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Karlsruhe: Städtisches Klinikum wächst: Neues "Haus M" könnte zum Corona-Ausweichkrankenhaus werden

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Städtisches Klinikum wächst: Neues "Haus M" könnte zum Corona-Ausweichkrankenhaus werden

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    Das neue Betten- und Funktionshaus "M".
    Das neue Betten- und Funktionshaus "M". Foto: Markus Kümmerle, Städtisches Klinikum Karlsruhe

    "M" wie "Mitte" - seinen Namen trägt der riesige Neubau des Städtischen Klinikums nicht ohne Grund. Inmitten des Krankenhaus-Areals sticht die rote Fassade hervor und ist Bindeglied einiger der verstreut liegenden Gebäude des Klinikums. 

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    Foto: Lena Kube

    Die Eckdaten des neuen Hauses beeindrucken: Über 2.000 Räume umfasst der Bau, darunter eine Intensivstation mit über 60 Betten und 20 Operationssäle. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 194 Millionen Euro, über die Hälfte - 104 Millionen - finanziert das Land. "Bis heute zeichnet sich ab, dass wir diesen Kostenrahmen einhalten können", sagt Markus Heming, kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums, bei einer Baustellenbegehung am Donnerstag.

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    Foto: Lena Kube

    Läuft wie bislang auf der Baustelle alles rund, wird das neue Gebäude im Jahr 2021 Etage für Etage bezogen. Die "Gartenebene" ist als erstes an der Reihe, Ende März kommendes Jahr sollen der zentrale Haupteingang, die Ambulanzen und Notaufnahmen ihre Tätigkeit aufnehmen. 

    Platz für 240 Patienten

    Haus R? Haus H? Haus B? Wegweiser an jeder Ecke zeichnen das Städtische Klinikum derzeit aus. Sich zu orientieren ist für Patienten mitunter schwer, denn die verschiedenen Bereiche sind in separaten Gebäuden untergebracht. Mit dem großen Eingangsbereich von "Haus M" soll das Klinikgelände künftig einen zentralen Anlaufpunkt erhalten. Von hier aus werden die Besucher dann auf die verschiedenen Bereiche verteilt.

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    Foto: Lena Kube

    In den oberen Stockwerken des "Betten- und Funktionhauses M", wie der Neubau offiziell heißt, wird Kapazität für rund 240 Patienten sein. "Die Zimmer sind ein kleines bisschen größer als die Vorgabe vom Land es erfordert", sagt Bauleiter Markus Riester. 

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    Foto: Lena Kube

    Obwohl in der Corona-Pandemie Arbeiter auf der Baustelle ausgefallen sind, liegen die Arbeiten im Zeitplan. Denn da anderenorts Baustellen stillstehen, konnten Handwerker von dort akquiriert werden.

    Blutkonserven werden per Rohrpost verschickt

    Ein weiterer Aspekt, der wertvolle Arbeitszeit gespart hat: Die an die Zimmer angeschlossenen Bäder wurden als Fertigmodule angeliefert und mussten nur noch "eingesetzt" werden.  Die Arbeiter verschiedener Gewerke arbeiten aufgrund der Infektionsgefahr getrennt und in kleinen Teams, doch "auf einer Großbaustelle sei ein hundertprozentiger Infektionsschutz nicht möglich", sagt Riester.

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    Foto: Lena Kube

    Das Herzstück des Gebäudes bilden die 20 neuen Operationssäle. "Sie sind ein Quantensprung für die operative Behandlung hier am Klinikum", so der medizinische Geschäftsführer Uwe Spetzger, der selbst als Neurochirurg am Klinikum tätig ist. Mit den neuen Operationssälen könnten die verschiedenen medizinische Bereiche besser zusammenarbeiten und so voneinander profitieren.

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    Foto: Markus Kümmerle, Städtisches Klinikum Karlsruhe

    Eine weitere Besonderheit: Blutkonserven werden im neuen "Haus M" nicht mühevoll durch die Stockwerke getragen, sondern über Röhren "verschickt". Diese Rohrpostanlage soll die Abläufe vereinfachen und den Transport der Konserven sicherer gestalten. 

    Neues Bettenhaus könnte Corona-Ausweichkrankenhaus werden

    Obwohl das Gebäude erst im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden soll, könnte aufgrund der Corona-Pandemie eine Ausnahme getroffen werden: Sollte im Herbst eine zweite Infektionswelle über Deutschland hereinbrechen, könnten die Bettengeschosse als "Ausweichkrankenhaus" dienen. Diese sollen bis dahin bereits soweit fertiggestellt sein.

    Alle 240 Betten könnten dabei zum Einsatz kommen. "Die tatsächliche Auslastung ist aber abhängig von der Zahl des dann verfügbaren Pflegepersonals", teilt das Klinikum mit.

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