Vier Keeper, zwölf Verteidiger, neun Mittelfeldspieler und drei Stürmer - das war der KSC-Kader der vergangenen Saison. Jeder Spieler bringt dabei eine andere Stärke mit, jede Position hat ihren ganz eigenen Anteil an einem erfolgreichen Match. Die Zauberformel dabei: die richtige Mischung finden. Ist das dem KSC-Trainerteam gelungen? Schauen wir uns die einzelnen Akteure noch einmal genauer an.

Die Torhüter: Aller guten Dinge sind vier

Vier Keeper kamen im Laufe der vergangenen Spielrunde beim KSC zum Einsatz. So etwas ist in der 2. Bundesliga eher selten. Marius Gersbeck war bis zu seiner Handoperation die unumstrittene Nummer eins. Trotz des Handicaps lieferte er - nach kleinen Unkonzentriertheiten zu Saisonbeginn - permanent Topleistungen ab.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35, l.) mit Torwart Markus Kuster (KSC 1).
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35, l.) mit Torwart Markus Kuster (KSC 1). | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Daher ist es nicht schwer, zu prognostizieren, dass "Gersi" auch in der kommenden Saison die Nummer eins im Tor des KSC sein wird. Sein erster Vertreter, Markus Kuster, der keinen neuen Vertrag erhält, wirkte bei seinen Einsätzen angespannt, irgendwie verunsichert.

Torwart Niklas Heeger (KSC 30)  beim Fußballtennis.
Torwart Niklas Heeger (KSC 30) beim Fußballtennis. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Als dann Eigengewächs Niklas Heeger zum Zuge kam, spielte der richtig gut, war in seinen beiden Einsätzen ein Rückhalt im Team. Auch der junge Max Weiß wusste zum Saisonabschluss gegen Heidenheim - bei seinem Profidebüt - mit Ruhe, Abgeklärtheit und Qualität zu überzeugen.

Die Abwehr: Viererkette wechsle dich

Vor den Keepern spielte der KSC nahezu immer mit einer Viererkette. Die wurde aufgrund von Verletzungen, aber auch wegen Leistungsschwankungen, oft umbesetzt. Berechtigt, wie 55 Gegentreffer belegen. 

Rechtsverteidiger anfangs: Sebastian Jung. Der Ex-Nationalspieler bot bei seinen Einsätzen absolute Topleistungen, dann der Kreuzbandriss, Meniskus-OP, Saisonende. Marco Thiede, der absolute Topallrounder im KSC-Kader, füllte die Lücke rechts in der Kette gut.

Marco Thiede (KSC 21) hat den Ball im Fokus im Zweikampf an der Auslinie gegen Denis Thomalla (Heidenheim 11)
Marco Thiede (KSC 21) hat den Ball im Fokus im Zweikampf an der Auslinie gegen Denis Thomalla (Heidenheim 11) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Thiedex" war in Sachen Einsatz und Lauffreude immer ganz, ganz vorne mit dabei. Auf dem Gebiet Flanken ist noch etwas Verbesserungspotential da. Da sich auch Thiede verletzte, wurde Ricardo van Rhijn verpflichtet.

Die Kaderplaner setzten nicht auf Eigengewächs Jannis Rabold, sondern auf einen 30-Jährigen, der vertragslos war, der ohne Spielpraxis kam und: der dann nie überzeugen konnte. Als Jannis Rabold zum Zuge kam, wirkte der um einiges stärker als van Rhijn. Rabold konnte bis auf Phasen beim Spiel in Heidenheim überzeugen.

Jannis Rabold (KSC 34) am Ball.
Jannis Rabold (KSC 34) am Ball. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

In der Innenverteidigung: Ein Wechselspiel. Neuzugang Daniel O'Shaughnessy begann stark, baute dann von Partie zu Partie ebenso stark ab, landete auf der Ersatzbank. Robin Bormuth agierte souverän, bis er wegen einer Sprunggelenks-Operation ausfiel. Gegen Ende war er erneut der Stabilisator im Abwehrzentrum.

Auch Christoph Kobald kam sehr häufig um Einsatz. Doch seine Leistungskurve ging - wie die von O'Shaughnessy - kontinuierlich bergab. Der konstanteste Innenverteidiger? Daniel Gordon! Der Routinier war durchgängig in guter Form.

Daniel Gordon (KSC 3) im Kopfballduell gegen Marvin Wanitzek (KSC 10)
Daniel Gordon (KSC 3) im Kopfballduell gegen Marvin Wanitzek (KSC 10). | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Gordi" verhinderte durch sein Kopfballstärke, dass der KSC nicht noch mehr als die schon heftigen 55 Gegentore kassierte. Felix Irorere aussagekräftig zu bewerten, ist - nach 56 Spielminuten, davon 54 gegen den phasenweise nicht wettbewerbsfähigen Absteiger Ingolstadt - nicht möglich. Philip Heise agierte - wenn er konzentriert war - gut. Zehn Torvorbereitungen - ein Topwert. Heise-Vertreter Kilian Jakob zeigte gute Ansätze.

Das Mittelfeld: Die KSC-Musterschüler

Das Herzstück des KSC-Teams ist die Dreierkette im Mittelfeld. Mit Marvin Wanitzek, Tim Breithaupt und Kapitän Jerôme Gondorf gibt sie den Takt vor, kämpft unermüdlich.

Marvin Wanitzek (KSC 10) im Duell um den Ball mit Phillip Tietz (Darmstadt 9)
Marvin Wanitzek (KSC 10) im Duell um den Ball mit Phillip Tietz (Darmstadt 9). | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Ihre Laufwerte: optimal. Das kann man von den anderen Teamteilen nicht unbedingt sagen. Marvin Wanitzek lief nicht nur viel. Er war zudem noch torgefährlich. Dieser Team-Teil präsentierte sich vergangene Saison am besten.

Der Angriff: Philipp Hofmann und die "Notgroschen"

Der KSC spielte mit einem Dreierangriff – zumindest stand das auf dem Papier. Auf dem Platz war es nur "Tormaschine" Philipp Hofmann, der konstant Klasseleistungen brachte. Die Spieler auf den offensiven Außenbahnen - egal wer es war - trumpften dagegen fast nie klasse auf. Überflieger "Hoffi" rettete dem KSC Punkt um Punkt. Seine Trefferquote? Brillant: In Liga zwei waren es 19, im DFB-Pokal zwei Tore.

Philipp Hofmann (KSC 33) im Training.
Philipp Hofmann (KSC 33) im Training. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Fabian Schleusener, meist auf der Außenbahn eigesetzt, hin und wieder auf seiner Lieblingsposition im Sturmzentrum, konnte mit sieben Toren überzeugen. Denn: "Schleuse" stand nur 13 Mal in der Startelf, durfte 1.441 Minuten auf dem Feld mitwirken. Im Pokal gelang ihm auch ein Treffer.

Und sonst? Egal ob Lucas Cueto, Fabio Kaufmann, Benjamin Goller oder Marc Lorenz - keiner konnte konstant überzeugen. Am besten präsentierten sich die "Notlösungen": Kyoung-Rok Choi und Fabian Schleusener.

Fabian Schleusener (KSC 24) am Ball im Zweikampf.
Fabian Schleusener (KSC 24) am Ball im Zweikampf. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie