"Warum wird die LEA nicht herausgerechnet? Wegen sieben Bewohnern müssen alle Karlsruher leiden."
"Der LEA-Ausbruch muss herausgerechnet werden, denn er hat mit dem Infektionsgeschehen in der Stadt nichts zu tun" und "der allergrößte Teil der Neuinfektionen ist auf einen Ausbruch in der LEA zurückzuführen, der ja für den Rest von Karlsruhe völlig irrelevant ist (da Neuankömmlinge, die sofort separiert werden). Wieso kann dann die Inzidenz nicht um diese Zahlen korrigiert werden?"

All das sind Fragen, die sich im Kommentarbereich und auf Social Media eines ka-news.de-Artikels zu den steigenden Inzidenzen in Karlsruhe sammelten. Aber warum rechnet das Gesundheitsamt die LEA dann überhaupt mit ein oder besser gesagt nicht heraus? Wir haben nachgefragt.

Regelung des "diffusen Infektionsgeschehens" ist veraltet
"Es ist aktuell rechtlich nicht mehr möglich, einzelne Infektionsgeschehen aus der Inzidenz-Berechnung herauszurechnen", heißt es in einem schriftlichen Statement an die Redaktion. Des Weiteren vermutet das Gesundheitsamt, dass die Kommentaroren auf eine alte Regelung der Corona-Verordnung anspielen - die des "diffusen Infektionsgeschehens."

"Die Kommentatoren spielen hier vermutlich auf die Regelung einer früheren Coronaverordnung des Landes an, als für die Bewertung, ob ein "diffuses Infektionsgeschehen" vorliegt, solche Einzelgeschehen als Kriterien herangezogen werden konnten. Dies ist nach §1 Abs. 2 der aktuellen Corona VO nicht mehr möglich. Hier gilt allein der Wert der vom Landesgesundheitsamt veröffentlichten 7-Tage-Inzidenz", heißt es in dem Statement weiter.

Weitere Auswirkungen auf das restliche Infektionsgeschehen in Karlsruhe soll der "LEA-Ausbruch" vom 29. Juni allerdings nicht haben. Der Grund: "Mit rund sieben Infizierten sei der "Ausbruch" nicht wirklich ein "Ausbruch" gewesen und falle inzwischen aus der 7-Tage-Inzidenz-Berechnung wieder heraus.