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Karlsruhe: Fachkräftemangel Thema der Jahresbilanz am Klinikum: "Eine Garantie, dass wir in Zukunft genug Personal haben, gibt es nicht"

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Fachkräftemangel Thema der Jahresbilanz am Klinikum: "Eine Garantie, dass wir in Zukunft genug Personal haben, gibt es nicht"

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    Markus Heming, kaufmännischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe.
    Markus Heming, kaufmännischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe. Foto: Tim Carmele

    Von den Teilnehmern der Pressekonferenz mit besonderer Spannung erwartet: Die Entwicklung der aktuellen Neubaumaßnahmen. So konnte im September 2017 bereits die 33,2 Millionen Euro teure Energiezentrale Haus G und G2 in Betrieb genommen werden, im März folgte dann das Institutsgebäude I, dessen Bau 49,3 Millionen Euro verschlang. Das erklärt der kaufmännische Geschäftsführer des Klinikums, Markus Heming, im Rahmen eines Pressegesprächs. 

    "Das Haus M liegt im Kosten- und Zeitplan"

    Einzig die Fertigstellung des Bettenhauses M steht nun noch aus. 194,2 Millionen Euro werde das Neubauprojekt, das etwa 370 Betten und 20 Operationssäle beherbergen soll, nach Angaben des Städtischen Klinikums kosten. Was die zeitliche Umsetzung angeht ist Heming optimistisch: "Der Rohbau soll Ende September fertig sein. Am 8. Oktober wird Richtfest gefeiert!"

    In zwei Jahren wolle man das Haus bautechnisch fertiggestellt haben, 2021 soll der Betrieb starten. "Ein sportliches Programm", merkt Heming an. Auch Bürgermeister Klaus Stapf ist mit dem bisherigen Verlauf der Bauprojekte zufrieden: "Die Bauvorhaben befinden sich auf einem guten Weg. Das Haus M liegt sowohl im Kosten- als auch im Zeitplan."

    Bürgermeister Klaus Stapf
    Bürgermeister Klaus Stapf Foto: Tim Carmele

    Weitere Baumaßnahmen geplant

    Noch während der Pressekonferenz wird klar: Mit dem Bettenhaus sind die Bauvorhaben des Städtischen Klinikums Karlsruhe noch lange nicht beendet. So soll noch im November dieses Jahres mit dem Bau der Küche im Haus T begonnen werden, verrät Markus Heming. Geplante Kosten: 15,9 Millionen Euro. Nach 2020 kommen Baumaßnahmen im Bereich der Psychiatrie sowie einiger Altbauten hinzu.

    Finanziert werden sollen diese zukünftigen Vorhaben mithilfe der Stadt Karlsruhe. "Bis 2020 wird das Klinikum insgesamt 93,6 Millionen Euro als Unterstützung von der Stadt erhalten", so Bürgermeister Stapf. "Ohne das Geld wären die Baumaßnahmen nicht realisierbar."

    Kliniken wollen Personalmangel bekämpfen

    Ebenfalls großes Thema auf der Pressekonferenz am Mittwoch: Der Mangel an Pflegefachkräften. Um gegen das deutschlandweit bekannte Problem vorzugehen, wurde am 1. August das sogenannte Pflegepersonal-Stärkungsgesetz erlassen. Das sieht vor, dass schon ab diesem Jahr zusätzliche Pflegestellen von den Krankenkassen komplett refinanziert werden. So sollen die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessert und den Krankenhäusern die Kosten für weiteres Personal abgenommen werden.

    Die Bilanzpressekonferenz des Städtischen Klinikums Karlsruhe.
    Die Bilanzpressekonferenz des Städtischen Klinikums Karlsruhe. Foto: Tim Carmele

    Mehr Pflegekräfte werden vor allem in vier Krankenhausbereichen benötigt: Intensivmedizin, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie. Deshalb werden hier ab Januar 2019 sogenannte Pflegepersonaluntergrenzen eingeführt. Danach darf das Personal nicht weniger als 25 Prozent der derzeitigen vorhandenen Pflegekräfte betragen.

    Heißt konkret: Die Untergrenzen sind die maximale Patientenanzahl pro Pflegekraft. Unterschieden wird hier nach Tag- und Nachtdienst sowie nach Wochenendschichten. So sollen auf zwei Intensivpatienten eine Pflegekraft kommen.

    Wird die Grenze aber doch unterschritten, muss nachgebessert werden - entweder mit mehr Personal oder Bettenschließungen. 

    Städtisches Klinikum ist (noch) nicht betroffen

    Negativer Effekt der Regelung: Um nachzuweisen, dass die Untergrenzen eingehalten werden, benötige man einen erhöhten Dokumentationsaufwand - und damit fünf bis sechs zusätzliche Mitarbeiter, so Klinikgeschäftsführer Hans Jürgen Hennes. "Es handelt sich dabei um ein regelrechtes Dokumentationsmonster!"

    Hans Jürgen Hennes, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe.
    Hans Jürgen Hennes, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe. Foto: Tim Carmele

    Die gute Nachricht: In Karlsruhe müsse man sich darüber vorerst noch keine Gedanken machen, so Hennes. "Das Städtische Klinikum hat nach derzeitigem Stand in den Fachrichtungen eine angemessene Stellenausstattung - darüber freuen wir uns sehr. Eine Garantie, dass das immer so bleibt, können wir aber nicht geben!"

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