Christina Füger der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG Baden-Württemberg dementiert die Meldung. Bei der E-Mail handle es sich um eine Junk-Mail. Und die Liste der Technischen Universität Berlin dieser sogenannten Hoaxes scheint dies zu bestätigen. Bereits seit Jahren kursieren demnach im Internet Gerüchte über Personen, die an Leptospirose gestorben sein sollen. Auch sie hätten von mit Rattenurin verunreinigten Getränkedosen getrunken. In diesen kettenbriefartig verbreiteten Falschmeldungen wird behauptet, Rattenurin sei für Menschen tödlich giftig. Dies wird mit medizinisch erscheinenden Formulierungen angeblich belegt. Zum Beispiel habe eine Untersuchung der spanischen Firma Inmetro gezeigt, dass die Büchsen stärker verseucht seien als öffentliche Toiletten.
Rattenurin für Menschen nicht tödlich
Die neue Variante dieses Wandermärchens tauchte nun wieder Anfang Juni auf. Hierin wird die schon oft verbreitete Geschichte auf den Genfersee verlegt. Zwei Krankenhäuser in der Schweiz werden als Referenzen genannt. Nachfragen an das Kantonsspital Genf sowie das Centre Hospitalier Universitaire (CHUV) in Lausanne ergaben, dass keine Patientin mit einer solchen Vergiftung behandelt wurde.
Rattenurin ist für Menschen nicht tödlich. Leptospirose (auch: Stuttgarter Hundeseuche, Weilsche Krankheit) ist eine bakterielle Infektion, die zu Nierenschäden führen kann. Sie kann neben Hunden zum Beispiel auch Mäuse und Ratten befallen. Menschen können sich ebenfalls damit anstecken, allerdings nicht durch getrockneten Rattenurin. Auch versichert die Coca-Cola Organisation, dass keine giftigen Bekämpfungsmittel in der Nähe ihrer Getränkeverpackungen eingesetzt werden.
Getränkedosen werden allgemein in Gebinden transportiert und gelagert. Diese sind von einer Plastikfolie umhüllt. Dies hat zwar weniger hygienische als transporttechnische Gründe, schützt die Dosen jedoch bis zum Verkaufsregal vor Verunreinigungen. Für den Endverbraucher existiert in dieser Hinsicht denn wohl keine Gefahr. Indes zeigt sich die Gefahr der etlichen, sich im Umlauf befindenden Junk-Mails. Diese könnten - seriös verpackt - eine Massenhysterie auslösen.