Ob Wolkenkratzer, Brücke oder Tunnelbauwerk - alle Großbauten haben eines gemeinsam: Sie müssen gut gegen mögliche Katastrophen geschützt sein. So auch die Karlsruher Kombilösung. Jahrelang wurde geplant, gemessen und kalkuliert - doch wie sicher ist es unter der Fächerstadt wirklich? Welche Maßnahmen wurden für welche möglichen Ereignisse getroffen? ka-news hat mit Kasig-Pressevorstand Achim Winkel gesprochen.
Herr Winkel, wenn es zu Starkregen kommt: Bekommen wir dann im Tunnel nasse Füße?
Regen kann nur über die Eingangs- und Ausgangsrampen für die Bahn und über die Fußgängerzustiege eintreten. Hierfür gibt es jedoch Sickerschächte, ähnlich wie ein Gulli, durch die das Wasser in sogenannte Sammler laufen kann. In diesen wird das Wasser dann aufgefangen und gesammelt. Dies ist üblich für Unterführungen und Tunnel.

Und wie funktioniert das genau?
Auf der Wasseroberfläche im Sammler befindet sich ein Schwimmer, der bei bestimmter Höhe eine Pumpe aktiviert. Diese befördert das Wasser schließlich hoch in die über dem Tunnel liegende Kanalisation. Die Pumpen sind so dimensioniert, dass sie auch tagelangem Starkregen standhalten würden. Gebaut wurde das Hebewerk, wie man diesen Mechanismus nennt, aber noch nicht.
Auf Starkregen folgen nicht selten Hochwasser und Überflutung - Könnte gar der Rhein den Tunnel durchfluten?
Was Hochwasser angeht, ist die Innenstadt in Karlsruhe nicht betroffen, da weder der Rhein noch die Alb bis zu diesem Punkt austreten können. Dafür sind sie zu weit weg.

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Wie erdbebensicher ist die Kombilösung?
Da bereits bekannt ist, dass Karlsruhe mit seiner Lage am Oberrheingraben zu den Erdbebengebieten zählt und man ungefähr weiß, welche Stärke die Beben hier haben, wurde das gesamte Bauwerk auch so ausgelegt, dass es einem Erdbeben standhalten würde. Die Dicke der Wände, des Betons, sind darauf angepasst.

Und wie sieht es mit Stürmen aus?
Stürme sind für die Tunnel der Kombilösung kein Thema, der Wind bläst in der Regel waagerecht. (lachend) Außerdem gibt es ja keine Bäume, die unten im Tunnel umfallen können!