Die Erlösung kam in der 94. Minute. Da konnten die KSC-Spieler in Ulm jubeln. Über den Last-Minute-Erfolg, über den glücklichen 1:0-Sieg bei den "Spatzen."
Matchwinner war definitiv Abwehrchef Marcel Franke. Der sorgte mit seinem späten Kopftreffer dafür, dass die KSC-Serie Bestand hat, dass Karlsruhe auch im neunten Saisonspiel ungeschlagen blieb. Durch diesen Auswärtsdreier beendeten die Badener die kleine Durststrecke von drei Spielen in Serie ohne Sieg.
Die Defensive steht stabil
Cheftrainer Christian Eichner hatte von seiner Mannschaft Leidenschaft und totales Engagement bei der Defensivarbeit gefordert. Daher das Motto des KSC nach zuvor 14 Gegentoren: Keinen Treffer kassieren. Die Defensivarbeit stand im Fokus, war auch fast durchweg gut. Allerdings litt darunter die Kreativität des Offensivspiels. Klare Torchancen wurden fast nicht herausgespielt. Es fehlte den Blau-Weißen phasenweise der Mut, mit Risiko nach vorne zu spielen.

Für Sportchef Sebastian Freis war das nicht überraschend, denn wenn man den Schwerpunkt auf die Defensivarbeit legt, dann ginge das eben nur auf Kosten der Durchschlagskraft. Allerdings verloren die Badener nach dem Seitenwechsel zudem zeitweise die Spielkontrolle.

Mit diesem Last-Minute-Sieg eroberten die Karlsruher Rang zwei in der Tabelle. Es wurde kein Fußball-Feuerwerk gezündet, sondern mit viel Defensivarbeit, grosser taktischer Disziplin, viel Kampf und Glück der 1:0 Erfolg beim Aufsteiger Ulm eingefahren.
Marcel Franke belohnt sich und seine Mannschaft
Die Aktion des Spiels fand in der 94. Minute statt. Da traf Marcel Franke per Kopf zum 0:1, krönte seine gute Leistung mit dem Siegtreffer. "Frankie" analysierte treffend: "Die erste Halbzeit war ausgeglichen." In Halbzeit zwei hätte sich sein Team nicht beschweren dürfen, "wenn wir ein Tor kassieren. Dann haben wir uns wieder gefangen und kamen zurück. Wir sind immer drangeblieben und hatten Glück."

Franke, der "überglücklich war, weil es ja nicht so oft vorkommt, dass ich treffe", freute sich, dass die Null beim KSC stand. "Ich brauche nicht immer das Spektakel der letzten Wochen." Dann, nachdem er kurz Luft geholt hatte: "Es war ganz einfach ein Mega-Glücksgefühl. Auch weil wir einige schwierige Momente zu überstehen hatten." Auch Coach Eichner strahlte, freute sich für Franke: "Vor der Kurve mit den eigenen Fans im letzten Moment so ein Spiel auf unsere Seite zu ziehen - da gibt es nichts Schöneres."
KSC spielt abwartend und diszipliniert
Der KSC begann abwartend, setzte auf Umschaltspiel. Das klappte, denn schon in der dritten Minute gelang der erste gefährliche Konter. Pech nach 300 Sekunden, dass ein Schuss von Dzenis Burnic knapp am Ulmer Gehäuse vorbeiflog. Der KSC blieb diszipliniert, ließ sich nicht locken, legte das Augenmerk auf die Defensivarbeit. Anfangs gelangen Nadelstiche nach vorne. So wurde ein Schuss von Lasse Günther zur Ecke geblockt.

Die Badener hatten defensiv meist alles im Griff. Aber - offensiv gelang wenig. Nach 26 Minuten traf der erste KSC-Schuss auf das Ulmer Tor. Doch der Versuch von Nicolai Rapp war nicht platziert genug. Kurz danach wurde Rapp verwarnt, sah die fünfte gelbe Karte in dieser Saison und ist somit am kommenden Spieltag gesperrt.
KSC-Offensive verliert zu viele Duelle
Zur Halbzeit: Ein torloses Remis. Zwar hatten die Badener etwas mehr Ballbesitz als die Gastgeber, aber: Von den Zweikämpfen wurde nur 43 Prozent gewonnen. Vor allem, weil sich die KSC-Offensivabteilung nicht durchsetzen konnte, die meisten der direkten Duelle verlor. In die zweite Halbzeit starteten die Karlsruher wieder abwartend, überließen den Gastgebern den Ball.

Allerdings zeigten sie zu wenig Konsequenz in den Zweikämpfen und spielten oft zu ungenau, was zu vielen Ballverlusten führte. Das Spiel plätscherte dahin. Es fehlte die Entschlossenheit und der Mut im Spiel nach vorne. Daher in Minute 64 ein Dreifachwechsel. Bambasé Conté. Luca Pfeiffer und David Herold wurden eingewechselt. Der KSC wurde wieder stärker. Das Engagement wurde belohnt - durch Matchwinner Marcel Franke.