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Karlsruhe Wenn alle E-Autos zeitgleich laden: Müssen die Karlsruher Angst vor einem "Blackout" haben?

Bis 2020 sollen eine Million E-Autos über die Straßen in der Republik rollen. Doch dazu braucht es auch die notwendige Zahl an Ladesäulen. Heißt, eine geeignete Infrastruktur muss her. Knapp 360 reine E-Autos waren am 1. Mai in Karlsruhe zugelassen, deutschlandweit mehr als 53.000 - Tendenz steigend. Doch diese Autos brauchen Strom. Was, wenn alle Karlsruher E-Autos zur gleichen Zeit geladen werden? Müssen wir uns nun Sorgen um das Stromnetz machen und Angst vor einem Stromausfall haben?

Ohne Elektroauto keine Ladesäule - ohne Ladesäule kein E-Auto. Das war lange Zeit die Ausrede, wenn es um die Anschaffung eines Stromers ging. Doch die Verkaufszahlen und Erstzulassungen von reinen E-Autos steigen kontinuierlich. Zum Stichtag 1. Januar 2018 waren in Deutschland fast 54.000 Elektrofahrzeuge angemeldet, davon entfielen 359 auf die Fächerstadt (Stand 1. Mai 2018).

Elektroauto E-Mobil
(Symbolbild) | Bild: pixabay.com/MikesPhotos

Doch was, wenn diese Fahrzeuge "tanken" müssen? Am besten natürlich über Nacht, denn dann kann man sicher sein, dass der Akku auch wirklich voll ist. Wenn allerdings zu viele E-Autos zeitgleich laden, könnte das auch Auswirkungen auf das Karlsruher Stromnetz haben. 

Stadtwerke Karlsruhe, Strom Ladestationen fuer E-Mobilitaet, Standort Kaiserplatz und Stadtwerke Verwaltung
Stecker rein und Aufladen: Den E-Autos soll die Zukunft auf den Straßen gehören. | Bild: Stadtwerke Karlsruhe

Aktuell haben die Stadtwerke Karlsruhe etwa 30 Ladesäulen über die Stadt verteilt eingerichtet. "Wir sind aber gerade erst dabei, das Ladeverhalten unserer Nutzer kennenzulernen", sagt Heiko Hembach, Leiter Betrieb und Instandsetzung bei der Netzservice-Gesellschaft der Stadtwerke Karlsruhe. "Wir verfolgen auch die Zulassungszahlen, dokumentieren unsere eigenen Ladeeinrichtungen und machen permanent Netzberechnungen!" 

Tücken der Elektromobilität: das Stromnetz

Denn das Stromnetz ist eine der Schwachstellen in der E-Mobilität. "Es muss so viel Strom produziert werden, wie auch in der Sekunde entnommen wird", erklärt Heiko Hembach. Heißt konkret: Wenn zu viel Strom gebraucht wird um das Auto zu laden oder um das Essen zu kochen, muss Strom "nachfließen". Sonst kommt es zu Schwankungen im Netz. Doch den Bedarf an Strom vorherzusagen, ist nicht einfach. "Da können wir nicht wirklich viel prognostizieren", so Hembach im Gespräch mit ka-news weiter. 

Strom Strommast
(Symbolbild) | Bild: pixabay.com © MichaelGaida

Laut Hembach könne noch kein Netzbetrieber abschätzen, wie viel die Netze vertragen. "Das hängt mit der Gleichzeitigkeit zusammen: Wenn aber alle gleichmäßig über den Tag verteilt ihr Auto laden, ist es einfacher", so Heiko Hembach gegenüber ka-news weiter. Was man bei den Stadtwerken Karlsruhe aber schon weiß: Es werden nicht alle E-Autos nach 18 Uhr gleichzeitig geladen. "Wir als Netzbetreiber in Karlsruhe sehen aktuell noch keine Schwierigkeiten im Netz!" Nun liegt es an den Versorgern, wie die Ladeinfrastruktur in Zukunft ausgebaut wird. 

Ladesäule E-Mobilität
Eine Ladesäule am Gottesauer Platz: Sie ist öffentlich zugänglich. | Bild: Jonathan Hiller
ka-news Hintergrund: In Deutschland gibt es knapp 54.000 reine Elektroautos (Stand 1. Januar 2018). Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, Fahrzeuge mit Elektroantrieb werden immer beliebter. In der Fächerstadt gibt es rund 360 reine E-Autos (Stand 1. Mai 2018). 
Doch der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinkt noch ein wenig hinterher. Um die von der Regierung geforderten 1 Million E-Autos bis 2020 auch versorgen zu können, haben Experten berechnet, dass in Deutschland 70.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung stehen. Aktuell gibt es in der Bundesrepublik allerdings nur knapp 11.000 Ladepunkte an fast 5.000 Ladesäulen (Stand September 2017). Daher will das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BVMI) bis 2020 den Aufbau von mehr als 15.000 öffentliche Ladesäulen fördern. Dafür stehen 300 Millionen Euro bereit. Das Ziel: Den flächendeckenden Aufbau einer Ladeinfrastruktur.
In Karlsruhe haben die Stadtwerke, teilweise in Zusammenarbeit mit der EnBW, 30 Ladesäulen im öffentlich Raum installiert.  Auf der Homepage der Stadtwerke Karlsruhe zeigt eine Karte, wo die Ladestationen zu finden sind: https://emobilitaet.stadtwerke-karlsruhe.de/ladestationen/going-electric
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Kommentare (32)
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  •   Torflut
    (2209 Beiträge)

    05.06.2018 13:21 Uhr
    Sehr geehrter Herr Hembach
    warum fahren Sie kein E-Auto? Warum fährt Ihre Geschäftsleitung kein Elektrofahrzeug? Natürlich, es ist die Frage der Reichweite und der schnellen Aufladung.
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  •   Weichei
    (301 Beiträge)

    04.06.2018 21:06 Uhr
    Kein Problem
    Bei Überlastung einfach andere Benutzer abschalten. Das KSC Stadion Zuerst.
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  •   107
    (390 Beiträge)

    04.06.2018 20:17 Uhr
    Fraget den Mentrup
    der kennt sich aus.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    04.06.2018 19:26 Uhr
    Wenn alle
    ihr E-Auto GLEICHZEITIG laden fahr ich gemütlich zur Tankstelle und lass nur das gute Super rein.
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  •   santana
    (1128 Beiträge)

    05.06.2018 12:41 Uhr
    Wenn alle E-Autos
    gleichzeitig laden, dann bricht das Stromnetz zusammen und dann klappt das auch mit dem Super tanken nicht mehr, wenn der Strom weg ist.
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  •   silberahorn
    (9847 Beiträge)

    05.06.2018 04:05 Uhr
    Am Sonntag
    bin ich auch ganz gemütlich mit der Bahn gefahren, als am Hamburger Flughafen gar nichts mehr ging.
    Ein nicht richtig isoliertes Kupferkabel hatte den Flughafen einen ganzen Tag lang lahm gelegt.
    Das Verkehrschaos auf den Straßen ergab sich auch nur daraus, dass 30.000 Fluggäste irgendwie umtransportiert und z.B. aus Hanover abgeholt werden mussten.
    Ich also in den Zug:
    Der erste IC aus Westerland hatte schon 46 Minuten Verspätung und war voll. Also bin ich in Kassel Wilhelmshöhe umgestiegen. Auf dem Gleis gegenüber stand ein ICE nach Karlsruhe. Er stand dort aber auch schon über 40 Minuten. Der Grund für den langen Aufenthalt soll gewesen sein: man hatte angeboten, dass jeder der hier freiwillig den überfüllten Zug verlässt, von der Bahn 25 EURO erhält. Immerhin wurde der Zug damit offenbar so "leer" , dass ich mich bequem noch eine Minute vor seiner Abfahrt reinquetschen konnte. Ab Mannheim hatte ich dann einen Sitzplatz.

    Viel Spaß in der Schlange beim Super tanken. grinsen
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  •   malerdoerfler
    (5596 Beiträge)

    04.06.2018 17:36 Uhr
    Blackout?
    Es gibt Regionen in der Welt, die schaffen das immer wieder auch ohne E-Autos.
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  •   Weichei
    (301 Beiträge)

    04.06.2018 21:22 Uhr
    Blackout
    Man oh man immer alles auf Englisch. Warum nennt man es nicht einfach Schwarzaus und wem das zu rassitisch klingt einfach Dunkelaus.
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  •   Torflut
    (2209 Beiträge)

    04.06.2018 17:02 Uhr
    Meine Erfahrungen
    mit reinen E- Autos und mit Hybridantrieb sind vorneweg sehr positiv. Von Subaru, Polo, Smart, BMW, Peugeot. Die Fortschritte zu jedem Modelljahr sind beachtlich. Technisch ohne nennenswerte Probleme. Nachteile sind für mich der höhere Anschaffungspreis ( Vorteil Leasing, so hätte man immer die neuste technische Erneuerung ), für weite Ausfahrten die Reichweite, da schaut man schon öfter auf den Ladezustand, da ist Hybrid von Vorteil.
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  •   santana
    (1128 Beiträge)

    05.06.2018 12:45 Uhr
    Da ich
    mehrmals im Jahr nach NRW fahre (340 km einfach) scheidet für mich ein E-Auto auf dem heutigen Stand der Technik sowieso aus.
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