Die IWK in Stutensee stellt Verpackungsmaschinen her und ist dabei auf die Produktion und den Vertrieb von Tubenfüllmaschinen und Kartoniermaschinen spezialisiert. In diesem Jahr feiert das international tätige Unternehmen sein 125-jähriges Jubiläum. Wir blicken auf die Chronik des Karlsruher Weltmarktführers.
Der Weltführer im Tubenfüllen hat seinen Ursprung in Karlsruhe und noch heute seinen Sitz in Stutensee-Blankenloch. Die IWK Verpackungstechnik feiert in diesem Jahr 125-jähriges Bestehen und blickt auf eine "wechselhafte Geschichte" zurück.

Erstes Produkt: Schmerzstillende Wundsalbe
"Der 28. Juli 1893 ist das eigentliche Gründungsdatum der heutigen IWK", erzählt Svend Weidemann, Geschäftsführer der IWK im Gespräch mit ka-news, "denn an diesem Tag orderte Wilhelm Karel von Dedem, ein niederländischer Kolonialminister in Den Haag, bei der 'Deutschen Metallpartonenfabrik Karlsruhe' Maschinen und Einrichtungen zum Füllen und Verschließen von Tuben für eine Opiumfabrik im damaligen Batavia (heute Indonesien). Abgefüllt wurde eine schmerzstillende Wundsalbe." Da die Maschinen überzeugten und das zu Folgeaufträgen führte, war das der Startschuss der IWK-Erfolgsstory.

Während Weltkriege: Produktion von Waffen und Verpackungen
1896 wurde der Hauptsitz des Unternehmens nach Berlin umgelagert - das Karlsruher Werk fungierte während dieser Zeit als Zweigniederlassung. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurde die zivile Fertigung stillgelegt und ausnahmslos Rüstungsgüter produziert.
1922 wurde das Unternehmen in die "Berlin-Karlsruher Industrie-Werke AG" umbenannt und mit dem Eintritt des Großindustriellen Günther Quandt wurde der Betrieb wieder ins Badische verlegt. 1933 wurden neben Verpackungsmaschinen auch wieder Waffen produziert und der Name des Unternehmens erneut in "Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik" geändert.
Zu Kriegsende waren fast alle Produktionsstätten in Karlsruhe zerstört. Dennoch wagte Günther Quandt einen Neuanfang: 1949 folgte die Firmierung als "Industrie-Werke Karlsruhe AG" (IWK) und sechs Jahre später wurde die erste vollautomatische Verpackungslinie für Tuben entwickelt.

Mit ihr gelang der Durchbruch im Bereich Verpackungsmaschinen. Sie bestand aus der Tubenfüll- und Schließmaschine TF 2 und der Kartoniermaschine K4, zur Abfüllung von Zahnpasta. 1970 fusionierten die IWK AG und die KUKA GmbH zur "Industriewerke Karlsruhe Augsburg AG".

Neubeginn in Stutensee
Neun Jahre später erfolgte die Gründung der "IWK Verpackungstechnik GmbH" sowie der Umzug in den Stutenseer Stadtteil Blankenloch. Seit 2013 ist die IWK Teil von ATS Automation mit Sitz in Kanada. Heute ist das Karlsruher Unternehmen Weltmarktführer im Tubenfüllen und Technologieführer im Falten von Kartons.

Die IWK ist weltweit erfolgreich und verfügt über zwei Produktionsstätten in Europa und Asien. Rund 500 Mitarbeiter gehören zum Unternehmen, wovon 350 am Hauptsitz in Stutensee tätig sind. Allein 30 Mitarbeiter sind für Wartung der rund 8.000 Maschinen ständig in der Welt unterwegs.

"Gute Ideen in Kombination mit dem Pioniergeist des Unternehmens haben IWK zu einer starken, weltweiten Präsenz verholfen. Das Unternehmen ist seit Beginn dafür bekannt sich auf Innovationen zu konzentrieren und neue Wege einzuschlagen", so Weidemann.
Die Zukunft: Industrieroboter im Einsatz
Zu diesen Innovationen gehören neuerdings auch die kollaborativen Roboter - kurz Cobot - die aktuell in Stutensee im Einsatz sind. Cobots sind Industrieroboter, die mit den Menschen gemeinsam arbeiten und im Produktionsprozess nicht durch Schutzeinrichtungen von diesen getrennt sind. Sie gelten als Revolution in der Verpackungsindustrie - 2017 wurde die IWK sogar für deren Einsatz mit dem "Deutschen Verpackungspreis" ausgezeichnet.

Geschäftsführer Svend Weidemann ist überzeugt, dass diese Entwicklung die Automatisierung der Anlagen noch schneller voranschreiten lässt: Die IWK wird sich in Zukunft vom Maschinenbauer zum Provider von Lösungen entwickeln, zum Automatisierungs- und digital vernetzten Informationsexperten - das geht von der Robotisierung bis hin zur Industrie 4.0."
ka-news sprach mit IWK-Vertriebsleiter Mathias Ponzelar und IWK-Geschäftsführer Svend Weidemann unter anderem über Umweltverschmutzung durch Müll, verpackungsfreies Einkaufen und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man eine von der IWK gefertigte Zahnpasta-Tube daheim hat: Verpackungs-Spezialist IWK hat keine Zukunftsängste: "Branche wird wachsend bleiben"