Er hat ein großes Herz, das im blau-weißen Takt schlägt. Der 27 Jahre alte Angreifer Philipp Hofmann fühlt sich wohl im Badischen, hat einen guten Draht zu den Fans. Das belegt eine tolle Geste. Nach dem Schlusspfiff der Partie gegen die Hessen rannte er dahin, wo im Normalfall die KSC-Fans stehen und die Mannschaft immer unterstützen.

Corona gerechte Torjubel mit dem Ellenbogen nach dem 1:0 Tortreffer für Philipp Hofmann (KSC 33).
Corona gerechte Torjubel mit dem Ellenbogen nach dem 1:0 Tortreffer für Philipp Hofmann. | Bild: Markus Gilliar (GES-Sportfoto)

Hofmann verbeugte sich vor der leeren Tribüne, als ob die Fans dort stünden - in Gedanken bei den KSC-Anhängern, die so oft der 12. Mann waren, so oft ihre Lieblinge unterstützten. Dann: eine La Ola-Welle mit den nicht vorhandenen Fans. Bewegende Momente. Der Top-Torschütze hat seine Unterstützer nicht vergessen, auch wenn die nicht vor Ort sein durften.

"Haben absolut verdient gewonnen"

Das 2:0 gegen Darmstadt, bei dem er das wichtige 1:0 markierte, machte ihn überglücklich. "Ich war überrascht, dass ich so viel Platz hatte und den Ball einfach reinschieben konnte. Der Treffer war enorm wichtig und ist genau in der richtigen Phase gefallen und dann haben wir absolut verdient gewonnen. Die Vorbereitung auf die Partie war für jeden schwer, aber wir haben heute alles von der ersten Minute an sehr gut umgesetzt und super Chancen rausgespielt."

Philipp Hofmann (KSC 33) im Lauftraining.
Philipp Hofmann im Lauftraining. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Vor allem die mentale Einstellung auf das erste Spiel nach der Corona-Pause sei schwierig gewesen. "Aber wir haben es von Anfang an geschafft uns zu fokussieren und konnten Chancen herausspielen. Daher war es ein verdienter Sieg." Nach so langer Zeit ohne Pflichtspiel sei das ein super Gefühl gewesen.

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"'Eiche' ist in seinen Ansprachen sehr emotional"

"Wir waren gut vorbereitet, haben alles auf dem Platz gut umgesetzt. Es freut mich, dass wir uns belohnt haben. 'Eiche' ist in seinen Ansprachen sehr emotional, er macht das richtig gut", lobt Hofmann den jungen Cheftrainer Christian Eichner, fügt dann hinzu: "Wir brauchten nicht viel an Motivation, wir waren alle heiß", sprudelt es aus Hofmann, der eigentlich mehr ein Vertreter der ruhigen Zunft ist, heraus.

Philipp Hofmann (KSC 33)
Philipp Hofmann. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Zwölf Tore hat er in Liga zwei in dieser Saison schon erzielt, dazu vier Treffer vorbereitet. Lieblingsgegner bisher: Die Darmstädter Lilien. Dreimal trat er gegen die 98ger an - dreimal traf er ins Lilientor: Zuerst beim Hinspiel am Darmstädter Böllenfalltor, das 1:1 endete, dann beim DFB-Pokalspiel, das der KSC im Oktober 2019 mit 1:0 gewann, erzielte er das Siegtor. Jetzt, beim 2:0, brachte er die Badener in Führung.

"Weitermachen, nachlegen"

Dass er richtig gut Fußball spielen kann und immer alles gibt, belegen zwei Spieldaten: Seine Passquote liegt meist über 70 Prozent, die Zweikampfquote auch. Gegen Darmstadt gewann er beeindruckende 75 Prozent aller Duelle.

Für einen Stürmer ist das ein absoluter Topwert. Bei allem Erfolg - Hofmann dämpft die Euphorie. "Der Sieg war prima, aber jetzt geht es wieder von vorne los. Für uns war das ein Superstart, aber jetzt heißt es: Gegen Bochum - weitermachen, nachlegen."