Anfang April berichtete ka-news über die Kritik eines Lesers, dass es einen Mangel an Wohnmobil-Stellplätzen mit ausreichender Ausstattung gibt. Noch im gleichen Monat hat auch die Karlsruher SPD-Fraktion das Thema wieder ins Gespräch gebracht - in Form eines Antrags im Karlsruher Gemeinderat. Doch an der bestehenden Situation wird sich zunächst einmal nicht viel ändern - und das, obwohl sich ein Großteil der Stadträte einig war, dass in diesem Bereich dringend etwas getan werden muss.

"Nicht die Kosten außer Acht lassen"

"Die Wohnmobilbranche wächst, aber wir in Karlsruhe haben bislang keine Fläche dafür, darum müssen wir uns damit befassen", so FDP-Stadtrat Thomas Hock. "Es ist aktuell, denn während der Heimattage und Lichtfestspiele wird unsere Stadt voller Wohnmobile stehen." Gleichzeitig stimmt er zu, dass der Festplatz in Rüppurr nur bedingt geeignet ist: "Der Platz in Rüppurr wird gespielt vom Hähnchenfest und muss erhalten bleiben." Doch bei der Prüfung wolle er ihn nicht außen vor lassen.

In Sachen Bedarf stimmt Hermann Brenk (CDU) seinem Stadtratskollegen von der FDP zu. Doch gleichzeitig warnt er davor, "die Kosten außer Acht" zu lassen. Eine halbe Million Euro für den Umbau des Platzes in Rüppurr sei zuviel. "Es muss Alternativen zu dem Platz in Rüppurr geben."

In Sachen Wohnmobilstellplätzen auf Amateurniveau unterwegs

Für Hans Pfalzgraf (SPD-Stadtrat) steht fest, dass die Fächerstadt in Sachen Wohnmobilstellplätze noch nicht einmal Amateurniveau erreiche. "Bis heute hat sich daran nichts geändert." Dem schließt sich Kult-Stadtrat Michael Haug an. Doch auch er bittet darum, eine Alternative für den Festplatz in Rüppurr zu suchen.

Dass etwas getan werden muss, gibt auch Jürgen Wenzel von den Freien Wählern zu bedenken, denn "der Markt der Wohnmobilbranche boomt." Den Rüppurrer Festplatz hält er nicht für ideal, weshalb nach einer Alternative gesucht werden solle, die einen besseren ÖPNV-Anschluss vorweist, als beispielsweise der Campingplatz in Durlach.

Erneute Prüfung

Im Namen der Grünen-Fraktion gibt Johannes Honné an, dass "wir im Moment höhere Prioritäten als Wohnmobilstellplätze haben." Der Grünen-Stadtrat weiter: "Wir möchten diese Entscheidung daher lieber noch abwarten und vertagen und uns um wichtigere Dinge kümmern."

"Mit diesem Thema wird sich seit Jahren beschäftigt – zuletzt 2015. Wir sehen, dass kontinuierlich an diesem Vorhaben gearbeitet wird, es werden Flächen geprüft, auf Infrastruktur wie Duschmöglichkeiten, Schwimmbäder, ÖNPV-Anschlüssen", berichtet Baubürgermeister Michael Obert von der Arbeit der Stadt.

"Wir können gerne alles noch einmal untersuchen – eventuell auch Investoren findet – aber solche Stellplätze sind keine Campingplätze mit denen man Geld verdienen kann – Wohnmobilstellplätze rechnen sich nicht", so Obert weiter. Und so wurde der Antrag mit einem erneuten Aufruf in den Planungsausschuss und den Wirtschaftsförderausschuss verwiesen.

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