Lob vom gegnerischen Trainer? Das gibts selten für einen Profi. Kyoung-Rok Choi, der 25 Jahre alte Südkoreaner in Diensten des KSC, konnte sich über solch eine verbale Auszeichnung freuen.

Lob von Koschinat

Nach dem 3:0 Sieg des KSC im Badenderby gegen den SV Sandhausen lobte Gästetrainer Uwe Koschinat den KSC Mittelfeldlenker für dessen Startelfdebüt: "Wir haben lange keinen Zugriff auf Choi gefunden, konnten dessen Zuspiele nicht unterbinden."

Handshake vor dem Spiel zwischen Kyoung-Rok Choi (KSC 11) und Marco Djuricin (KSC 17).
Handshake vor dem Spiel zwischen Kyoung-Rok Choi (KSC 11) und Marco Djuricin (KSC 17). | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Dass Choi so auftrumpfte, hatte einige Gründe. Einer war, dass er erstmals vom Anpfiff an auf seiner absoluten Lieblingsposition der "Zehnerposition" ran durfte. Das wiederum wurde möglich, weil das KSC Trainerteam vom bisher praktizierten 4-3-3 System abrückte und auf ein 4-2-3-1 Spielsystem umstellte. Somit wurde der Weg für den sympathischen, immer freundlichen und zurückhaltenden Choi in die Startelf frei.

Choi ersetzt Wanitzek

Aber auch, weil der eigentlich gesetzte Mittelfeld-Konkurrent Marvin Wanitzek nach einem Bänderriss noch nicht völlig fit war. Choi wurde zum Ideengeber des KSC Offensivspiels. Der technisch starke Mittelfeldspieler bewies Einsatzfreude und Laufstärke.

Das könnte Sie auch interessieren

9700 Meter legte er in 77 Spielminuten zurück. Ein guter Wert, der das belegt. "Ich spiele am liebsten auf der Zehnerposition", sagte er schon vor seinem Wechsel vom FC St. Pauli zum KSC.

Eichner zufrieden: "Gute Aktionen sind oft überragend"

Bei allem Lob: Einige Fehlpässe unterliefen dem Koreaner im zentralen Mittelfeld dann doch. Dass diese Nachlässigkeiten nicht zu Gegentoren führten, dafür kann sich Choi bei den Teamkollegen bedanken, die das clever ausbügelten.

Christian Eichner (KSC Trainer) ruft laut auf das Spielfeld.
Christian Eichner (KSC Trainer) ruft laut auf das Spielfeld. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Trainer Christian Eichner war mit Chois Leistung absolut zufrieden: "Er nimmt sich zwar immer noch Pausen. Aber das wird sicher noch besser. Er ist ein Spieler, der von zehn Aktionen schon noch einige drin hat, die nicht so gut sind. Aber seine guten Aktionen sind oft überragend."

Das könnte Sie auch interessieren

Choi habe mitgeholfen, dass der KSC gegen Sandhausen Torgefahr ausgestrahlt habe, sei zudem am ersten Treffer von Philipp Hofmann beteiligt gewesen. "Kyoung war schon zu Anfang der Saison ein absoluter Startelfkandidat. Dann hat ihn eine Verletzung zurückgeworfen. Der Auftritt gegen Sandhausen war ein guter Anfang", so Eichner.

Gegen Nürnberg wieder in der Startelf?

Dies lässt darauf schließen, dass der kleine Wirbelwind sich Hoffnungen machen kann, am Freitag im Frankenland gegen den 1. FC Nürnberg den Anpfiff auf dem Rasen erleben zu dürfen. Erneut in der Mittelfeldzentrale nominiert zu werden, das wird den sensiblen Choi freuen, das würde ihm Selbstbewusstsein geben. Und das braucht er.

Kyoung-Rok Choi (KSC 11) im Zweikampf mit Zlatan Bajramovic (KSC Co-Trainer) um den Ball.
Kyoung-Rok Choi (KSC 11) im Zweikampf mit Zlatan Bajramovic (KSC Co-Trainer) um den Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Mehr als manch anderer… Schon beim St. Pauli erklärten die Verantwortlichen: "Rok braucht Streicheleinheiten, er gehört zur sensiblen Spezies." Beim KSC bekommt er das wohl vom aktuellen Trainerteam. Ob er sich in Nürnberg dafür mit seinem zweiten Zweitligatreffer für den Wildparkklub bedankt? Versuchen wird er mit aller Macht.