Viel, sehr viel wurde vor der Partie des Karlsruher SC in Kiel von der "linken Hand" geredet und geschrieben. Über die linke Hand - von Marius Gersbeck, dem Stammkeeper des KSC. Die ist lädiert, schmerzt "Gersi" sehr. Beim Spiel gegen den SV Sandhausen, bei der Heimniederlage, schlug der temperamentvolle Keeper wutentbrannt gegen den Pfosten - verletzte sich.

Gersbeck gegen Kiel gewohnt stark

Doch der 26-Jährige biss seither die Zähne zusammen, spielte dennoch weiter. Danach gegen Nürnberg, dann in Kiel. Und wie? Beim 2:0 Sieg der Fächerstädter bei den Störchen in Kiel war er - fehlerfrei. Gersbeck: Der gewohnt starke, sichere und ruhige Rückhalt. Von Behinderung durch eine Verletzung, von Schmerzen war nichts zu bemerken.

Karlsruhes Torhüter Marius Gersbeck pariert einen Ball von Kiels Fin Bartels (r) - der KSC siegt in Kiel mit 1:0.
Karlsruhes Torhüter Marius Gersbeck pariert einen Ball von Kiels Fin Bartels (r) - der KSC siegt in Kiel mit 1:0. | Bild: Frank Molter/dpa

Die Aussage von Torwarttrainer Markus Miller traf ins Schwarze. "Killer-Miller" meinte, dass er keinen Torhüter kenne, der mit Schmerzen "besser umgeht als Gersi." Anfangs kam "Gersis" linke Hand im Spiel in Kiel nicht zum Einsatz, denn der KSC-Keeper hatte bei den Störchen den Job des "Spieleröffners" - weil ihn die Teamkollegen durch Rückpässe immer wieder mit einbezogen. Das löste er über die komplette Spielzeit - bis auf ein, zwei Fehlpässe - durchweg gut. Insgesamt hatte er 59 Ballkontakte.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) schießt den Ball.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) schießt den Ball. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Nach 19 Minuten konnte der Keeper der Blau-Weißen einen Kopfball von Benjamin Pichler sicher fangen, locker entschärfen, weil er ein gutes Stellungsspiel hatte. übermäßig viel Arbeit hatte er in den 90 Minuten nicht. Aber wenn "Gersi" da sein musste - dann war er da. So in Minute 39.

Rettet in höchster Not gegen Bartels

Da tauchte plötzlich Kiels Routinier Fin Bartels allein vor dem KSC-Torhüter auf, aber der gewann das Eins-gegen-eins Duell, rettete dem KSC die Führung. Als die Teamkollegen ein klein wenig die Spielkontrolle zu verlieren drohten, da puschte er alle, fuchtelte wild mit den Händen - auch mit der lädierten linken Hand - um neu zu motivieren.

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Nach 74 Minuten entschied er sich bei einer Kieler Flanke auf "Nummer sicher" zu gehen, faustete die Kugel kompromisslos aus der Gefahrenzone. Mit rechts. Fünf Minuten danach "fischte" er den Ball nach einer Flanke locker und leicht. Trotz lädierter linker Hand - die Null stand beim KSC.