Vor 70 Jahren wurden die zwölf Franzosen und zwei Belgier im Alter von 19 bis 59 Jahren aus dem Zuchthaus Bruchsal zum damaligen Schießstand im Karlsruher Hardtwald gebracht. Das Erschießungskommando der Wehrmacht exekutierte die Männer hier im Minutentakt.

Karlsruhe als Ort des Terrors

"Unsere Emotionen sind nicht in Worte zu fassen", sagte Mireille Hincker von der Organisation Souvenir Francais. Durch das Engagement der Organisation hatten sich noch lebende Angehörige der 14 Ermordeten bereits am Montag in Straßburg getroffen und waren gemeinsam zur Enthüllung der Erinnerungsstele nach Karlsruhe gefahren. Unter ihnen war auch die Enkelin des Lehrers Louis Malbosc, der im Hardtwald erschossen wurde. Sie sprach im Namen aller Angehörigen und betonte, dass die Erinnerung durch das Mahnmal weiterlebe.

"Für uns ist Karlsruhe seit 69 Jahren ein Ort des Friedens und der Toleranz", sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup. Für die Familien der Erschossenen sei die Fächerstadt hingegen ein Ort des Terrors und der Schicksalsschläge. Den 14 Männern habe der Kampf für Freiheit und Frieden mehr bedeutet als das Leben. Auch ihr Leiden habe zur Entstehung eines erneuerten Europas geführt und mahne zu Versöhnung und Frieden.

Gedenkminute am ehemaligen Schießstand

Nach der Enthüllung der Erinnerungsstele auf der Kreuzung Theodor-Heuss-Allee und Breslauer Straße ging es weiter zum ehemaligen Schießstand, wo die Widerstandskämpfer 1944 starben. Dort ist lediglich die Kugelfangmauer erhalten, an der den Opfern still gedacht wurde.

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