Die Fair-Trade-Textilindustrie hat bessere Löhne und Arbeitsbedingungen zum Ziel

Fair-Trade-Kleidung gibt es beispielsweise von der zündstoff. fair organic clothing GbR, die in Freiburg in Baden-Württemberg ansässig ist. Die Gründer – Sascha und Matthias – wissen um die Bedeutung der Zertifizierungen, die es in der Textilbranche gibt. Die dazugehörigen Siegel – GOTS, FWF, WFTO, PETA, Bluesign, GRS und Fairtrade – erklären sie ihren Kunden ausführlich.

Zum Fairtrade-Siegel in der Textilindustrie lässt sich bei Zündstoff nachlesen, dass sich der Fair-Trade-Standard auf die Produktion der Textilien bezieht und das Ziel verfolgt, die Arbeit jener zu unterstützen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern Textilien produzieren. Verbesserte Löhne und Arbeitsbedingungen sind das erklärte Ziel. Dies soll über langfristige Verpflichtungen und faire Einkaufsbedingungen erreicht werden. Vor Ort wird den Arbeiterinnen und Arbeitern der Rücken gestärkt, um für mehr Rechte und bessere Arbeitsbedingungen einzustehen.

Es geht also bei Fairtrade-Kleidung um zweierlei: Zum einen wird ein strenger Standard zugrunde gelegt, der die Arbeitsbedingungen, Rechte und Löhne der Beschäftigten festlegt. Zum anderen geht es darum, den Beschäftigten mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln, um eigenständig Arbeitsbedingungen und Rechte vertreten zu können. So betrachtet ist jedes Fair-Trade-Logo auf einem Kleidungsstück auch ein Baustein nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Ein Label – mit vielen Varianten

Fair-Trade-Kleidung muss mitnichten alternativ wirken oder so aussehen wie vom Flohmarkt.
Fair-Trade-Kleidung muss mitnichten alternativ wirken oder so aussehen wie vom Flohmarkt. Zündstoff und andere Labels haben Fair-Trade-Kleidung längst gesellschaftsfähig gemacht. | Bild: pixabay.com © PurPura (CC0 Public Domain)

Fairtrade Deutschland informiert online nicht nur darüber, was Fairtrade bedeutet, sondern macht auch das System und die Standards transparent und informiert über Kontrolle und Zertifizierung. Auch Informationen über die Label-Varianten gibt es direkt seitens der Organisation, die ebenfalls das Label trägt.

  • Das bloße Fair-Trade-Logo zeigt an, dass das Produkt – Lebensmittel oder Bekleidung – aus fair angebauten und gehandelten Produkten besteht.
  • Ein schwarzer Pfeil neben dem Logo zeigt an, dass es sich um ein Mischprodukt handelt. Genauere Hinweise, welche Inhalte aus dem fairen Handel stammen, sind dann auf der Verpackung dokumentiert. Auch wenn der Hinweis „contains fairtrade ingredients“ neben dem Logo zu sehen ist, weist das auf ein Mischprodukt hin.
  • Um die Worte Cotton, Gold oder Steckling ergänzt wird das Logo, wenn die Baumwolle, das Gold oder die Stecklinge aus dem fairen Handel stammen. Daneben gibt es noch sogenannte Rohstoffsiegel, die das Logo auf einem weißen Hintergrund zeigen.

Das Faitrade-Textilstandard-Siegel, bei dem neben dem Logo der Schriftzug „Fairtrade Textile Production“ zu lesen ist, zeigt an, dass es sich um Fair-Trade-Kleidung handelt, die nach den Textilstandard-Richtlinien produziert wurden.

Wo gibt es den fairen Handel vor Ort?

Auf Lebensmittel ist das Fair-Trade-Logo längst bekannt. Auf Kleidung ist es noch selten zu sehen.
Auf Lebensmittel ist das Fair-Trade-Logo längst bekannt. Auf Kleidung ist es noch selten zu sehen. Doch Aktionstage - auch vor Ort in Karlsruhe - tragen die Idee der Fair-Trade-Kleidung in die Öffentlichkeit. | Bild: pixabay.com © IsaacFryxelius (CC0 Public Domain)

Im Lebensmittelbereich hat der faire Handel mittlerweile deutlich an Breite gewonnen. Der Textilhandel wird hingegen meist noch recht stiefmütterlich behandelt, obgleich die Stadt Karlsruhe sich bereits seit Jahren um den fairen Handel bemüht und im bundesweiten Städtewettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ bereits im Jahr 2016 einen Sonderpreis gewonnen hat.

Immer stärker rückte nun in den letzten Jahren auch die faire Textilproduktion in den Fokus. Die Aktionswochen des Karlsruher Weltladens, die im September und Oktober 2022 stattgefunden haben, haben nicht nur zum Kosten der Produkte eingeladen, die im Weltladen zum Verkauf stehen. Auch eine Veranstaltung mit dem Thema „Nähen für die Textilindustrie – mit Schwerpunkt auf Osteuropa“ fand im Rahmen der Aktionswoche statt und hievte das Thema Fair-Trade-Kleidung auf die Agenda der Aktionswochen.

Wer sich mitreißen ließ und das Sortiment im Karlsruher Weltladen einmal genauer unter die Lupe nahm, fand auch heraus: Das Sortiment umfasst Lebensmittel, Produkte aus dem Kunsthandwerk und einen Hinweis darauf, wo es Fair-Trade-Kleidung gibt. Neben dem Weltladen in der Kronenstraße werden zwei weitere Adressen als Anlaufstelle auf der Suche nach Fair-Trade-Waren in Karlsruhe genannt: Produkte im FaireWare in der Herrenstraße und im glore in der Waldstraße in Karlsruhe. Auch der Waschbär in Rüppurr ist mittlerweile zum Geheimtipp für Produkte aus dem fairen Handel geworden. Sogar zum Weihnachtsgeschenke-Shoppen könnten diese Adressen genutzt werden.