Die Digital Media Women (DMW) existieren als eingetragener Verein auf Bundesebene seit 2010. Ihren Anfang hat die Geschichte des Frauen-Netzwerks in Hamburg: Journalistin Carolin Neumann ärgert sich in einem Tweet auf der Next-Konferenz über die vielen männlichen Speaker und vermisst starke Frauen in der Branche. Sie will das ändern - machen statt ärgern war das Motto, welches sich bis heute durch die Organisation zieht. Wenige Wochen später fanden die ersten Treffen engagierter Frauen statt. Inzwischen gibt es neun Quartiere in verschiedenen Städten: Das Jüngste gründete sich offiziell im März 2017 in Karlsruhe.

"Immer nur Männer auf dem Podium"

Treibende Gründer-Kraft ist Ute Klingelhöfer: Die 30-jährige Karlsruherin ist seit Jahren in der digitalen Welt unterwegs, unterstützt und berät Unternehmen in Sachen Webredaktion und Social Media. Seit Mai ist sie Quartiersleitung der Digital Media Women Karlsruhe. "Ich finde es schade, dass auf Veranstaltungspodien immer nur Männer sitzen", antwortet sie auf die Frage nach der Gründungsmotivation der DMW, "das ist sowohl für Zuhörer als auch für Veranstalter langweilig und einseitig. Und Mädchen und Frauen fehlen die Vorbilder, um selbst dort mitmischen zu wollen."

Die Digital Media Women prangern keine Missstände und Ungleichbehandlung von Frauen gegenüber Männern an: "Wir wollen machen, nicht meckern", sagt Klingelhöfer im Gespräch, "dabei geht es gar nicht so sehr darum, irgendwelche Wände einzureißen. Viele Männer stehen unserem Netzwerk offen und aufgeschlossen gegenüber. In der kurzen Zeit seit der offiziellen Quartiersgründung habe ich schon viele positive Rückmeldungen von Männern erhalten, die sich für uns freuen und sagten 'Na endlich!'"

Kick-Off-Veranstaltung am 6. Juli

Das DMW-Team
Die DMW-Organisation: Tanja Starck, Barbara Deppe, Karo Martus (oben, v.l.n.r.) und Andrea Bühler, Ute Klingelhöfer, Lisa Maus (unten, v.l.n.r.) | Bild: ps/Wirth

Im neuen Netzwerk geht es um mehr gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, um gegenseitige Unterstützung, Weiterbildung und Kompetenzschulung. Die Herangehensweise der ehrenamtlich tätigen Frauen an das Projekt Gleichberechtigung soll vor allem eines sein: offen, reflektiert und wegweisend. Aus diesen Gründen sind die DMW auch kein reiner Frauenverein. Männer sind hier ausdrücklich erwünscht. "Uns geht es um Diversität - nicht um Männer versus Frauen", sagt Klingelhöfer.

"Bei uns kann sich jeder engagieren, der sich für Digitalisierung interessiert", ergänzt stellvertretende Quartiersleitung Lisa Maus, "unser Ziel ist, dass jeder, der möchte, Zugang zu Wissen hat und Wissen mitgestalten kann. Die Digitalisierung ist die größte Chance für Gleichberechtigung." Die DMW wollen künftig interner und externer Ansprechpartner für die Stärkung der Frauen in Karlsruhe sein. Vorwiegend online organisiert, will sich das neue Quartier künftig alle zwei Monate bei einem Stammtisch treffen. Das erste Meet & Greet von Unterstützern und Interessenten findet am Donnerstag, 6. Juli, im Substage-Café statt.

Über die Digital Media Women in Karlsruhe

Das Quartier Karlsruhe in drei Hashtags: #breitgefächert #FemaleEmpowerment #WeMakeIT – Was der Grundriss der Stadt vorgibt, wollen die DMW auch auf Veranstaltungsbühnen und in Führungspositionen in Unternehmen sehen: Vielfalt! Ob Frau oder Mann, jung oder alt, egal, welchen kulturellen Hintergrunds.

Die DMW sind überzeugt, dass Diversität zu besseren Ergebnissen führt – doch das muss auch in den Köpfen der Entscheider in Politik und Wirtschaft ankommen. Um dies zu erreichen, bieten sich die DMW als Sparringspartner für solche an und arbeiten gemeinsam mit anderen Partnern und Netzwerken der Stadt an der Umsetzung dieser Vision.

Das Quartier auf der DMW-Homepage: https://digitalmediawomen.de/quartiere/karlsruhe
DMW Karlsruhe auf Facebook: https://www.facebook.com/groups/dmwka
Anmeldung zum Kick-Off-Treffen: bit.ly/DMWKAkickoff