"Bis November dieses Jahres bleibt die Skulptur noch an ihrem jetzigen Platz", sagt Fabian Roth, Pressereferent des KSC Ende August gegenüber ka-news.de. Danach wird das Wahrzeichen nie wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkehren.

Kein Grund für Beunruhigung der KSC-Fans - ihre Skulptur soll an einem neuen Standort, nämlich im Süden des neuen Wildparkstadions, wieder aufgestellt werden. Hier finden auch die KSC-Fans nach dem Stadionumbau ihre neue Heimat - hinter dem Tor im Süden wird die neue Fankurve entstehen.
Neue Heimat: Süden des Stadions
Bei der Planung des neuen KSC-Stadions hatten sich die Verantwortlichen aus Sicherheitsgründen für den Tausch der Fanblöcke entschieden. Die Gäste werden im neuen Stadion in der Nordkurve stehen, der Gästeparkplatz wird sich auf der Fläche des alten Amateurstadions finden.
Bevor der "Nackte Mann" am neuen Standort wieder aufgebaut wird, erhält er eine Generalüberholung. Seit über 60 Jahren begrüßt die Statue die Besucher des Wildparkstadions - bei jedem Wind und Wetter. "Der 'Nackte Mann' hat einen ganz hohen Stellenwert bei den Fans. Er ist Treffpunkt, Anlaufpunkt und gehört einfach zum Wildparkstadion", sagt Thommy Grimm, Sprecher aller KSC-Fanclubs, gegenüber ka-news.de.

Geschaffen wurde die Steinfigur von Emil Sutor, einem Bildhauer aus der Region, der die Statue dem Karlsruher SC geschenkt hat. Da die Skulptur des "Nackten Mannes" die Form eines Sportlers hat, wurde und wird sie auch heute noch "Schlotter-Beck" genannt.

In Erinnerung an den ehemaligen Mittelstürmer des KSC: Heinz Beck. Der torgefährliche Angreifer erzielte in der damals erstklassigen Oberliga Süd in 163 Ligaspielen 114 Tore. 1956 holte er mit den Blau-Weißen den DFB-Pokal - ein Jahr später wurde er mit 34 Treffern Oberliga-Torschützenkönig.
"Gehört zum Wildpark wie die Bratwurst zum Fußballspiel"
"Er gehört zum Wildpark wie der KSC und die Bratwurst zum Fußballspiel am Samstagmittag", sagt Supporters-Vorsitzender Marco Fuchs im Gespräch mit ka-news.de.

Er sieht die Skulptur auch als großartiges Symbol für den Verein. "Widerstandsfähig trotzt er dem Wetter. Hat jahrzehntelang Spieler, Funktionäre und Fans kommen und gehen sehen - Erfolge gefeiert und Niederlagen weggesteckt. Er ist ein Teil der Tradition", so Fuchs.

Ab November werden die KSC-Fans jedoch eine Weile ohne ihren "steinernen Freund" auskommen müssen. Er wird eingelagert und nach Fertigstellung des neuen Fußballstadions wieder aufgestellt. Wenn die Statue abgebaut wird, könnte sie auch eine Generalüberholung erhalten.

"Der KSC, dem die Statue gehört, hat nach Absprache mit dem Denkmalschutz bei einem Steinmetz beziehungsweise Restaurator eine sogenannte Schadenskartierung und einen restauratischen Befund in Auftrag gegeben", so Melanie Herlan vom Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark (Eibs) Mitte August, auf Nachfrage von ka-news.de.

"Während der Einlagerung wird eine Restaurierung durchgeführt", sagt Fabian Roth gegenüber ka-news.de. Das bedeutet: Ein Steinmetz wird sich den "Nackten Mann" genauer anschauen und entscheiden inwiefern er restauriert werden muss.

Was dabei dann genau gemacht wird, wird sich zeigen. Dass das einige Zeit in Anspruch nehmen kann, weiß ein Steinmetz aus der Region im Gespräch mit ka-news.de. "Als erstes müssen die Schäden genau begutachtet werden und eine erste kleine Reinigung durchgeführt werden. Das Ziel ist es so viel wie möglich von der ursprünglichen Substanz zu erhalten."

"Eine Restaurierung von Steinskulpturen kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Man will dem Objekt ja was Gutes tun und nicht schnell und schlecht arbeiten. Sorgfalt ist dabei sehr wichtig - vor allem wenn es sich wie im Fall vom "Nackten Mann" um ein denkmalgeschütztes Objekt handelt", so der Experte im Gespräch mit ka-news.de.

Umso größer wird dann die Freude bei den Fans wohl werden, wenn ihr stummer Freund sie dann wieder vor dem dann neuen Stadion begrüßen wird. Bislang ist die Eröffnung des Stadions für Mai 2022 geplant. Dann könnte "Schlotter-Beck" seinen neuen Platz im Süden des Stadions beziehen.