So extrem wie die Zoos in Dortmund und Dresden fällt das Energiesparen im Karlsruher Tierpark nicht aus. Die Stadt im Revier zog die Notbremse und schließt zum Jahresende das renovierungsbedürftige Amazonas-Haus, weil die Energiekosten explodiert sind. Dresdens Zoo macht das sehr beliebte Terrarium früher dicht als geplant. In baden-württembergischen Städten wie Karlsruhe, Heidelberg und in der Stuttgarter Wilhelma heißt es dagegen einstimmig, es müsse zwar gespart werden, hier und dort steigen auch die Eintrittspreise leicht. Aber es sollen weder Häuser geschlossen noch Tiere abgegeben werden.

Und die Besucher? Werden sie fernbleiben? Wird ihnen so ein Zoo-Besuch zu teuer in einer Zeit, in der sie selbst sparen müssen, wo es eben geht? Und das ausgerechnet nach einer langen Corona-Phase, in der viel weniger Besucher in die Tierparks kamen und die finanzielle Lage teilweise prekär ist.

Im städtischen Zoo in Karlsruhe müssen Besucher erst ab dem Jahr 2024 etwas mehr für den Eintritt bezahlen: Das hänge nicht mit den allgemein gestiegenen Kosten zusammen, sondern sei vom Gemeinderat lange im Voraus geplant, sagte eine Sprecherin. Sie versicherte: "Trotz der aktuellen Lage wird es keine Planänderung geben."

Nicht viel Spielraum zum Sparen

Bislang belasteten die Kosten für Strom und Fernwärme den Zoo nicht, denn er ist Großkunde und kann auf stabile Preise vertrauen. "In 2023 kann sich dies jedoch ändern", sagte die Sprecherin. Zudem sind die Baukosten zum Beispiel für die Afrika-Savanne sehr hoch, weitere Investitionen verzögern sich zum Teil deutlich und die Mehrkosten müssen teilweise über Drittmittel und Spenden gestemmt werden.

Weitere Chancen zum Sparen in der Haltung von Pandas, Seelöwen und anderen Tieren sehen die Karlsruher nicht: "Bei der Tierhaltung gibt es keine Einsparungen", heißt es deutlich. "Es werden keine Tiere abgegeben, die Heizungen zum Beispiel der Tierhäuser kann auch nicht heruntergefahren werden." Gespart wird woanders: Die Beleuchtung des Zoos ist bereits fast vollständig auf LED umgestellt, alle Neubauten und Umbauten sind energetisch optimiert, es gibt Photovoltaik-Anlagen und weitere PV-Anlagen sind in Planung.