Die Nahversorgung in Karlsruhe ist weitestgehend zufriedenstellend. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Umfrage "Einkaufen und Nahversorgung" des Amtes für Stadtentwicklung. Damit sei die Ausstattung in den Stadtteilen im Gegensatz zu 2006 im Jahr 2016 - in dem die Umfrage durchgeführt wurde - "weitaus besser".

Insgesamt haben nach Angaben der Stadt 4.625 Karlsruher Bürger im Alter von 18 bis 89 Jahren an der Umfrage teilgenommen: 65,1 Prozent davon beurteilten die Versorgung im eigenen Stadtteil mit Einzelhandelsgeschäften als "gut" oder "sehr gut" - lediglich 11,2 Prozent als "schlecht" oder "sehr schlecht".

So fasst die Stadt zusammen: "Über zwei Drittel (68,9 Prozent) der Befragten fehlt es an nichts, 31,1 Prozent geben an, dass ihnen in ihrem Stadtteil oder ihrer Wohnumgebung Lebensmittelangebote fehlen." Am häufigsten würden Metzger oder auch Bioläden vermisst.

Situation in Höhenstadtteilen soll verbessert werden

Die positivere Bewertung des Einzelhandels-Angebots im Gegensatz zu 2006 ist nach Angaben der Stadt flächendeckend im Stadtgebiet ausgefallen - Ausnahme bilden nur die Höhenstadtteile. So haben in Stupferich und Palmbach ungünstige Bewertungen zugenommen.

Das untermauern die gesamten Ergebnisse: Insgesamt liegen 13 der 27 Karlsruher Stadtteile unter dem Karlsruher Bewertungsdurchschnitt von 65,1 Prozent. "Hier fallen vor allem Hohenwettersbach (71,7 Prozent "schlecht" oder "sehr schlecht") und Stupferich (69,6 Prozent "schlecht" oder "sehr schlecht") ins Auge", erläutert die Stadt in ihrer Auswertung.

Nach Weiherfeld-Dammerstock (35,3 Prozent) folgen die Höhenstadtteile mit Werten um 30 Prozent mit "schlecht" und "sehr schlecht", heißt es weiter. Um die Situation zu verbessern seien in Hohenwettersbach und Grünwettersbach allerdings neue Märkte in Planung.

 

Karlsruher mit Dienstleistungen noch zufriedener

Das Angebot der Dienstleistungen bewerteten die Befragten besser als die Nahversorgungssituation: Fast 70 Prozent beurteilten sie mit "gut" oder "sehr gut", 24,6 Prozent als "befriedigend", 5 Prozent als "schlecht" und 1,3 Prozent als "sehr schlecht".

Das gelte auch für die Höhenstadtteile: "Die aus Sicht der Bürger schlecht mit Dienstleistungen ausgestatteten Stadtteile sind teilweise andere als die mit Einzelhandel unzureichend versorgten", resümiert die Stadt. Das bedeutet: In den Höhenstadtteilen fällt die Bewertung der Dienstleistungen besser als die des Einzelhandels aus.

Supermarkt und Discounter am häufigsten besucht

Die Ergebnisse der Umfrage verraten auch Details zum Einkaufsverhalten der Karlsruher: So sei der Supermarkt der am häufigsten besuchte Ladentyp für Lebensmitteleinkäufe in der Fächerstadt. 71,7 Prozent der Befragten geben an, mindestens einmal pro Woche in einem Supermarkt einzukaufen. Im Discounter kaufen nach Angaben der Stadt 62,1 Prozent mindestens einmal pro Woche ein.

Rückgänge im Gegensatz zu den Ergebnissen aus den Jahren 2001 verzeichnet die Stadt vor allem in Bezug auf kleinere Lebensmittelläden (23, 6 Prozent) und Wochenmärkte (23, 9 Prozent). So gingen 2001 noch 79,1 Prozent in kleiner Läden zum Einkauf und 41,6 Prozent auf Wochenmärkte.

Eingekauft wird häufig zu Fuß und per Rad

Und wie kommen die Karlsruher zu ihrem Einkaufsladen? Das Ergebnis ist nach Angaben der Stadt eindeutig: "Das Auto ist mit 40,7 Prozent zwar das wichtigste Verkehrsmittel für die regelmäßigen Einkäufe, ein Anteil von 27,3 Prozent der Befragten erledigt seine Einkäufe aber meistens mit dem Fahrrad und 26 Prozent zu Fuß", heißt es im Bericht.

Dies sei eine Überraschung, denn bei der Befragung 2001 gaben nur 3 Prozent der Karlsruher an, zu Fuß einzukaufen und 6,3 Prozent mit dem Fahrrad. Mit Bus und Bahn gehen nur 4,9 Prozent der Befragten in Karlsruhe einkaufen - das sind deutlich weniger, denn 2001 gaben noch 20,3 Prozent an, den ÖPNV für den Einkauf zu nutzen.

Der verhältnismäßig hohe Anteil der Karlsruher, die ihre regelmäßigen Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen, kann laut Stadt als Indiz für den "Erfolg der Anstrengungen, die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs wohnstandortnah zu gestalten", gewertet werden.

 

Dateiname : Bericht zur Umfrage "Einkaufen und Nahversorgung"
Dateigröße : 10431214
Datum : 23.01.2018
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