Kurz vor Transferschluss war es soweit: Am Montag meldet der KSC Vollzug und leiht Kevin Wimmer von Stoke City bis zum Saisonende aus. Der Österreicher soll die durch die Verletzung von Philip Heise entstandene Lücke hinten links in der Viererkette schließen. In seiner ersten Einheit mit der Mannschaft am Donnerstagvormittag hat Wimmer dann auch schon direkt die Möglichkeit, sein Können als linker Verteidiger unter Beweis zu stellen.

Einspielen für das Wochenende? 

Gemeinsam mit Youngster Bastian Allgeier und den Stammkräften Robin Bormuth und Christoph Kobald bildet der zweite Winterneuzugang die Viererkette vor Marius Gersbeck und später Paul Löhr im Elf-gegen-Elf.

Xavier Amaechi (l.) und Kevin Wimmer sind beide bis Saisonende an den KSC ausgeliehen.
Xavier Amaechi (l.) und Kevin Wimmer sind beide bis Saisonende an den KSC ausgeliehen. | Bild: Carsten Kitter

Im Trainingsspiel bekommt es der 28-Jährige dann meist mit HSV-Leihgabe Xavier Amaechi zu tun. Und sogleich fällt auf: Wimmer erledigt seine Defensivaufgaben unaufgeregt, gibt sogar schon erste Kommandos für die Kollegen. Auch in der Offensive glänzt der Österreicher und legt nach einer Flanke ein Tor per Kopf vor - ein vielversprechender Beginn auf einer Position, die nicht unbedingt zu Wimmers Spezialität gehört.

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"Meine Hauptposition ist schon Innenverteidiger, aber ich kenne die Linksverteidiger-Position von früher aus der Nationalmannschaft und es ist für mich nichts Ungewöhnliches. Ich denke, ich kann beides gut spielen", erklärte der ehemalige österreichische Nationalspieler im Gespräch mit ka-news.de nach seinem ersten Training. 

Aus der Quarantäne auf den Platz

Ein erstes Training, auf das der Neuzugang ein wenig länger warten musste als gewünscht. Nach seiner Ankunft aus dem vereinigten Königreich musste Wimmer ein paar Tage in Quarantäne verbringen. Er sei dafür aber nun umso glücklicher, endlich mit den neuen Kollegen auf dem Platz zu stehen, sagt er.

Christian Eichner erklärt Wimmer seine Vorstellungen.
Christian Eichner erklärt Wimmer seine Vorstellungen. | Bild: Carsten Kitter

"Ich bin froh endlich alle kennenzulernen. Die Jungs und die Trainer machen einen sehr guten Eindruck und haben mich gut aufgenommen. Ich fühle mich schon wohl und das erste Training war auch gut. Ich freue mich auf die nächsten Tage und Wochen und bin glücklich, hier zu sein", so Wimmer. 

"Habe ein gutes Gefühl, dass ich der Mannschaft schnell helfen kann"

Ist der Neuzugang nach gelungener Integration nun schon ein Kandidat für die Startelf am Sonntag gegen Jahn Regensburg? Bis zum Wochenende wird sich Cheftrainer Christian Eichner darüber sicherlich den Kopf zerbrechen.

Immerhin fallen mit Heise und Dirk Carlson die beiden ersten Alternativen länger aus. Youngster Jannis Rabold erledigte nach seiner Einwechslung den Job als Linksverteidiger zwar gut, ihm fehlt es aber an Erfahrung. 

Kraft tanken: Nach einer kurzen Trinkpause ging es direkt weiter.
Kraft tanken: Nach einer kurzen Trinkpause ging es direkt weiter. | Bild: Carsten Kitter

Kevin Wimmer selbst sieht sich für diese Aufgabe bereit: "Abgesehen von den paar Tagen in Quarantäne war ich immer im Training, fühle mich also gut und habe ein gutes Gefühl, dass ich der Mannschaft schnell helfen kann." Ein Manko, welches gegen Wimmer spricht: fehlende Spielpraxis.

Der ehemalige Kölner und Hannoveraner kommt in dieser Saison nur auf fünf Einsätze (allerdings alle über 90 Minuten) für die zweite Mannschaft von Stoke City. Sein bislang letztes Profispiel bestritt Wimmer am 7. März 2020 als Leihspieler von Royal Excel Mouscron in der belgischen Jupiler Pro League.

Bis Sommer - oder doch länger?

Für Wimmer ist der KSC die nun dritte Leihstation seit seinem 19,4 Millionen schweren Wechsel von Tottenham Hotspur zu Zweitligist Stoke City. Wohl auch deswegen wünscht sich der neunfache Nationalspieler, mit der Zeit auf der Insel endgültig abzuschließen. "Ab Sommer habe ich nur noch ein Jahr Vertrag bei Stoke. Dann würde ich das Kapitel gerne beenden", sagt er im Gespräch mit ka-news.de. 

Kevin Wimmer freut sich jetzt beim KSC zu sein und kann sich auch einen längeren Verbleib vorstellen.
Kevin Wimmer freut sich jetzt beim KSC zu sein und kann sich auch einen längeren Verbleib vorstellen. | Bild: Carsten Kitter

Hat der KSC also sogar längerfristig die Chance auf einen hochwertigen Verteidiger zum kleinen Preis? Immerhin hat Wimmer sein Können schon in der Bundesliga für Köln und danach bei den Spurs in London unter Beweis gestellt.

Für den 28-Jährigen durchaus denkbar: "Wir hatten ja schon im vergangenen Sommer gute Gespräche und ich wäre auch schon da gekommen, das hat aber leider nicht geklappt. Ich kann mir auch vorstellen, länger als bis zum Saisonende hier zu bleiben. Was hier beim KSC entsteht, ist richtig gut."