Bormuth, der die Erfahrung von 13 Einsätzen in der ersten Bundesliga und 43 Spielen in Liga zwei hat, bleibt gelassen bei der Frage, ob das Lust oder Last sei. "Ganz klar: Lust und Freude. Zu hundert Prozent! Darauf freue ich mich. Wenn es nicht so wäre, wäre ich der falsche Mann. Ich will die Verantwortung übernehmen und lasse der mich auch an diesem Anspruch messen", sprudelt es aus Bormuth, der ein körperlich starker Kämpfer ist und der die direkten Duelle liebt, nur so heraus.

"Es fehlt ihm etwas an Rhythmus und Fitness"

Trainer Christian Eichner setzt auf den 1,90 Meter großen und 90 Kilogramm schweren Neuzugang, der von Fortuna Düsseldorf zum KSC wechselte. "Seine Leistungen in den Tests waren ok. Robin hat lange nicht gespielt, es fehlt ihm etwas an Rhythmus und Fitness. Aber das kommt, da bin ich absolut sicher", so "Eiche" zum Neuzugang, der sich bisher als ruhiger, verlässlicher und absolut berechenbarer Typ präsentierte.

Robin Bormuth spielt den Ball.
Robin Bormuth spielt den Ball. | Bild: Matthias Balk/dpa/Archivbild

Apropos Eichner: Über den KSC-Coach gerät Bormuth ins Schwärmen. "Ich habe jetzt einen Trainer, der auf ganz andere Weise mit mir umgeht, der unglaublich viel mit der Mannschaft kommuniziert. Anders wie ich das zuvor in Düsseldorf gewohnt war. Ich finde wie er das macht, ist sehr erfrischend, das ist ein guter Ansatz. Das ist nicht 'business as usual' - das ist etwas Besonderes."

"In den Testspielen ging es bei mir nach oben"

Dass Bormuth seit Mitte Dezember 2018 ohne echten Spielrhythmus ist, in diesen Monaten nur auf rund 20 Einsätze kam, war zu sehen. Es fehlte anfangs bei den Testspielen etwas das Timing, auch bei Zweikämpfen war hin und wieder Luft nach oben. Aber: Seine Auftritte wurden stärker und stärker.

Robin Bormuth (KSC32) schießt den Ball. beim Aufwärmen.
Robin Bormuth (KSC32) schießt den Ball. beim Aufwärmen. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

"Man muss sehen, dass es eine Weile her ist, dass ich Spiele absolviert habe. Dann ist es eine neue Mannschaft, eine neue Situation in einem neuen Verein. Man muss auch sehen, dass es bei mir in den Testspielen nach oben ging. Was die Fitness angeht: Wir sind mitten in der Vorbereitung, das ist anstrengend, aber da kommt man sicher bald in einen besseren Zustand."

"Ich habe in meiner Laufbahn nichts geschenkt bekommen"

Seine Selbstbeschreibung als Profi und als Mensch fällt demütig und selbstbewusst aus. "Ich bin ein reflektierter Mensch, ich versuche über den Fußball hinauszuschauen, etwas über den Tellerrand. Ich sehe nicht alles schwarz oder weiß. Als Profi bin ich extrem ehrgeizig. Ich habe in meiner Laufbahn nichts geschenkt bekommen, musste mir alles erarbeiten. Darüber bin ich froh, denn jetzt weiß ich es zu schätzen, dass ich Profi sein darf. Ich hoffe mit meiner Art und Weise Fußball zu spielen, dem Verein helfen zu können."

Robin Bormuth (KSC32) beim Aufwärmen.
Robin Bormuth (KSC32) beim Aufwärmen. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Wie diese "Art und Weise" aussieht, erläutert er flugs: "Da ist zuerst meine neue Rolle im neuen Verein. Ich soll Verantwortung übernehmen, aber das geht natürlich nicht alleine. Da braucht man immer ein Gerüst von Spielern, die Verantwortung tragen. Da würde ich mich dazuzählen, das ist mein Anspruch. Ich will die Abwehr lautstark dirigieren, will die Kommandos geben, will etwas ausstrahlen. Für die eigene Mannschaft - aber auch für den Gegner. Ich will klar und schnörkellos Fußball."

Robin Bormuth hat sich gut eingelebt

Obwohl er erst einige Tage beim KSC und in Karlsruhe ist, hat er sich schon ganz gut eingelebt: "Was die Mannschaft angeht, läuft das gut, denn die Jungs haben mir das sehr einfach gemacht. Was die Stadt angeht, ist das ein noch andauernder Prozess. Wir haben zu Anfang Oktober eine Wohnung in Durlach gefunden. Und: Im Vergleich zu Düsseldorf gibt es da sogar Parkplätze - das ist traumhaft. Zudem habe ich von Durlach nur Gutes gehört."

Robin Bormuth (KSC32)
Robin Bormuth (KSC32) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Nur eines empfand er als negativ: "Dass das neue Stadion noch nicht fertig ist. Ich habe das Modell, die Animation gesehen - das wird ein wunderbarer Fußballtempel. Auch architektonisch beeindruckend. Das passt zur Stadt."

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