"Ich bin froh, dass in Sachen Südumfahrung Hagsfeld jetzt endlich Klarheit über die Zuständigkeit der Realisierung herrscht", freut sich Stober. Damit könne die baden-württembergische Landesregierung auch guten Gewissens die Herausnahme der Nordtangente zwischen Elfmorgenbruchstraße und der B 36 aus dem Bundesverkehrswegeplan beantragen.

Nordtangente-Ost: Kosten steigen in die Höhe

"Dies wird für viele Bürger in den nördlichen Karlsruher Stadtteilen eine Riesenerleichterung sein", ist sich der Sozialdemokrat sicher. Zudem sei nun auch eindeutig klar, dass die Finanzierung der Nordtangente-Ost durch den Bund schon immer eine "Fata Morgana" der CDU war. Die Antwort von Staatssekretärin Splett auf Stobers Antrag zeige eindeutig auf, dass die Nordtangente-Ost rechtlich eine Ortsdurchfahrt ist und daher nach geltendem Recht nie vom Bund hätte bezahlt werden dürfen.

Offene Fragen gebe es laut Stober dennoch: "Bislang ist die SPD davon ausgegangen, dass es ausreicht, den bestehenden Bebauungsplan für die Nordtangente-Ost einfach schlanker auszuführen", so der Abgeordnete. Dass das Verkehrsministerium, nachdem die Kosten dafür von rund 55 Millionen Euro (Stand 2008) auf inzwischen rund 80 Millionen Euro in die Höhe geschossen sind, hier Fragen hat und nur die Maßnahmen, die zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse wirklich erforderlich sind, bezuschussen will, sei aber nachvollziehbar. Deshalb gelte es nun, konkret darüber zu diskutieren, was nötig ist und was nicht.

Soll die Haid-und-Neu-Straße tiefer gelegt werden?

Hauptstreitpunkt dürfte nach Stobers Einschätzung dabei die schon öfter diskutierte Frage der Tieferlegung der Strecke im Bereich Haid-und-Neu-Straße sein. Für diese habe sich 1994 der Karlsruher Gemeinderat bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan "Nordtangente-Ost" bewusst entschieden, um den notwendigen Lärmschutz für die Anwohner in der Sinsheimer Straße zu gewährleisten. Es sei daher klar, dass bei einer möglichen Änderung des Bebauungsplans die Lärmbelastung nicht steigen dürfe.

Änderungen vornehmen könne man aber auf dem Abschnitt zwischen Haid-und- Neu-Straße und Theodor-Heuss-Allee, zeigt sich Stober überzeugt. "Die Straße hier so zu bauen wie geplant wäre Irrsinn", so Stober mit Blick auf den langjährigen Widerstand in der Waldstadt gegen diese Streckenführung. Die Trasse - wie von den Grünen und der Karlsruher Liste vorgeschlagen - an der Haid-und- Neu-Straße abrupt enden zu lassen, könne zu erheblichen Verkehrsproblemen führen.

Schließlich führe über die Südumfahrung Hagsfeld dann künftig nicht nur die Hauptroute von der A5 zum Wildparkstadion, sondern auch unter der Woche einiger Verkehr, der sein Ziel in der nördlichen Innenstadt hat. Stober plädiert daher für die Entwicklung eines neuen Verkehrskonzepts für den gesamten dortigen Bereich, durch das der Technologiepark, aber auch der Campus Ost des KIT besser erschlossen werden, ohne die Bewohner von Rintheim, Hagsfeld und der Waldstadt zusätzlich zu belasten.