Man habe sich in diesem Jahr bewusst dafür entschieden, den Blick über Deutschland hinaus zu werfen, heißt es auf der Homepage der Karlsruher CSD-Organisatoren. Dabei wurden in den vergangenen Wochen Menschen aus Südkorea, Taiwan, Japan, Indonesien, Finnland oder Mexiko vorgestellt. In den Wochen vor der CSD-Parade wollen die Organisatoren auf Schicksale von Menschen und Personengruppen aus anderen Ländern aufmerksam machen, die offen homosexuell leben.
Kampf für mehr Akzeptanz von LGBT
In rund drei Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, sowohl im Fußballgeschäft als auch im Gastgeberland ist das Thema Homosexualität ein absolutes Tabuthema. "Das Leben als Transsexuelle in Deutschland ist gefährlich. Aber kein Vergleich zur Situation in Russland", so die Veranstalter der Parade.
In Russland ist bereits das Informieren über Homosexualität als Propaganda strafbar, berichten die Karlsruher Veranstalter. Offen trans- oder homosexuell lebende Menschen werden in Teilen der ehemaligen Sowjetunion verfolgt und diskriminiert. Auch wenn sich die Gesellschaft in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten stark geöffnet hat und, unter anderem die "Ehe für Alle" auf den Weg gebracht wurde, wollen die Veranstalter nach eigener Aussage nicht aufstecken und weiter für die Akzeptanz von Schwulen und Lesben sowie Transsexuellen kämpfen.
Parade und Kundgebung mit internationalen Gästen
Am Samstag, 2. Juni ab 14 Uhr, wird sich der Zug der Demoparade mit verschiedenen Gruppen und Initiativen aus der Region durch die Karlsruher Innenstadt schlängeln. Im Anschluss an die Parade soll es am Stephansplatz eine Kundgebung geben. Im vergangenen Jahr stand der Karlsruher Christopher-Street-Day unter dem Motto "Bunt statt Braun".
Auf Einladung von Queeramnesty und CSD Karlsruhe berichten Homo- und Transsexuelle aus Karlsruhes Partnerstädten Krasnodar (Russland) und Nancy (Frankreich) von ihren Erfahrungen. Am Vortag der Christopher-Street-Day-Parade findet im ZKM eine Informationsveranstaltung mit Impulsvorträgen und Gelegenheiten zum Gespräch statt.
Amnesty International Deutschland möchte bestehende Städtepartnerschaften verstärkt in den Dialog über die Umsetzung von Menschenrechten einbeziehen. Der CSD Karlsruhe steht 2018 unter dem Motto "Verliebt, verlobt, verfolgt." und thematisiert damit gezielt die Situation queerer Menschen außerhalb Deutschlands.