Ende Januar wurden Pläne bekannt, wonach Oberbürgermeister (OB) Frank Mentrup und die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig), auf die geplanten oberirdischen Gleise auf dem Südabzweig am Marktplatz verzichten wollen. Ursprünglich war vorgesehen, die Gleise Mitte 2016 bis zum Ende der Bauphase 2018 in Betrieb zu nehmen. Aus Kostengründen möchte man nun darauf verzichten.

"2018 werden die meisten Geschäfte weg sein"

Gegen dieses Vorhaben stellt sich der Inhaber des Geschäfts "notebookpartner", Jörg Schnaitmann, in einem offenen Brief an den OB und alle Fraktionen des Karlsruher Gemeinderats. Darin schreibt er: "Dies ist für die Gewerbetreibenden vor Ort eine katastrophale Entwicklung, da sich die gesamte Laufkundschaft für mehrere Jahre weiterhin nur in Richtung Rüppurer Straße orientieren wird."

Das Argument des OB und der Kasig, der Abriss der Gleise sorge 2018 erneut für Bauarbeiten, greift aus Sicht des Geschäftsmannes ins Leere: "Die meisten Geschäfte werden dann abgewandert sein oder schließen müssen", warnt er. Es könne nicht sein, dass ein einziges Stadtviertel die Folgen einer Kostensteigerung bei der Kombilösung tragen muss, so Schnaitmann.

Unterstützung erhält er nun von der Kult-Fraktion. Vor der Gemeinderatssitzung am Dienstag, bei der über das Vorhaben abgestimmt wird, haben die Stadträte um Lüppo Cramer einen Ergänzungsantrag eingebracht. Darin fordern sie Kasig und Stadt auf, "Verbesserungen für die Geschäftswelt in der Ettlinger Straße" zu erwirken.

Konkret wollen die Kult-Stadträte eine bessere Erreichbarkeit der Geschäfte: "Wir benötigen eine Taktverdichtung der Buslinie 10 während der Kerngeschäftszeiten", erklärt Piraten-Stadtrat Eric Wohlfeil. Zuletzt hatte die Kasig einen Ausbau der Buslinie 10 aus Richtung des Hauptbahnhofs bis zum Marktplatz für denkbar erklärt.

ka-news berichtet aus dem Gemeinderat

Darüber hinaus fordert die Kult-Fraktion "die Sicherstellung und Umsetzung eines durchgehenden Radverkehrs in Nord-Süd-Richtung" sowie eine bessere Betreuung und Versorgung der Geschäftsleute in der Ettlinger Straße durch die Kasig.

Die bisherige Unterstützung lässt auch aus Sicht des Einzelhändlers Schnaitmann zu wünschen übrig: "Bis heute war kein Vertreter der Kasig oder der Stadtverwaltung aus eigenen Stücken bei uns, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen oder uns bei Werbemaßnahmen zu unterstützen", kritisiert er in seinem Brief.

Die Entscheidung, ob auf die ursprünglich geplante Rückverlegung des Südabzweigs am Marktplatz verzichtet wird, fällt bei der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, den 3. Februar. Daneben wird es im Karlsruher Rathaus unter anderem um den geplanten Fernbusbahnhof gehen. Auch ein Gesamtkonzept zur Stärkung des Einzelhandels in Karlsruhe steht auf der Tagesordnung.

Klicken Sie hier, um direkt zur Tagesordnung der Sitzung am Dienstag zu gelangen. 

ka-news wird wie immer live und ausführlich aus dem Gemeinderadrat berichten!

 
Mehr zum Thema Kombilösung: Alle Informationen zu Karlsruhes größtem Verkehrsprojekt.