In einem kurzweiligen Zweitliga-Spiel hat sich der Karlsruher SC einen Punkt gegen den FC Schalke 04 erspielt. Das 1:1 ist leistungsgerecht, weil der KSC in allen Bereichen an sein Limit kam und Schalke nie seine komplette Offensiv-Power entfalten ließ – die Gäste aber die Mehrzahl an klaren Torchancen hatten.
Terodde köpft Schalke in Führung
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase brachte eine augenscheinlich einstudierte Standardsituation die Schalker in Führung. Eine Hereingabe des bärenstarken Thomas Ouwejan wurde von Thomas Bülter am ersten Pfosten verlängert. Alle Karlsruher hatten sich an den ersten Pfosten orientiert und Simon Terodde am langen Fünfmetereck vergessen, der unbedrängt einköpfen konnte (27.).

Nachdem Philipp Hofmann nach einer Ecke nur den Pfosten getroffen hatte (30.), machte es Kyoung-Rok Choi nach 34 Minuten besser: Eine Flanke von Marco Thiede lupfte der Südkoreaner mit einer Mischung aus Glück und Können über die staunende Schalker Hintermannschaft und blieb frei vor Martin Fraisl cool. Kurz vor der Pause hätte Choi beinahe noch das 2:1 erzielt, gönnte sich nach einer Flanke von Benjamin Goller aber den einen Haken zu viel (45.+1).

Wenn es die Karlsruher, wie in dieser Szene, schafften, die Schalker Dreierkette durch schnelle Verlagerungen auf eine Seite zu bringen, ergaben sich für den ballfernen Flügelspieler immer wieder Räume. Dass dies nicht allzu oft klappte, lag auch am schwierig zu bespielenden Rasen. Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis ging nach dem Spiel gar von absichtlich vernachlässigter Platzpflege aus, Christian Eichner entkräftete dies aber postwendend.
Gordon überzeugt als Kobald-Vertreter
Bei den Karlsruhern zeigte Routinier Daniel Gordon, der für den angeschlagenen Christoph Kobald in die Innenverteidigung rückte, ein fehlerloses Spiel. Gegen den Top-Torjäger der Liga leistete er sich keine Nachlässigkeit, einzig beim Tor verlor die gesamte Hintermannschaft "Mister 2. Liga" kurzzeitig aus den Augen.

Die Präzision bei den Karlsruher Abschlüssen war beim Spiel vor 15.000 Zuschauern dagegen durchaus verbesserungswürdig. So kam beispielsweise Marvin Wanitzek, der im Hinspiel noch den Siegtreffer aus der Distanz erzielte, immer wieder in gute Schusspositionen, konnte diese aber nicht nutzen. Schalkes Torhüter Fraisl musste nur selten eingreifen.
Gersbeck rettet den Punkt in der Nachspielzeit
Auf der Gegenseite vergab Schalke in der Schlussphase gleich zwei aussichtsreiche Gelegenheiten zur Führung: Erst köpfte Darko Churlinov aus fünf Metern per Aufsetzer über das Tor (73.), dann rettete Marius Gersbeck in der Nachspielzeit mit einer Fußabwehr gegen den eingewechselten Marvin Pieringer (90.+1). Auch wenn die Parade von Gersbeck herausragend war: Aus fünf Metern hätte die Freiburger Leihgabe da zwingend den Schalker Siegtreffer erzielen müssen.

So blieb es beim 1:1, das dem KSC auch mit Hinblick auf das Pokalviertelfinale beim Hamburger SV am Mittwoch (18.30 Uhr) Mut geben dürfte. Mit Lucas Cueto kehrte zudem eine echte Waffe zurück. Er deutete seine Schnelligkeit nach seiner Einwechslung in der Schlussphase gleich in mehreren Szenen an.