In dem "Unverpackt"-Shop der Karlsruherin Antonia Wucknitz herrscht an diesem Mittwoch reges Treiben. Nach einer Woche Betrieb stellt sie zufrieden fest: "Es funktioniert!". Wie es funktioniert, das habe die letzte Woche deutlich gezeigt. "Wir waren mehr als gut ausgelastet, es gab Schlangen an der an Kasse", erzählt Wucknitz ka-news - nicht ohne Stolz.
Gläser und Papiertüten statt Plastikverpackung
Ihr Konzept hat die Karlsruherin danach ausgerichtet, bestmöglich Plastikverpackungen einzusparen. "Die Ware wird bereits in großen Gebinden - zwischen zehn und 30 Kilo - geliefert", erklärt die Karlsruherin. Die Produkte werden in einem speziellen Spendersystem bestehend aus Fässern und Gläsern angeboten.
Aus diesen können sich die Kunden die Menge ihrer Wahl in mitgebrachte Behältnisse, wie etwa Gläser, Stoffbeutel oder Papiertüten, füllen. Deren Leergewicht wird vor dem Einkauf gewogen und später an der Kasse abgezogen. Für Spontaneinkäufe stehen verschiedene Behälter im Laden zur Verfügung.
Regionale Qual der Wahl
Und was sagen die Kunden zu der Idee? Etwas unsicher tasten sich die Besucher an diesem Vormittag an den Behältnissen entlang. Die Auswahl ist groß: Müsli, Teigwaren, Nüsse, diverse Backzutaten, saisonales Obst und Gemüse, aber auch Putzmittel und Pflegeprodukte - es ist ein Mix aus Bio und konventioneller Ware, überwiegend aus der Region. Kaffee, Tee oder Gewürze bezieht Wucknitz nur über Fair Trade, erklärt sie.
Viele der Kunden sind zum ersten Mal im "Unverpackt"-Laden. So auch eine junge Frau, die nebenan beim Friseur arbeitet. "Ich finde das Konzept super, ich brauche nämlich meistens nur kleine Mengen." Auch eine andere Kundin ist eigens aus der Nordstadt gekommen, um sich den Laden anzuschauen.

(Mit diesem Spendersystem will die Karlsruherin unnötige Verpackung vermeiden.)
Kaufen möchte sie an diesem Tag noch nichts, aber zu Hause hat sie bereits die Gläser für den nächsten Einkauf bereitgestellt, wie sie ka-news schildert. "Vor allem finde ich die Preise in Ordnung. Ich habe es viel teurer erwartet," so die Kundin.
Auch die beiden Freundinnen Kathrin und Julia sind zum ersten Mal da. Sie kennen das Konzept schon aus anderen Städten und wollen sich umschauen. Sie sind vor allem von dem großen Sortiment beeindruckt. "Vor allem kann man einfach auch Sachen ausprobieren und hat dann nicht so eine riesige Packung zu Hause stehen, wenn es einem nicht schmeckt", erklärt Julia.
Ein weiterer Kunde fragt nach Orangen. "Die gibt es zurzeit saisonal und regional nicht", antwortet Wucknitz, die aber alternativ gleich Äpfel aus dem Umland vorschlägt. Der Kunde ist einverstanden. Einen Durchschnittskunden gäbe es im Laden von Wucknitz nicht, "hier kommen die unterschiedlichsten Leute rein von Senioren über Kinder, die Gummibärchen holen."