Seine aktuelle Situation beim KSC ist schwierig. Vorsichtig ausgedrückt. Lukas Fröde ist momentan von einem Stammplatz, den er lange innehatte, weit weg. In der laufenden Saison brachte es der defensive Mittelfeldspieler auf zwei Einsatzminuten.

Kaum Einsätze für Fröde

In den letzten neun Monaten stand er in Liga zwei nur in zwei Partien 90 Minuten auf dem Platz. Beim Saisonabschluss in Heidenheim, zuvor im Dezember 2020 gegen Fortuna Düsseldorf. Vor ein paar Tagen im Pokal in Lotte reichte es für 21 Minuten.

Lukas Fröde (KSC 4)
Lukas Fröde (KSC 4) | Bild: ka-news.de

Klar, dass der 26-Jährige damit nicht zufrieden ist. Zwar trainiert er noch immer mit großer Motivation und sagt: "Ich muss mit dieser Situation umgehen. Ich bin erfahren genug, um zu wissen, dass es im Fußball in jede Richtung sehr schnell gehen kann", aber: Dass er im defensiven Mittelfeld mit dem gesetzten Kapitän Jerome Gondorf, Marvin Wanitzek und Nachwuchsmann Tim Breithaupt, große, ja im Moment schier unüberwindliche Konkurrenz hat – weiß er.

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Dann: Vor ein paar Tagen ergab sich eine Möglichkeit, aus diesem Dilemma rauszukommen. Ein renommierter wie ambitionierter Zweitligist aus dem Norden Deutschlands hatte nach Informationen von ka-news.de Interesse an einer Fröde-Verpflichtung und hat das dem KSC mitgeteilt. Obwohl die KSC-Verantwortlichen sich fair verhielten und Fröde keinen allzu großen Stein in den Weg legen wollten - kam es zu keiner Einigung. Der Fröde Abgang platzte.

Fröde sagt nichts zum Gerücht

Wohl vor allem, weil es in Corona-Zeiten für alle Clubs nicht einfach ist, eine auch noch so moderate und nachvollziehbare Ablöseforderung zu erfüllen. Dass der KSC den Mittelfeldspieler, der im Wildpark noch einen Vertrag bis 2023 hat, nicht ablösefrei ziehen lässt - ist logisch.

Lukas Fröde (KSC 4) im Kopfballduell um den Ball
Lukas Fröde (KSC 4) im Kopfballduell um den Ball | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Fröde zum Angebot: "Kein Kommentar." Er würde sich "auf die nächsten Spiele mit dem KSC konzentrieren", sagt er und ergänzt, mit Blick auf die aktuelle Situation, mit voller Überzeugung: "Aufgeben ist keine Option." Auch dass er bei einem Wechsel in den Norden nicht nur enorm größere Einsatzchancen gehabt hätte, sondern auch näher bei der Familie gewesen wäre, lässt er unkommentiert, bestätigt aber, dass seine Schwiegereltern in Bremen leben.

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Für wen die Schwiegereltern am Samstag, wenn der KSC den SV Werder empfängt, die Daumen drücken, "darüber haben wir noch gar nicht geredet." Die Partie gegen den Erstligaabsteiger ist für Fröde ein "ganz besonderes Spiel." Er war acht Jahre bei den Werderanern.

"In mir steckt immer etwas Werder"

"Ich habe dort eine sehr wichtige und lange Zeit verbracht. Mit 14 Jahren bin ich ins Internat eingezogen. Damals noch mit freiem Blick auf den Platz. 2009 bin ich hin und habe 2017 Werder verlassen. Da wurde ich ausgebildet, sozialisiert. In mir steckt immer etwas von Werder." Aber: Dass er den Anpfiff gegen den Ex-Club auf dem Rasen erlebt ist nicht sehr wahrscheinlich. Er sagt aber: "Man weiß nie." Er würde alles geben, um dem Trainer die Entscheidung schwer zu machen. Es ist auf alle Fälle für ihn ein ganz besonderes Spiel.

Leon Jensen (KSC 6) am Ball im Zweikampf mit Lukas Fröde (KSC 4)
Leon Jensen (KSC 6) am Ball im Zweikampf mit Lukas Fröde (KSC 4) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie.de

Denn: Er kennt noch viele Gesichter bei den Grün-Weißen. Unter anderem Maximilian Eggestein, Nicklas Füllkrug und auch Torhüter Michael Zetterer. "Dazu die handelnden Personen Clemens Fritz und Frank Baumann."

Er hoffe von ganzem Herzen, "dass man dort einen guten, schnellen Wiederaufbau hinbekommt, und dass Werder zurückkommt. Das muss einfach so sein." Dennoch sei eines klar: "Dass ich gegen Werder gewinnen will ist selbstverständlich. Ich habe die letzten Jahre mit Werder gelitten - aber jetzt muss der Dreier an den KSC gehen."