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Karlsruhe: UStA wirft KIT-Präsident Atomlobbyismus vor

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UStA wirft KIT-Präsident Atomlobbyismus vor

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    UStA wirft KIT-Präsident Atomlobbyismus vor
    UStA wirft KIT-Präsident Atomlobbyismus vor Foto: dpa (Archiv)

    Die Studenten verlangen von Hippler ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung von sauberen und erneuerbaren Energien.

    Sie befürchten nach eigenen Angaben, dass hier Interessen derjenigen Unternehmen vertreten werden, die von den Forschungsergebnissen des KIT am stärksten profitieren. Durch Spenden und Stiftungsprofessuren sorgten sie dafür, dass am KIT nicht an schnell verfügbaren und bezahlbaren Alternativen zur Kernspaltung geforscht werde. 

    Mit seinen Äußerungen werde Hippler allerdings nicht den Teilen der Forschenden, Lehrenden und Studierenden gerecht, die versuchten, wirklich freie und ergebnisoffene Forschung zu gewährleisten. "Mit den Äußerungen von Horst Hippler wird in der Diskussion um die Kommerzialisierung von Lehre und Forschung eine neue Stufe erreicht", erklärt Anselm Laube, Vorsitzender des UStA.

    Im Bereich der Erneuerbaren Energien habe das KIT die Entwicklung bisher vollständig verschlafen. "Schon in einigen Jahren wird es möglich sein, den Großteil des deutschen Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken", erläutert David Schiebener, Ökoreferent des UStA. Jetzt auf die Verlängerung von Restlaufzeiten zu setzen, blockiere die Energiewende in Deutschland und verstelle den jetzigen Studierenden einen Weg in völlig neue Forschungs- und Arbeitsgebiete.

    Tom Hoyem (FDP): Kritik des UStA bedauerlich

    "Die Kritik ist sehr bedauerlich“, beklagt hingegen Tom Hoyem, Stadtrat der FDP-Fraktion und selbst Dozent am KIT. Gerade von intelligenten jungen Leuten könne man erwarten, dass sie nicht altmodischen, ideologischen Tabus folgten, sondern den Mut hätten, neu zu denken.

    "Überall in der Welt und auch in Europa ist Kernkraftforschung wieder im Fokus und gerade in Karlsruhe und am KIT haben wir ein weltberühmtes Kernkraftwissen", so Hoyem. Es sei schade, dass gerade junge Studierende versuchten, eine offene Zukunftsdebatte zu bremsen.

    Horst Hippler ist Mitunterzeichner des "energiepolitischen Appell", der von dem Verein "Energiezukunft für Deutschland" verfasst und veröffentlicht worden war. In dem Appell wird unter Anderem für das mittelfristige Festhalten an frossilen und nuklearen Energieträgern plädiert. Der publizierende Verein wurde auf Initiative der Energieversorger E.on, EnBW, RWE und Vattenfall Europe ins Leben gerufen.

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