Das automatisierte und vernetzte Fahren ist spätestens seit der Eröffnung des Testfeldes in Karlsruhe in aller Munde. Zwar ist die Technologie im Testbetrieb, dennoch sind noch zahlreiche Fragen noch offen und zu beantworten. Zum Beispiel, wie Kameras und Sensoren eines autonomen Fahrzeugs erkennen können, ob ein Fußgänger die Straße überqueren will? Welche Maßnahmen müssen Kommunen ergreifen, damit der steigende Verkehr autonomer Fahrzeuge fußgänger- und radfahrerfreundlich gestaltet werden kann?

Die beiden Landesministerien für Forschung und Verkehr fördern mit dem gemeinsamen Forschungs­förderprogramm "Smart Mobility" fünf Projekte, die diese Fragen nun auf dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAF BW) zwischen Karlsruhe, Heilbronn und Bruchsal beantworten sollen.

"Das autonome Fahren ist elementar für die Zukunft der Mobilität. Für den Automobilstandort Baden-Württemberg ist es überlebenswichtig, hierbei an der Spitze zu fahren", sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Mit dem Programm "Smart Mobility" gebe man Forschern im Land die Möglichkeit, in transdis­ziplinären Projekten gemeinsam an diesen komplexen Fragestellungen und den notwendigen Technologien zu arbeiten, erklärt die Ministerin weiter. 

Testfeld Autonomes Fahren in Karlsruhe

Mit den Ergebnissen des Programms Smart Mobility sollen in drei Jahren Antworten zu vielen zentralen Fragen entstehen. "Mit dem autonomen Fahren schlagen wir ein völlig neues Kapitel für die Mobilität der Menschen und den Transport der Güter auf. Es entstehen große Chancen insbesondere für den ÖPNV sowie die Verkehrssicherheit", erklärt Bauer. 

Vier der fünf ausgewählten Projekte kommen aus Karlsruhe

Aus 13 eingereichten Anträgen hat eine unabhängige Gutachterkommission fünf förderungswürdige Projekte verschiedener Hochschulen und Forschungs­einrichtungen in Baden-Württemberg ausgewählt. Vier der Fünf ausgewählten Projekte kommen aus Karlsruhe. Beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) soll geklärt werden, wie die Scheinwerferlichtverteilung eines automatisierten Fahrzeugs dynamisch variiert werden kann, um weitere Verkehrsteilnehmer auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen optimal zu erkennen.

Das Team des KIT will dazu Informationen der straßenseitigen Infrastruktur und der Fahrzeugsensorik mit der Scheinwerfertechnik des Fahrzeugs koppeln. Am Forschungszentrum Informatik (FZI) wollen Experten Konzepte und Methoden für das automatisierte Einparken entwickeln und sich Rechtlicher Fragen beim autonomen Fahren widmen. An der Karlsruher Hochschule für Technik und Wirtschaft untersucht ein Team die Chancen und Risken des Autonomen Fahrens.

Den Zuschlag für das fünfte Forschungsprojekt bekam übrigens die Universität Ulm. Hier wollen sich Fachleute mit der Interaktion zwischen automatisierten Fahrzeugen und leicht verletzbaren Verkehrsteilnehmern, wie etwa Fußgängern, auseinandersetzen.