"Empathisch", "ambitioniert", "taff". Das sind nur einige der Wörter die am vergangenen Freitag fielen, als die Karlsruher Grünen ihren Wahlauftakt im Karlsruher Tollhaus feierten. Gemeint ist damit Zoe Mayer, 25 Jahre jung, Fraktionsvorsitzende der Grünen im  Karlsruher Gemeinderat. 

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Doch das Alter sei laut Mayer kein Nachteil für sie: "Die Demokratie lebt davon, dass eben alle Gruppen repräsentiert sind. Und bei Menschen unter 30 haben wir nicht mal ein Prozent im Bundestag. Das bringt natürlich mit sich, dass eine ganze Generation aus den Augen verloren wird. "

"Karlsruhe hat einen grünen Geist"

Tatsächlich rechnet sich Mayer sogar recht gute Chancen aus, dass es bei den Wahlen im September mit dem Direktmandat klappen könnte. Platz 12 konnte Mayer inzwischen bei den Listenplätzen erklimmen. "Wenn die Grünen ungefähr bei 9 Prozent landen, dann bin ich auf jeden Fall mit drin", erklärt Mayer im Gespräch mit ka-news.de. "Ich war jetzt sieben Jahre lang im Gemeinderat, ich glaube, ich weiß wo man auf Bundesebene die Stellschrauben drehen muss, um auch in Karlsruhe einiges auf den Weg zu bringen."

Wahlauftakt zur Bundestagswahl - Grüne Zoe Meyer
Bild: Hammer Photographie

Doch was genau wäre das eigentlich?

Besonders im Fokus stehen bei Mayer und bei den Grünen natürlich das Thema Klimaschutz - und das kommt wohl gut an. "Karlsruhe hat einen sehr grünen Geist, das hat man schon bei den vorherigen Wahlergebnissen gemerkt", so Mayer. Und: Spätestens seit den Überflutungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen scheinen die Menschen umso mehr auf dieses Thema sensibilisiert zu sein.

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"Dieser Bundeswahlkampf ist etwas ganz besonderes, da er inmitten von zwei Krisen stattfindet: Der Corona Krise und dieser Flutkatastrophe. Diese Krisen zeigen, dass wir in der Politik einen Neuanfang brauchen, dass wir lernen müssen, mit der Natur, mit Krisen, zu leben. Und dazu braucht es Mut", sagt Sylvia Kotting-Uhl zu Beginn ihrer Rede im Tollhaus. "Denn anders, als die anderen Parteien, haben die Grünen keine Angst vor dieser Veränderung."

Wahlauftakt zur Bundestagswahl - Grüne Zoe Meyer
Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete der Grünen | Bild: Hammer Photographie

Auch Mayer macht während ihrer Rede deutlich: "Wenn wir in den nächsten vier Jahren nicht ernsthaft Klimapolitik betreiben, dann rückt das 1,5 Grad Ziel für uns in Deutschland in ganz weite Ferne. Und das gibt uns den Antrieb, in den nächsten acht Wochen Wahlkampf alles zu geben."

Ein "Partizipationsrat" für den Bundestag

Doch nicht nur der Klimaschutz, auch Digitalisierung, erneuerbare Energie, Natur und Artenschutz oder die Entlastung von Familien mit kleineren Einkommen stehen bei den Grünen auf dem breit gefächerten Wahlprogramm. Ebenso möchte sich Mayer gegen Rassismus und für die Gleichbehandlung von Frauen einsetzen.

Denn: Die meisten der Bundestagsabgeordneten seien, wie Leonie Wolf von der Wahlkampfkommission betont, nämlich "männlich, weiß und über 50 Jahre alt." 

Wahlauftakt zur Bundestagswahl - Grüne Zoe Meyer
Zoe Mayer (rechts) im Gespräch mit Moderatorin Leonie Wolf | Bild: Hammer Photographie

"Es sind leider nicht alle Gruppen so im Bundestag vertreten wie es sein sollte, obwohl jeder seine Perspektive miteinbringen sollte", argumentiert Mayer. In diesem Zusammenhang möchte sich Mayer auch für die Etablierung  eines "Partizipationsrat" einsetzen. Hier sollen alle Themen, die Rassismus und Partizipation betreffen, in einem Ministerium gebündelt werden.

"Ich habe den Anspruch, für jede Generation, für jedes Geschlecht und für jede Art gesellschaftlicher Gruppen, Politik zu machen und als Ansprechperson bereit zu stehen", so Mayer.

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