Herr Gersbeck, wurde auf der Heimfahrt nach dem 3:0-Sieg in Aue das Lied: "Und wir steigen niemals ab!" gesungen?

(lacht): Nein, wir haben etwas entspannte Musik gehört.

Aber nach diesem Auswärtserfolg scheint der Klassenerhalt doch sicher, da wäre dieser Song angemessen gewesen, oder?

Sicher ist nichts. Wir haben eine sehr gute Ausgangssituation. Das 3:0 war ein extrem wichtiger Sieg, aber auch durch den gibt es keine Garantie, dass wir in der Liga bleiben.

Na ja – drei Punkte in sieben ausstehenden Spielen sollten doch sicher machbar sein, oder?

Wie gesagt, wir haben eine gute Ausgangsposition.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält die Torchance aus dem letzten Freistoß.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält die Torchance aus dem letzten Freistoß. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Sie haben eine Verletzung an der Hand. Man las davon, möglicherweise sei eine Operation nötig. Wie ist da der Stand der Dinge? 

Ich kann spielen, das ist das Wichtigste. So weit ist alles in Ordnung. Wenn wir die Marke erreicht haben, dass wir nicht mehr absteigen können, dann wird alles nochmals ganz genau angeschaut und dann sehen wir aufgrund der vorhandenen Fakten weiter.

Kommen wir zu einem anderen Thema: Zu ihrem Konkurrent Markus Kuster haben Sie ein hervorragendes Verhältnis, das ist unter Torhütern nicht immer der Fall.

Das stimmt. Kusters Vertrag läuft beim KSC Ende der Saison aus.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35, l.) mit Torwart Markus Kuster (KSC 1).
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35, l.) mit Torwart Markus Kuster (KSC 1). | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Reden Sie mit ihm über die kommende Saison?

Wir sind echte Freude geworden und da spricht man auch schon mal über so etwas.

Und was wird gesprochen? Verlässt er den Wildpark? 

Das sind Dinge, die intern bleiben, dazu äußere ich mich nicht. Dazu müssen Sie bitte Markus selbst fragen.

Egal ob Kuster bleibt oder geht: Bleiben Sie gesund, sind Sie in einer komfortablen Situation, denn dann sind sie im KSC-Tor gesetzt.

Das muss der Trainer entscheiden. Ich glaube und hoffe, dass ich viele, viele Pluspunkte für mich sammeln kann.

Das Ziel in der laufenden Spielrunde - "eine sorgenfreie Saison spielen" - ist erreicht. Was kommt nun?

Es ist wichtig, dass man eine Entwicklung im Verein sieht. Das heißt, dass es natürlich immer ein großes Ziel ist, die Klasse zu halten, aber dass man auch das Ziel hat, nicht auf Rang 11 bis 15 zu stehen, sondern in der ersten Hälfte der Tabelle. In diese Richtung müssen wir eine Konstanz reinbringen. Es geht darum, so viel wie möglich Punkte zu sammeln, um den Verein so attraktiv wie möglich zu machen.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) zuversichtlich beim Aufwärmen.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) zuversichtlich beim Aufwärmen. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Das heißt: Egal, gegen wen es geht, egal, wie viele Punkte man hat - man will gewinnen?

Damit hältst du nicht nur die Zuschauer, damit holst du neue Fans dazu, damit wird der Club für neue Spieler interessanter - das ist extrem wichtig. Das gehört zur Außendarstellung des Vereins - und die ist elementar wichtig. Jeder beim KSC profitiert von einer positiven Entwicklung.

Das bedeutet: Gewinnt der KSC das kommende Spiel gegen Düsseldorf, sind 40 Punkte auf der Habenseite, der Klassenerhalt ist dann in trockenen Tüchern. Danach geht es darum, den Verein weiter zu entwickeln?

Genau so ist es. Immer entwickeln, immer verbessern.

Torjäger Philipp Hofmann will sich verbessern, er will in der kommenden Saison in die 1. Bundesliga - Sie auch? 

Ich habe noch einen Vertrag beim KSC.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) schießt den Ball.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) schießt den Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Aber man könnte doch mit dem KSC das Ziel Aufstieg in die 1. Bundesliga haben? Dann beginnt die neue Saison eben mit diesem neuen Ziel.

Vor zwei Jahren waren wir froh, dass der KSC nicht in die Insolvenz musste, dass wir weiterspielen konnten. Vor diesem Hintergrund kann ich nicht das Ziel nennen, dass ich nächste Saison in der 1. Bundesliga spielen will. Das ist ein Problem hier, dass im Umfeld sehr schnell sehr viel erwartet wird, dass man schnell euphorisch wird.

Denn: Wenn wir mal drei Spiele nicht gewinnen, dann ist es fast sicher, dass der KSC absteigen wird. Und: Wenn man dann gewinnt, so wie jetzt in Aue, dann muss man wohl lesen, dass der KSC noch diese Saison aufsteigt. Bodenständig und realistisch bleiben. Diese Schwankungen sind hier enorm.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) kommt ins Stadion
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35, v.), im Hintergrund rechts daneben Philipp Hofmann. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Aber: Ich bin entspannt. Ich freue mich über jede Saison, in der dieser Verein in der zweiten Liga spielt. Natürlich sollte man daran denken, irgendwann aufzusteigen, aber das sollte man sich im Moment in weiter Ferne anschauen.

Sind Sie auch so entspannt, was die Zukunft von Tormaschine Philipp Hofmann angeht?

Ja, denn das ist nicht meine Baustelle. Jeder hier hofft, dass er - aus welchen Gründen auch immer - hier bleibt. Jeder hier würde sich darüber riesig freuen. Seine Leistung spricht für sich, er ist für uns enorm wichtig – aber er ist natürlich für viele andere Vereine attraktiv. Es wäre wunderschön, wenn er bleiben würde.