Müll im Park, Müll an der Haltestelle, Müll auf der Straße. Karlsruhe hat immer mal wieder gegen Müllsünder zu kämpfen. Doch auch die überquellenden Mülleimer, häufig im Karlsruher Stadtgebiet anzutreffen, scheinen die Bürger nur noch mehr dazu zu verlocken, den Müll unsachgemäß zu entsorgen. Auf die Straße werfen ist aber auch keine Option, was sich spätestens nach einem Blick auf den Bußgeldkatalog herausstellt. Denn das kann teuer werden.

Abfall ordnungsgemäß entsorgen - sonst wird es teuer

"Wenn ein Bürger auf frischer Tat bei der nicht ordnungsgemäßen Abfallentsorgung ertappt wird, kann der Kommunale Ordnungsdienst dies nach der städtischen Polizeiverordnung  - § 3 Abs. 1 Nr. 4 und § 7 Abs. 8 der Straßen und Anlagenpolizeiverordnung (StRAnlPolV) - als Ordnungswidrigkeit bestrafen", erklärt das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) auf Anfrage von ka-news.de.

Müll in Karlsruhe
Wer beim "Littering" erwischt wird muss mit Bußgeldern rechnen | Bild: Lukas Hiegle

So werden für eine achtlos weggeworfene Zigarette oder Zigarettenschachtel 75 Euro fällig, für eine Dose oder Trinkflasche ebenso viel. Teurer wird es zum Beispiel bei Kaugummi (100 Euro) oder nicht eingesammelten Hundekot (150 Euro).

Ein hoher Preis, der hier für weggeworfenen und liegengelassenen Müll - sogenanntes "Littering"- verlangt wird. Ist das angesichts der oft überquellenden Mülleimer im öffentlichen Raum nicht übertrieben oder gar selbst verschuldet?

Nach Aussage des AfA sei dies nicht Fall. Der Grund: Die 3.800 Mülleimer im Stadtgebiet werden - je nachdem, wo sie positioniert sind - entweder von der AfA, von den Verkehrsbetrieben oder vom Gartenbauamt geleert. Teilweise sogar mehrmals am Tag. Damit habe die Stadt auf die zunehmende Müllproduktion der Bürger reagiert und den Leerungsrhythmus entsprechend aufgestockt.

Müll in Karlsruhe
Überfüllte Abfalleimer in der Innenstadt können telefonisch beim AfA gemeldet werden. | Bild: Lukas Hiegle

"Die öffentlichen Abfallbehälter werden je nach Standort bis zu dreimal täglich geleert, in den Außenbezirken nach Bedarf, aber mindestens einmal in der Woche", teil das Amt gegenüber ka-news.de mit. Selbst wenn die Eimer einmal überquellen sollten, sei das kein Grund, den Müll liegenzulassen, denn: "Sollte ein öffentlicher Abfallbehälter überfüllt sein, gibt es die Möglichkeit, den Sachverhalt über die Behördennummer 115 zu melden." 

Keine Mülltrennung bei öffentlichen Abfalleimern

Eine Strafe für eine unsachgemäße Trennung, wie in Privathaushalten üblich, erwähnt die AfA jedoch nicht. Weshalb dem so ist, dürfte angesichts des Mülleimer-Designs selbstredend sein. Der Grund: Bis auf wenige Ausnahmen agieren die Mülleimer in der Öffentlichkeit als Sammelstelle für Wertstoff, Papier, Bioabfall und Co. Aber warum wird hier keine Trennung vorgenommen?

Müll im Schlossgarten
Müll im Karlsruher Schlosspark wird abgeholt | Bild: Lukas Hiegle

Laut Aussage des AfA mangle es hier unter anderem an einer konsequenten Umsetzung der Bürger: "Es wurden schon Versuche unternommen, um die Trennung von Restmüll und Wertstoff zu realisieren. Es ist allerdings nicht beherrschbar in einem öffentlichen Abfallbehälter sortenrein zu sammeln. Die unterschiedlichen Bereiche wurden immer durch Restmüll verunreinigt, sodass die getrennte Sammlung am Ende doch über den Restmüll entsorgt werden musste."

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Im Klartext: Der öffentliche Müll wird nach der Abholung unsortiert per Bahn direkt an die Müllverbrennungsanlage nach Mannheim gebracht und dort verbrannt sowie es in Karlsruhe auch mit dem Privatabfall in der Restmülltonne gehandhabt wird. Ein "hochwertiges" Recycling der Plastikbestände ist damit ausgeschlossen.