Finanzielle Entlastung, wirtschaftlich für die Zukunft gerüstet sein und sich neu aufstellen - das will der Karlsruher SC mit der Ausgliederung seiner Lizenzspielermannschaft sowie der U19- und U17-Mannschaft aus dem eingetragenen Verein in einen wirtschaftlichen Betrieb.

Ausgliederung des KSC

Doch damit die Ausgliederung gelingen kann, ist der Verein auf die Zustimmung seiner gut 7.300 Mitglieder angewiesen. Am kommenden Samstag, 29. Juni, um 11 Uhr (Einlass ab 9.30 Uhr), sollen die in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im heimischen Wildparkstadion für oder gegen die Umstrukturierung der Profis abstimmen können. Mindestens eine Dreiviertelmehrheit - also 75 Prozent der Stimmen - braucht der KSC, damit die Ausgliederung rückwirkend zum 31. Dezember 2018 durchgeführt werden kann. 

Wie stimmen die Mitglieder ab, die nicht im Stadion sein können?

Stimmberechtigt sind alle KSC-Mitglieder ab 18 Jahren, die mindestens seit vier Monaten, also seit dem 28. Februar, im Verein sind. Hinzu kommt allerdings: Wer abstimmen will, muss persönlich im Stadion anwesend sein. Doch was machen die Mitglieder, die es am Samstag nicht ins Stadion schaffen oder gerade im Sommerurlaub weilen? Können die ihre Stimme dann etwa nicht abgeben?

Nein, Alternativen gibt es nicht - das bestätigen sowohl Geschäftsführer Michael Becker als auch KSC-Sprecher Florian Kornprobst gegenüber ka-news.de. "Dass eine Person mit einer Vollmacht abstimmt oder per Briefwahl wählt, ist nicht möglich", erklärte Becker bereits im Rahmen eines Infoabends über die Ausgliederung. Das ist so in der Satzung des KSC verankert. "Jedem, der der Verein wichtig ist, sollte persönlich vor Ort sein und seine Stimme abgeben", so Florian Kornprobst gegenüber ka-news.de.

KSC-Geschäftsführer Michael Becker ist seit 2018 im Amt.
KSC-Geschäftsführer Michael Becker ist seit 2018 im Amt. | Bild: Karlsruher SC

Wer es allerdings doch zur Abstimmung ins Wildparkstadion schafft, muss seinen Mitgliedsausweis und den Personalausweis mitbringen - eine elektronische Prüfung wird am Eingang vorgenommen. Der Zugang zur Mitgliederversammlung erfolgt am Aufgang zur Haupttribüne, bei Block F10. Während der Versammlung soll neben der Abstimmung zudem noch Zeit für weitere Informationen sowie Diskussionen zum Thema Ausgliederung sein.

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ka-news-Hintergrund: Ausgliederung
Es gilt den Karlsruher SC für die Zukunft fit zu machen. Der wirtschaftliche Teil des eingetragenen Vereins würde bei positiver Abstimmung in eine Kapitalgesellschaft (KG) ausgelagert werden, da sich ein e.V. laut BGB nicht wirtschaftlich betätigen darf.

Die Ausgliederung der Profifußball-Abteilung auf eine KG führt zu einem leichteren Zugang zu externen Kapitalquellen. Nach der 50+1-Regel muss der Mutterverein mindestens 50 Prozent der Stimmanteile zuzüglich einer Stimme an der KG halten. Zu dieser Regel bekennt sich der KSC im Rahmen seiner Satzung.