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Karlsruhe Neue Schule im Technologiepark, neue Lernkonzepte: Karlsruhe bekommt ein freies Bildungshaus

Im Technologiepark Karlsruhe entsteht eine neue Schule: Schon im Schuljahr 2019/2020 ziehen dort die ersten Kinder in das neue Gebäude, das unlängst Richtfest feierte. Träger der Schule ist das freie Netzwerk "Konzept-e", das mit dem "Bildungshaus element-i" auch ein ganz neues Schulkonzept in die Fächerstadt bringen will.

Im element-i Bildungshaus lernen Kinder übergangslos und durchgängig von Kita bis Schulabschluss unter einem Dach – sowohl räumlich als auch pädagogisch. "Das element-i Bildungshaus in Karlsruhe ist das erste seiner Art – ein Schul-Leuchtturmprojekt, das das vorhandene element-i Kinderhaus und die element-i Grundschule in Karlsruhe mit neuen weiterführenden Schulen verbindet. Es ermöglicht Kindern, individuell, interessengeleitet, MINT-orientiert und bilingual oder auch trilingual zu lernen und zeigt, wie moderne Pädagogik im Zeitalter der Digitalisierung aussehen kann", sagt Lisa Breiter vom Träger Konzept-e GmbH.

element-i Bildungshaus im Technologiepark Karlsruhe
element-i Bildungshaus im Technologiepark Karlsruhe - die Baustelle | Bild: Paul Needham

Im element-i Bildungshaus sei die Richtschnur der Erziehungs- und Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg, damit sei auch der Übergang auf eine staatliche Schule problemlos möglich, wie Breiter betont. Die element-i Grund- und Gemeinschaftsschule ist staatlich anerkannt. Momentan können Kinder hier die Grundschule abschließen, die Gemeinschaftsschule befinde sich noch im Aufbau, dort können die Schüler dann in Zukunft den Hauptschul-, Realschulabschluss und das Abitur machen.

Unterschiede zum staatlichen Schulsystem

Da stellt sich natürlich die Frage, wo die Unterschiede zwischen dem "element-i"- Konzept und einer herkömmlichen Schule liegen. Auch darauf hat Lisa Breiter eine Antwort: "element-i Pädagogik ist Individuelles Lernen im eigenen Tempo", sagt sie. Schule müsse Freude machen, denn Kinder wollen lernen – wenn man sie ermuntert und nicht entmutigt.

"Unsere Schule bietet jedem Kind die Freiheiten und die Grenzen, die es braucht, um sich entfalten zu können. Wir geben ihm die notwendige Unterstützung, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, die Gesellschaft mitzugestalten und sich kreativ mit Fragen der Umwelt und Technik, Kultur und Kunst auseinanderzusetzen. Und weil kein Kind wie das andere ist, behandeln wir auch nicht alle gleich. Bei uns kann jedes Kind in seinem individuellen Tempo seine Potenziale entwickeln und ausschöpfen – in altersgemischten Gruppen und entsprechend seiner Interessen."

element-i Bildungshaus im Technologiepark Karlsruhe
element-i Bildungshaus im Technologiepark Karlsruhe | Bild: Konzept-e

Der Pädagoge Peter Fratton definierte eine zeitgemäße Lernstruktur, die von Lehrbeauftragen das individuelle Begleiten anstelle des gleichförmigen Lehrens fordert. Sein Ansatz zu gemeinsamen Zielen zu gelangen ist das Voranschreiten auf vielfältigen Wegen mit vielfältigen Menschen an vielfältigen Orten zu vielfältigen Zeiten mit vielfältigen Materialien in vielfältigen Schritten mit vielfältigen Ideen in vielfältigen Rhythmen zu gemeinsamen Zielen. Demgegenüber steht das mittlerweile stark kritisierte gleichförmige Lernen an staatlichen Schulen. 

Weg vom gleichförmigen Lernen

Die Entwickler der element-i Pädagogik sind der Überzeugung, dass aus diesem gleichförmigen Lernen auch die aktuellen Probleme im Bildungssystem resultieren. Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Kompetenzerwerb ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern deutlich höher. Die Chance von Akademikerkindern auf ein Abitur ist dreimal höher als bei Kindern aus einer Facharbeiterfamilie. Über sechs Prozent der Schüler sind in Deutschland Schulabbrecher.

"Dass es auch anders geht, beweisen die element-i Grundschulen schon heute. Denn 77 Prozent der Schüler gehen auf das Gymnasium, Schulversager werden zu Schulgewinnern und die Schüler lernen Kernkompetenzen nachhaltig und erwerben zudem eine hohe Sozialkompetenz und Selbstverantwortung", sagt die Pressesprecherin der Konzept-e GmbH.

element-i Bildungshaus im Technologiepark Karlsruhe
element-i Bildungshaus im Technologiepark Karlsruhe | Bild: Konzept-e

Nach der element-i Pädagogik lernen Kinder individuell, im eigenen Tempo, interessen- und handlungsorientiert – weil Neugierde und praktisches Tun die besten Lehrmeister sind – und jahrgangsübergreifend, in Interaktion mit anderen – weil Kinder mit- und voneinander lernen sollen. Es handelt sich beim neuen Bildungshaus um eine Ganztagseinrichtung (von 7.30 bis 18 Uhr), es wird bilingual und MINT-orientiert gelernt.

Für alle offen, aber nicht für jeden erschwinglich

Das element-i Bildungshaus steht für jeden offen, nicht nur Mitarbeiter und Angestelle im Technologiepark. Ein Kind könne jederzeit von einer Einrichtung, die nicht zu element-i gehört in das element-i Bildungshaus und dort in die Kita, Grundschule oder weiterführende Schule wechseln. Genauso könne ein Kind aus dem element-i Bildungshaus in eine Einrichtung des Regelschulsystems wechseln, sagt Lisa Breiter. Auch für das neue Bildungshaus werden Kinder in der Kita, der Grundschule und der Unterstufe noch angenommen, betont sie.

element-i Bildungshaus im Technologiepark Karlsruhe
element-i Bildungshaus im Technologiepark Karlsruhe | Bild: Paul Needham

Der Besuch des element-i Bildungshauses ist allerdings nicht gerade günstig: Für einen Ganztagsplatz im element-i Kinderhaus zahlen Eltern mit Wohnsitz in Karlsruhe monatlich für ein Kind unter drei Jahren rund 530 Euro inklusive Verpflegung und für ein Kind über drei Jahren 360 Euro inklusive Verpflegung. Für einen Schulplatz in der element-i Grundschule oder element-i Gemeinschaftsschule zahlen Eltern mit Wohnsitz in Karlsruhe monatlich für ein Kind 440 Euro inklusive Hortbetreuung und Verpflegung.

Wer oder was ist die Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH?

Das Konzept-e Netzwerk ist ein Trägernetzwerk für Bildung und Betreuung mit element-i Kinderhäusern, element-i Schulen und Erzieherfachschulen. "Seit rund 30 Jahren bilden, betreuen und erziehen wir Kinder und Jugendliche, damit sie sich zu freien und starken Menschen entwickeln. Basis ist unsere eigene Pädagogik element-i, nach der jeder Mensch individuell gefördert wird. Damit leisten wir einen Beitrag für eine stabile und zukunftsfähige Gesellschaft von morgen", so die Pressesprecherin.
Konzept-e ist eine inhabergeführte Unternehmensgruppe mit dem Fokus auf Gemeinnützigkeit, die 800 Mitarbeiter beschäftigt. Die Konzept-e Verwaltung befindet sich in Stuttgart, die Einrichtungen verteilen sich auf Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

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  •   malerdoerfler
    (5224 Beiträge)

    30.12.2018 06:05 Uhr
    Und wieder mal Werbung
    für eine Gemeinschaftsschule.

    Die Verantwortlichen glauben doch selbst nicht was sie hier von sich geben. Alles eine RiesenverduXXXXX. Ich dachte das hätten wir hinter uns gelassen, nachdem die Sozis hier in Ba-Wü nicht mehr mit am Ruder sind.
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    29.12.2018 00:58 Uhr
    Die die immer von Vielfalt schwärmen,
    stecken ihre eigenen Kinder aber vorsichtshalber dann doch in Schulen, in denen sie unter ihresgleichen sind.
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  •   Prof.Baerlapp
    (654 Beiträge)

    28.12.2018 16:42 Uhr
    Die Kinder lernen "individuell"
    Können die dann nach der Grundschule lesen, schreiben und rechnen oder nur den Namen tanzen?
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11083 Beiträge)

    28.12.2018 17:36 Uhr
    aber Prof., das wäre dann die
    Walldorf-Astoria-Version.

    grinsen
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    28.12.2018 17:43 Uhr
    Am härtesten
    ist immer noch die Waldhof-Schule. Wer da durchgegangen ist besteht im Leben. grinsen
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11083 Beiträge)

    28.12.2018 18:03 Uhr
    oh,
    ja...
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  •   Eckfaehnchen
    (2681 Beiträge)

    28.12.2018 19:28 Uhr
    Für alle Waldhof-Interessierte
    kommt heute bei VOX der Asternweg vom Waldhof. 20'15 h. Da wundert man sich über gar nichts mehr.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    28.12.2018 23:12 Uhr
    In Monnem
    ist der Alsenweg. Dürfte aber das gleiche sein. Unglaublich was da für ein Potenzial an Fachkräften und zukünftigen Rentenzahlern tummelt. Da hab ich eigentlich kein schlechtes Gewissen ein bisschen mehr zum Klimawandel beizutragen als unbedingt nötig. grinsen
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  •   Nico1966
    (218 Beiträge)

    28.12.2018 21:03 Uhr
    Asternweg
    Ist der nicht in Kaiserslautern/Kalkofen ?Mannheim sind die Benz-Baracken.
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  •   Eckfaehnchen
    (2681 Beiträge)

    29.12.2018 15:27 Uhr
    Nico du hast Recht, aber das Milieu
    ist das Gleiche. In Monnem die Benz-Baracke, in Lauderre de Aschdernweg. Man muß eigentlich seinem Herrgott danken, dass man da nicht wohnen muß oder gar in so einem Viertel geboren ist. Die vielen Kinder tun einem Leid.
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