"Die Wohnsituation für Karlsruher Studierende ist nachhaltig schlecht. Damit sind wir natürlich unzufrieden", so Michael Postert angesichts der rund 4.000 Studierenden, die nicht wie gewünscht in einem Wohnheim des Studierendenwerks unterkommen konnten und stattdessen auf eine Privatwohnung in der Stadt hoffen müssen. Auch hier herrscht viel Konkurrenz.

Untätig zusehen wird das Studierendenwerk allerdings nicht. 200 bis 300 neue Wohnheimsplätze seien Postert zufolge in Planung. "Das Gelände der Mackensen-Kaserne auf der Rintheimer Querallee ist schon seit längerem dafür vorgesehen. Dort soll es so bald wie möglich losgehen", verrät der Geschäftsführer. Es werde allerdings noch zwei bis drei Jahre dauern, bis die neuen Plätze zur Verfügung stehen.

Wichtig sei dem Studierendenwerk, dass die neuen Wohnungen bezahlbar sind. Dabei orientiere man sich an dem Betrag, den das Bafög für Wohnkosten vorsieht: 250 Euro im Monat. "Die 200 bis 300 neuen Plätze sind allerdings letztendlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", resümiert der Geschäftsführer.

Das Karlsruher Projekt "Wohnen für Hilfe"

60 Studierende haben aktuell ihre Wohnung "Wohnen für Hilfe", einem gemeinsamen Projekt des Studierendenwerks und der Parität, zu verdanken. "Wir organisieren Patenschaften zwischen Karlsruhern, die noch ein Zimmer frei haben, und Studierenden", erklärt Benjamin Wedewart, stellvertretender Pressesprecher des Studierendenwerks. Die Studierenden dürften kostenlos wohnen, unterstützen ihre Wohnpaten allerdings pro Quadratmeter Wohnfläche eine Stunde im Monat, etwa bei Einkäufen.

"Einmal war ich in einer solchen Wohnung zu Besuch. Da saßen eine 18- und eine 75-Jährige zusammen auf der Couch und haben 'Gute Zeiten, schlechte Zeiten' geschaut", erzählt Wedewart grinsend. Das Projekt läuft schon seit rund sieben Jahren. "Wir müssen noch mehr die Herzen der Karlsruher dafür öffnen", meint der stellvertretende Pressesprecher, der wie auch Postert von einem "Tropfen auf dem heißen Stein" spricht. 

Größte Mensa Baden-Württembergs in Karlsruhe

Nicht nur ein Dach über dem Kopf können Studierende gut gebrauchen, sondern auch Mittagessen. Damit die Vertreter der Fachschaften des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Hochschule Karlsruhe, der pädagogischen sowie der dualen Hochschule Karlsruhe nächste Woche die neuen Erstsemester umfassend darüber informieren können, erklärte Hochschulgastronomin Ines Schöffer ihnen.

Das Studierendenwerk Karlsruhe ist für drei Mensen zuständig, zwei davon in Karlsruhe am Adenauerring sowie auf der Moltkestraße und eine in Pforzheim. In diesen drei gehen laut Schöffer täglich etwa 12.000 Mittagessen über die Theke, davon 9.000 in der größten Mensa Baden-Württembergs auf dem Adenauerring. Das machen 180 Mitarbeiter möglich.

Ab sofort auch vegane Menüs

"Zwei Teams beraten über neue Gerichte und reagieren auf Feedback der Studierenden. Ich habe mich gewundert, wie viel davon positiv ist, negatives gibt es aber natürlich auch", verrät die Hochschulgastronomin. Die Tagesmenüs würden immer sechs Wochen im Voraus geplant. Seit letzter Woche ist eines davon vegan. "Das ist ein großes Thema am KIT. Wir haben auch eine vegane Hochschulgruppe", meint Schöffer. Ebenfalls ein großes Thema: Nachhaltigkeit. "Wir achten bei der Beschaffung der Lebensmittel auf nachhaltige Produktion, verwenden beispielsweise vom MSC, einer Organisation für nachhaltigen Fischfang, mit einem Siegel versehenen Fisch", erklärt Ines Schöffer. Häufig bestelle man gemeinsam mit anderen Mensen aus der Region, und könne so gute Preise erzielen.

Trotz sehr langer Schlangen in der Mensa am Adenauerring, bleibt natürlich immer etwas übrig. "Essen, das in der Auslage war, wird nicht wieder verwendet, schon alleine aus hygienischen Gründen", betont die Gastronomin. Doch die Reste werfen Schöffer und ihre Kollegen nicht einfach in den Müll: "Unsere Abfälle werden in Bio-Gas umgewandelt."