Verantwortlich für das erste Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg ist ein Testfeld-Konsortium, bestehend aus Hochschulen, Städten und den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV). In der Karlsruher Oststadt haben nun die ersten Maßnahmen für den Aufbau des Testfelds begonnen. Bis 2018 sollen die ersten Fahrzeuge Zugang zum Testfeld in der Fächerstadt haben. 

Die Strecke des Testfelds führt dabei vom Karl-Wilhelm-Platz entlang der Haid-und-Neu-Straße und biegt in den Ostring ab. Vom Ostring aus führt die Strecke einerseits über die Wolfartsweierer Straße zurück zum Karl-Wilhelm-Platz, andererseits über die B10 weiter auf die Südtangente bis zur Kreuzung mit der Ebertstraße. In den nächsten Monaten wollen die Verantwortlichen Messtechnik installieren, die Analysen ermöglichen sollen. 

Testfeld-Kameras scannen Autoverkehr 

Mit den nun am Ostring installierten Kameras will das Konsortium während des Testbetriebs des Testfelds zeitweise Bilder der Verkehrssituation aufnehmen, "um die Computer-Algorithmen für die Objekterkennung an die Kreuzung anzupassen", erklärt das FZI in einer Pressemitteilung. Computer könnten besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen, zum Beispiel in der Dämmerung, oder unter unterschiedlichen Wetterbedingungen wie Regen oder Schnee nur mit komplexen, selbstlernenden Algorithmen die Umgebung erkennen. 

"Die Algorithmen, die das Testfeld-Konsortium für die Umgebungserkennung entwickelt hat, werden nun gründlich getestet, bevor das Testfeld nächstes Jahr in den Betrieb geht. Entwickler autonomer Systeme können die Daten des Testfelds später nutzen, um eigene Systeme zu testen und weiterzuentwickeln", erklärt das FZI weiter. 

Weitere Kameras in der Oststadt geplant 

Die Installation der Kameras an der Kreuzung von Ostring und Durlacher Allee wird die erste Baumaßnahme auf dem Streckenabschnitt in der Karlsruher Oststadt sein. Auch an der Kreuzung Ostring und Mannheimer Straße plant das Konsortium die Installation von Kameras. Außerdem soll die Ampelanlage mit Sensorik ergänzt werden. "Obwohl die zu installierenden Kameras und die Sensorik gut sichtbar ist, ergeben sich für Verkehrsteilnehmer und Anwohner keine Änderungen oder Einschränkungen bei der Nutzung der Straßen", versprechen die Verantwortlichen.

Die Stadt Karlsruhe veranstaltet am 6. Oktober um 17.30 Uhr ein öffentliches Bürgerforum "Testfeld Autonomes Fahren in Karlsruhe" im Bürgerzentrum "Südwerk", Henriette-Obermüller-Straße. Oberbürgermeister Frank Mentrup sowie Fachleute aus dem Konsortium des Testfelds informieren über die Vorbereitungen und den Aufbau des Testfelds in Karlsruhe.

ka-news-Hintergrund

Das gesamte Streckennetz des Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg reicht in der letzten Ausbaustufe von urbanen Bereichen mit gemischtem Fahrzeug-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr über innerstädtische Tempo- 30- und Tempo- 50-Zonen, städtische Parkhäuser, Wohngebiete, Landes- und Bundesstraßen bis hin zu Autobahnabschnitten. Als Testfeld-Strecken sind außerdem geplant: Der Hauptbahnhof und südliche Stadtteile Karlsruhes, die drei Campus des KIT, verbindende Straßen sowie Autobahnstrecken bis Stuttgart und Heilbronn sowie der Forschungscampus Bruchsal und die Testfelder für automatisierte Logistik und Nutzfahrzeuge in Bruchsal und Heilbronn.
 
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