Der totale Fehlstart ist vermieden. In einer spannenden Begegnung schockten die Gäste den KSC - eben mit ihrer Effektivität. Die Fächerstädter waren überlegen, betrieben aber lange Chancenwucher. Die Treffsicherheit der Einwechselspieler sicherte den verdienten ersten KSC-Saisonerfolg.

Trainer Christian Eichner hat mit der Mannschaft die Kurve gekriegt - wenn man die Vielzahl an Verletzten bedenkt, auf beeindruckende Weise. Eichner war der "Goldfinger!" Mit Lucas Cueto, Simone Rapp und Sebastian Jung wechselte er die Akteure ein, die die Partie drehten. Jung stand nach elf Monaten Verletzungspause erstmals wieder im Kader. "Die Bank hat das Spiel auf den Kopf gestellt und gewonnen“" so Eichner - sichtlich erleichtert.

Wunderheilung bei Gordon

Der Coach hat seine Elf umgebaut. Malik Batmaz gab im Angriff sein Startelfdebüt. Auch, weil die auf dieser Position vorgesehenen Neuzugänge - Mikkel Kaufmann und Simone Rapp - nicht voll einsatzfähig waren. Bei Daniel Gordon - eine Wunderheilung. Nur fünf Tage nachdem der KSC einen Muskelfaserriss beim Abwehrspieler vermeldete, kam der zum Einsatz.

"Gordi" lieferte insgesamt eine gute Leistung ab. Eichner hatte im Mittelfeld taktisch erneut auf eine Raute gesetzt, das klappte ganz gut. Aber: die Wildparkprofis ließen vorne gute Gelegenheiten am Fließband aus, und zeigten in der Defensive Unkonzentriertheiten. Beim ersten Tor gab der ansonsten gute Philipp Heise nur Begleitschutz, bei Gegentreffer Nummer zwei stimmte die Abstimmung und Staffelung bei der Innenverteidigung nicht. Das Mittelfeld war komplett zu weit aufgerückt.

Die Karlsruher Mannschaft bejubelt den Treffer zum 2:2 durch Simone Rapp (M).
Die Karlsruher Mannschaft bejubelt den Treffer zum 2:2 durch Simone Rapp (M). | Bild: Uli Deck/dpa

Eichner beschönigte nichts: "Das Verhalten von uns beim zweiten Gegentor war nicht zweitligatauglich." Der KSC Coach strahlte freudig, als er erklärte: "Die bessere Fußballmannschaft hat das Spiel gewonnen." Mit statistischen Werten, die er eigentlich gar nicht so mag, belegte er seine Aussage: "27 zu acht Torschüsse, 70 Prozent Ballbesitz. Dazu fünf Kilometer mehr gelaufen als Sandhausen."

Breithaupt: "Es wird keine einfache Saison"

Exakt spulten die Karlsruher 107,64 Kilometer ab, der Gast brachte es auf eine Laufleistung von 102,95 Kilometern. Was die Karlsruher bei großer Hitze von über 30 Grad ablieferten, belegt: Dieses Team ist absolut fit! Nur so konnte wieder einmal ein Rückstand weggesteckt werden. "Das müssen wir diese Saison zeigen, denn es wird keine einfache Saison", so der junge Tim Breithaupt, der im Mittelfeld wieder ein enormes Laufpensum abspulte.

Er erklärte zudem: "In dieser Liga ist es ganz wichtig, dass man mit Rückschlägen umgehen kann und das zeichnet unsere Mannschaft aus, das haben wir schon oft gezeigt." Jetzt setze man alles daran, "dass wir nächste Woche wieder einen Dreier einfahren." Mit dem Heimsieg im Rücken, der die Badener auf Rang 13 führte - man ist nur noch drei Punkte vom vorderen Mittelfeld entfernt - kann man selbstbewusst nach Regensburg fahren.