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Karlsruhe: Weniger Parkplätze, mehr Platz für Radler: An der Hübschstraße soll sich einiges verändern

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Weniger Parkplätze, mehr Platz für Radler: An der Hübschstraße soll sich einiges verändern

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    Weniger Parkplätze, mehr Platz für Radler: An der Hübschstraße soll sich einiges verändern
    Weniger Parkplätze, mehr Platz für Radler: An der Hübschstraße soll sich einiges verändern Foto: Thomas Riedel

    Rollstuhlfahrer und betagte Personen haben bei der Haltestelle "Hübschstraße" schlechte Karten. Denn der Einstieg in die Linie 5 oder in den Bus beträgt über 30 Zentimeter. Ein Grund, warum die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) den barrierefreien Ausbau der Hübschstraße voranbringen will. Doch der Umbau ist noch aufgrund anderer Faktoren besonders dringend.

    Was wird sich an der Hübschstraße verändern?

    Denn wie das Jahr 2022 gezeigt hat, ist nicht nur die Barrierefreiheit der Haltestelle, sondern auch eine Gleissanierung unumgänglich. Der Grund: Im Sommer 2022 senkten sich die Gleise um mehrere Zentimeter. Der Bahnverkehr musste zwischen dem Entenfang bis hin zum Weinbrennerplatz wochenlang komplett eingestellt werden.

    Darüber hinaus ist die Strecke zwischen Weinbrennerplatz und Kühler Krug für Fahrradfahrer wegen des fehlenden Radwegs nicht ungefährlich. 

    Nun wird dem Planungsausschuss am Donnerstag, 5. Oktober, die Vorzugsvariante zum Umbau in einer Beschlussvorlage präsentiert. Der Ausschuss muss dem Vorhaben nur noch grünes Licht geben.

    Die geplanten Maßnahmen der Variante in der Übersicht:

    • Verschiebung Gleisanlage um zirka 20 Zentimeter (Nordseite) beziehungsweise 30 Zentimeter (Südseite)
    • Erhalt Schrägparkstände
    • Entfall Längsparkstände
    • Bahn- und Autoverkehr teilen sich weiterhin den gleichen Verkehrsraum
    • Radfahrstreifen in beide Richtungen, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen. (Im Bereich der Haltestellen liegt der Radweg im Seitenbereich hinter den Bahnsteigen.)
    • Erhalt Gehwegbreite je 2,50 Meter
    • Querungsstellen für Fußgänger inklusive Aufstellflächen in Mittelinseln an allen querenden Straßen (an Liebigstraße, westlich),  Weltzienstraße (östlich) und Hübschstraße (östlich)
    • Querungshilfe Weltzienstraße zusätzlich mit LSA gesichert (Aufstellfläche hier nur möglich bei Einschränkungen der Fahrbeziehungen von Müllfahrzeugen)
    • Bilanz Parkstände: zirka -122, um den Verkehrsfluss an der Kriegsstraße zu entzerren 
    • Rund 6 Millionen Euro Baukosten - inklusive Fahrleitungen, Beleuchtung, gesamte Erneuerung Asphaltdecke
    • Baumbestand am Mittelstreifen bleibt weitgehend erhalten
    Gelb = Gehweg
Dunkelgrau= Radweg
Hellgrau= Parkfläche
Rostbraun= Bahnsteig
Pink= Neubau Gleise
    Gelb = Gehweg Dunkelgrau= Radweg Hellgrau= Parkfläche Rostbraun= Bahnsteig Pink= Neubau Gleise Foto: Stadt Karlsruhe/ © Schüßler-Plan

    Was bedeutet das für die Anwohner mit Auto?

    Die geplante Entfernung an Stellplätzen hat Auswirkungen auf das gesamte Parkangebot der Bewohnerzone K1. Diese Zone erstreckt sich vom Kühlen Krug, über die Kriegsstraße bis zur Eisenlohstraße und wird von der Wilhelm-Baur-Straße begrenzt. Bedeutet: Bei der Umsetzung der Baumaßnahmen ist eine Anpassung der Bewohnerparkzone. Wann diese erfolgt, steht aber noch offen. 

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    Foto: Sophia Wagner

    "Derzeit hat die Zone K1 insgesamt 615 Stellplätze, davon stehen für die Bewohner tagsüber 307 und nachts 463 Stellplätze zur Verfügung. Das Ordnungsamt hat für die Zone K1 430 Bewohnerparkausweise (Stand April 2023) ausgegeben. Die Überarbeitung kann erfolgen, sobald Variantenbeschluss erfolgt ist", heißt es dazu in der Beschlussvorlage. 

    Was kostet der Umbau und wie lange wird das dauern?

    Die gesamten Kosten werden auf 6 Millionen Euro geschätzt. Es wird vorgesehen, Zuwendungen beim Land Baden-Württemberg über das Landes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zu beantragen. Der städtische Kostenanteil wird bei rund 250.000 bis 300.000 Euro liegen.

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    Foto: Sophia Wagner

    Der barrierefreie Ausbau der Haltestelle soll parallel zur Gleissanierung auf dem gesamten Streckenabschnitt ab 2026 starten. Gebaut werde sechs Monate lang - allerdings nur tagsüber. 

    "Da das Vorhaben im Bereich der bisherigen Trasse und der bestehenden Bahnanlagen ausgeführt wird, sind sowohl durch den Bau als auch durch den Betrieb nur geringfügige Umweltauswirkungen zu erwarten", heißt es in der Beschlussvorlage abschließend.

    Diskussion im Planungsausschuss am 5. Oktober

    Ziel ist es, eine Grundentscheidung zu treffen, um eine Entwurfsplanung (Ende 2023) vorzunehmen und einen Planfeststellungsantrag (Anfang 2024) zu stellen, erklärt eine Sprecherin der VBK im Planungsausschuss am 5. Oktober. Die Bauausführung ist für 2026 angedacht.

    Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, besteht gesetzlicher Druck. Doch wie die Umsetzung mit wegfallenden Stellplätzen und einem eigenen Radweg aussehen soll, daran hegen die Stadträte ihre Zweifel.

    Vorerst kein Grünes Licht für VBK

    Im Wesentlichen kreist die Diskussion, um Bewohnerbefragungen, klare Stellplatzalternativen und Ausweichmöglichkeiten für Radfahrende. Das Go gegenüber der VBK müsse warten, bis die Rahmenbedingungen hinreichend geklärt wären, so die CDU, SPD, FDP, FW/Für und KAL. 

    Wir nehmen die Anregungen mit und schauen, wie schnell wir Lösungen für die genannten Probleme finden können, erklärt Baubürgermeister Daniel Fluhrer. Erst so, könnte ein klarer Vorschlag zur Befragung der Bewohner aufgestellt werden. Die Vorberatung zum Gemeinderat sei damit erfolgreich gewesen, meint Fluhrer zum Abschluss des Planungsauschusses.

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