Es ist alles ein bisschen geheimnisvoll und diffus – aber wir wissen ja alle, "wichtig ist, was am Ende dabei herauskommt", und das kann sich bei trashpoptERROR durchaus sehen lassen. Denn mittlerweile gibt es mit "Best Of trashpoptERROR" die erste CD des ungewöhnlichen Projekts.

Herr Potz ist eine Kunstfigur, 40 Jahre alt, geboren in einer badischen Kreisstadt, von Hause aus Metaller, spielt Gitarre und ist auch sonst schon einige Jahre in der regionalen Musikszene aktiv. Mehr möchte er allerdings nicht über sich verraten: "Ich wollte von Beginn an nicht im Vordergrund stehen, sondern nur Leuten eine Chance geben, sich in Szene zu setzen mit Hilfe meiner Plattform trashpoptERROR.

Daher passt es doch ganz gut, wenn man nur Herr Potz von trashpoptERROR liest, denn das jeweilige kreative Schaffenswerk soll im Vordergrund stehen nicht, meine Person", erklärt der selbsternannte Netzwerker in Sachen Kunst und Kultur.

trashpoptERROR
trashpoptERROR

Aus dem Karlsruher "Untergrund"

Von sich selbst sagt er: "Ich bin Künstler, Kunstschaffender, Strippenzieher, Kontaktknüpfer oder auch manchmal nur ein Verlinker", und vermutlich ist es auch genau das, was die Karlsruher "Underground-Kunstszene" dringend braucht, um sich gegen den Mainstream durchzusetzen.

trashpoptERROR heißt das Projekt von Herrn Potz und ist ein bisschen von allem: Musik, Film, Lyrik, Fotografie – mitmachen kann, wer Lust hat und kreative Ideen. "Herr Potz hat viel Fantasie, diese teilt er gerne mit Gleichgesinnten, meist via Internet oder auch mal bei einem Bier, daraus entstehen dann Ideen. Herr Potz ist weltoffen, bereit für Neues, sucht Herausforderungen.

Wenn dann ein neues Projekt in der machbaren Entwicklungsidee mit einem passenden Kreativ-Input-Spender entstanden ist, geht es ans gemeinsame Umsetzen, das meist ohne reale Treffen stattfindet, in Form von E-Mails", definiert der Künstler seine Arbeit. "Jeder kann Herrn Potz Ideen zukommen lassen und man kann dann gemeinsam an den Ideen herumspinnen, bis es eventuell mal ein ernstzunehmendes Projekt daraus wird, oder auch nicht."

Weit weg vom Mainstream und ein bisschen geheimnisvoll

trashpoptERROR wurde 2002 erschaffen. Anfangs noch zu zweit, übernahm Herr Potz 2003 alleine das Kommando, seither funktioniert trashpoptERROR nach dem gleichen Prinzip: Einzelne Gesangs-, Instrumenten-, Filmspuren werden zur kreativen Weiterentwicklung an Gleichgesinnte verschickt. "trashpoptERROR kann ein bewusst kontrollierter chaotischer Zustand sein", bringt Herr Potz Licht ins Dunkel. "Da sich viel am PC abspielt und da immer wieder neue technische Probleme entstehen können und oft neuen kreativen Input bringen können, gehört der ERROR mittlerweile genauso zum Projekt wie der Trash Pop selbst".

Mittlerweile gibt es die erste offizielle CD von trashpoptERROR - Lowfi-Indie-Elektropop, im weitesten Sinne - gesungen wird mal auf Deutsch, mal auf Englisch. "Die CD ist eine 'Best Of', meine Lieblingssongs vom Projekt trashpoptERROR mit unterschiedlichen Sängern aus 13 Jahren", erzählt Herr Potz.

"Als alter Low-Budget-Homerecording-Freak sind alle Songs natürlich zu Hause entstanden, also die komplette Musik nur, die jeweiligen Gesangsspuren wurden mir immer vom jeweiligen Sänger per E-Mail mit MP3-Anhang zugesendet, diese Gesangsspuren habe ich dann mit meinen Instrumentalen dann verknüpft. Drei Songs sind sogar komplett bei mir zu Hause entstanden."

Trashpop-Models gesucht!

Auf der Webseite von trashpoptERROR gibt es als weiteres Projekt "Kalender-Girls & Boys", die sich – freiwillig, wie man hört – mit dem trashpoptERROR-Logo ablichten lassen. Dazu erklärt Herr Potz: "Den Modelkalender habe ich im April 2008 ins Leben gerufen. Davor hatte ich im Karlsruher Nachtleben immer meine Sticker und Buttons dabei und taggte eifrig drauf los.

Irgendwann war mir das dann doch zu doof und ich dachte, es wäre eine neue Herausforderung, Leute zu überzeugen, sich mit meinen Aufklebern bekleben und fotografieren zu lassen - sich einen Modelnamen zu geben und somit trashpoptERROR-Model zu werden.

Der Anfang sei "sehr schwer" gewesen, berichtet er. Nun läuft die Aktion aber schon seit neun Jahren erfolgreich jeden Monat. Trotzdem soll im April 2018 - nach zehn Jahren - dann endgültig Schluss damit sein, zumindest monatlich. "Also, wer noch mitmachen möchte, kann sich gerne bei mir melden", so Herr Potz abschließend.