Bekämpfung könnte das zwar schwierig, aber nicht unmöglich werden. Wie schlimm die kommende Grippesaison jedoch ausfallen wird, hängt von einem wichtigen Faktor ab: Ob und inwieweit die Corona-Maßnahmen weiter verschärft werden. Das sieht auch Ulrich Wagner vom Karlsruher Gesundheitsamt so.

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"Mit dem Lockdown hatte die Influenza im letzten Jahr schwierige Voraussetzungen. Auch in dieser Saison wird es unter anderem wieder von den Kontaktbeschränkungen abhängen, ob wir dieses Jahr eine Grippewelle haben werden."

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