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Karlsruhe "Mit der neuen Halle können wir den regionalen Nachwuchs fördern", sagt PSK-Abteilungsleiter Danijel Ljubic - sie löst aber nicht alle Probleme der Basketballer

In Karlsruhe soll eine neue Sporthalle bei der Elisabeth-Selbert-Schule entstehen. Sie soll die neue Heimat für die Lions-Basketballer des Post Südstadt Karlsruhe (PSK) werden - und zwar nicht nur für die Profis, die in der kommenden Saison in der 1. Basketballbundesliga spielen könnten. Vor allem den jungen Basketballmannschaften soll die neue Halle zugute kommen: "Wir wollen den regionalen Nachwuchs weiter fördern", sagt PSK-Abteilungsleiter Danijel Ljubic. Doch die neue Halle löst nicht alle Probleme: Die Zuschauerkapazität reicht für die Profimannschaft bei einem Aufstieg in die erste Liga nicht aus.

"Die Jugendförderung spielt bei uns eine große Rolle", sagt Ljubic im Gespräch mit ka-news. Der PSK hat insgesamt 17 Mannschaften - davon zahlreiche aus der Jugend. Alle Basketball-Mannschaften trainieren aktuell in sieben verschiedenen Hallen überall in Karlsruhe. Unter anderem in den Sporthallen der Riedschule, Weiherwaldschule, Friedrich-List-Schule oder in der Eichelgartenhalle.

Neue Halle soll Jugendarbeit verbessern

Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Lions-Mannschaft bei drei Trainings in der Woche in drei unterschiedliche Hallen fahren muss. Das ist für alle Beteiligten ein logistischer Aufwand - die fehlende Infrastruktur belastet die Jugendarbeit. "Wir wollen unsere Jugendmannschaften bündeln", sagt Ljubic. Eine zentrale Trainings- und Spielstätte könnte Abhilfe schaffen.

Danijel Ljubic
Danijel Ljubic, zuständig für die Basketballabteilung des Post Südstadt Karlsruhe, darf sich über den Bau einer neuen Sporthalle freuen. | Bild: privat

Das Potential sei da, versichert der Abteilungsleiter im Gespräch, um höchsten sportlichen Erfolg in allen Bereichen erzielen zu können. Die unter 16-Jährigen (U16) spielen momentan in der höchsten deutschen Spielklasse, der Junioren-Basketballliga (JBBL). Die Profis kämpfen um den Einzug in die Play-Offs und damit auch um den Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga (BBL). Dieses Niveau will man halten und ausbauen. "Es ist vergleichbar mit einem Handwerker, der keinen Werkzeugkasten hat", sagt Ljubic. Der fehlende Werkzeugkasten - das soll die neue Halle an der Elisabeth-Selbert-Schule werden.

Elisabeth-Selbert-Schule
Hier soll in den kommenden Jahren die neue Halle für die PSK Lions entstehen. | Bild: Alexander Hammer

Nicht nur die Basketballer sollen von der neuen Sporthalle mit drei Spielfeldern profitieren: "Es würden dann viele Trainingszeiten in den anderen Hallen frei werden, die andere Vereine nutzen können", sagt Ljubic. Für den Schulsport an der Elisabeth-Selbert-Schule soll das neue Gebäude ebenfalls zur Verfügung stehen. Die Basketballer werden die Halle überwiegend nachmittags und abends für das Training nutzen, so Ljubic, vormittags sei die Halle für den Schulsport reserviert.

Elisabeth-Selbert-Schule
Hier auf dem Gelände der Elisabeth-Selbert-Schule soll die neue Halle für die PSK Lions entstehen. | Bild: Alexander Hammer

Entstehen wird die neue Halle auf dem Grundstück der Elisabeth-Selbert-Schule, genauer: an der Ecke Steinhäuserstraße und Hermann-Veit-Straße im Beiertheimer Feld. Die Innenausstattung ist bei Auftragsvergabe von der Stadt genau definiert worden: Auf den beiden Längsseiten des Spielfeldes sollen Tribünen mit ausziehbaren Elementen entstehen.

PSK Lions - Rostock Seawolves, in Karlsruhe, am 01.03.2019, Herren, Basketball, Saison 2018/2019, 2.BL.
Freiwurf für Davonte Damion Lacy (PSK Lions #7) | Bild: Tim Carmele

Oberhalb der Tribünen wird sich im Umlauf ein VIP-Bereich inklusive Catering befinden. Umkleiden, Duschen und Toiletten können sowohl für den Ligasport, als auch für den Schul- und Vereinssport genutzt werden. So gibt es separate Räume, die nur für den Basketballbetrieb zur Verfügung stehen und während des Schulsports geschlossen bleiben.

Neue Halle bereits gut an ÖPNV angebunden

Die neue Halle benötigt keine neue Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV): Die Schule ist bereits jetzt mit Bus und Bahn gut zu erreichen. Weiterhin sind 185 Parkplätze geplant - sie stehen der Schule zur Verfügung, denn Basketball-Veranstaltungen werden nicht während des Schulbetriebs stattfinden. Ein wichtiger Faktor für die Spiele der ersten Mannschaft: Derzeit kommen im Schnitt 1.250 Zuschauer zu den Heimspielen der Profi-Lions.

PSK Lions - Rostock Seawolves, in Karlsruhe, am 01.03.2019, Herren, Basketball, Saison 2018/2019, 2.BL.
Neue Tribünen in der Europahalle für die Fans. | Bild: Tim Carmele

Doch bis die neue Halle steht, kann es noch dauern. "Einen Termin für Baubeginn gibt es noch nicht", sagt die Stadt gegenüber ka-news. Fest steht allerdings, wer die Halle bauen wird: Firma Peter Groß erhielt den Zuschlag, die schlüsselfertige Halle zu errichten.

Wo soll die 1. Mannschaft bei Aufstieg spielen?

Neue Halle hin oder her - alle Probleme der Lions sind damit nicht gelöst: Sollte die erste Mannschaft aufsteigen, würde auch die neue, noch nicht existente, Halle nicht ausreichen. Die Mindestanforderung an Zuschauerplätzen liegt in der 1. Bundesliga bei 3.000. "Wir bräuchten eine weitere Sondergenehmigung für die Europahalle", so Ljubic. 

Europahalle in Karlsruhe
(Symbolbild) | Bild: Peter Eich

Derzeit stehen für die Sanierung der Europahalle - welche 2014 aufgrund von fehlenden Brandschutzmaßnahmen für Großveranstaltungen geschlossen wurde - zwei Varianten im Raum: Entweder für neun Millionen Euro oder für 21 Millionen Euro. Ausschließlich letztere Variante würde einen Spielbetrieb in der ersten Bundesliga für die PSK Lions sichern. Dann könnten bis zu 3.500 Zuschauer die Spiele verfolgen, was den Anforderungen für die 1. Basketball-Bundesliga entspricht.

Im Juli 2018 hieß es von der Stadt Karlsruhe: Anfang 2019 will man über die Zukunft der Europahalle entscheiden - laut Informationen der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) soll es in der kommenden Gemeinderatssitzung am 26. März soweit sein.

ka-news-Hintergrund

Der Karlsruher Gemeinderat hat den Bau der neuen Sporthalle in Höhe von 21,6 Millionen Euro in seiner Sitzung Ende Februar einstimmig beschlossen und an den Generalunternehmer Firma Peter Groß vergeben. Grundlage der Vergabe war ein europaweites, nicht offenes Verfahren mit Teilnahmewettbewerb im Februar 2018, das Angebot der Firma Groß lag im September 2018 alleinig vor.

Da das Angebot in verschiedenen Bereichen nicht den Qualitäten der Auslobung entsprach und zudem über dem Kostenrahmen lag, wurde das Angebot vom Wettbewerb ausgeschlossen. Da somit kein Angebot mehr vorlag, wurde das gesamte Verfahren aufgehoben und mit dem einzigen Bieter neu verhandelt

Die ausführlichen Beschlussunterlagen gibt es bei Tagesordnungspunkt 12 unter https://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=5276
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Kommentare (3)
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  •   patrickkk
    (1224 Beiträge)

    12.03.2019 01:28 Uhr
    Warum
    Warum dauert eine Entscheidung bei der Europahalle eigentlich so lange? Die vorhandene Bausubstanz ist jetzt wieder 5 Jahre älter... bei einer Nutzungsdauer von 20-30 Jahren ist dass ein Wort.

    Drücke den Lions die Daumen. Erinnere mich gerne an ausverkaufte Spiele der BG'ler in Liga 1, da war wirklich tolle Stimmung in der Halle. Erst liga Basketball wäre schon was besonderes grinsen. Let's go B... äh Lions! Defense!
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    11.03.2019 23:15 Uhr
    Europahalle abreißen
    Die Europahalle abreißen und eine neue Halle für 10 Tsd...einfacher, besser und schneller.
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  •   Irgendwas_mit_Medien
    (688 Beiträge)

    11.03.2019 21:31 Uhr
    So eine "Turnhalle" muss nebenher laufen - zum Trainieren und für Jugendspiele ok
    Die richtige Eventhalle - vor allem auch für 1.Liga-Topsport - braucht 6-10k Kapazität.
    Wie ist die Planungssituation in dieser Hinsicht?
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