Rudi Metzler wird am 10. September 1951 in Neureut geboren. Als dritter von fünf Sprösslingen besucht er die Hebel-Schule und sitzt dort seine Schulpflicht ab. Geprägt durch die Beatles aus der Jukebox, Jimi Hendrix im Beatclub und Konzerte im Lokal seiner Mutter, wird er schon früh vom Trommelvirus infiziert. "Die Hendrix-Phase hat mich derart erwischt, dass ich nicht mehr in die Schule gegangen bin." Nach zwei Jahren verlässt Metzler die Handelsschule und beginnt 1969 eine Lehre als Einzelhandelskaufmann in einem Musikfachgeschäft. Von '75 bis '82 arbeitet er als Abteilungsleiter im Musikhaus Schlaile. Seine Brüder spielen alle Gitarre - er selbst Schlagzeug in lokal bekannten Bands wie "Prussic Acid" und "Poseidon".

Mit seinem Kompagnon aus gemeinsamen Bandtagen Gerd Gruss gründet er 1982 schließlich den Rock Shop als Zwei-Mann-Betrieb.

25 Jahren später feiert das international bekannte Unternehmen in diesem Jahr Jubiläum. Die Zahlen: 30 Flüge nach Asien, 50 nach Amerika, 70-Stunden-Woche, 75 Mitarbeiter und zirka 40 Lehrlinge. Die Erfolgsbilanz: Beschallung von Papstbesuchen, TV-Shows wie "Wetten, dass..." oder den "MTV Europe Music Awards" sowie Festivals wie "Rock im Park". Und auf Tournee nehmen Stars wie Christina Aguilera oder Kid Rock die Karlsruher Backline-Betreuung der eigenen Begleitkapelle in Anspruch. Für die lokale Szene organisiert das Musikhaus Workshops, Konzerte und Musikschulfestivals. Auch das Fest wurde durch den Rock Shop mitgeprägt. "Was daraus wurde, war nicht absehbar, genauso wenig wie beim Rock Shop", so Metzler nicht ohne Stolz.

Die Musik ist für den zweifachen Vater und Fußballfan ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. "Das Maß aller Dinge" am Schlagzeug ist für den Musikexperten Vinnie Colaiuta, seines Zeichens Drummer bei Frank Zappa. Neben "Stinkern, die 1.000 Euro ausgeben", um in "Armanianzügen" die Royal Albert Hall zu bevölkern, würde sich der Rockbegeisterte unwohl fühlen - 200 Euro würde er für einen Besuch des Konzerts seiner Lieblingsband The Cream in London allerdings zahlen.

Den Umbau des Schlachthofs in eine Kulturmeile hält Rudi Metzler für "eine perfekte Idee". Wie in Nashville könnten Musikliebhaber an einem Abend fünf verschiedene Konzerte besuchen. Ein Hotel à la Hard Rock Café für Musiker und Musikliebhaber - und die Leute wären "nah an der Musik".

Ein Umzug des Rock Shop zum Schlachthofgelände beträgt allerdings "ein Prozent Wahrscheinlichkeit". "Wir würden gerne mitmachen, nur müsste man der Firma entgegen kommen". Ein anderer Traum wäre für den Unternehmer ein Lokal für ältere Bands.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Neugierig, kreativ, oft zu schüchtern.

Was ist Ihre größte Stärke?
Synergieeffekte aufbauen, Netzwerke schaffen.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Zu belehrend und kleinkrämerisch.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Erst Architekt wegen der Lego-Steine, dann Schlagzeuger in einer Beat-Band.

Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
Einen perfekten Übergang vom Berufs- ins Privatleben, und noch ein einziges Mal ein vollendetes Schlagzeugsolo spielen.

Was nervt Ihre/n Partner/in am meisten an Ihnen?
Zur Zeit nichts. Ich habe zum ersten Mal seit meiner Jugend keine feste Partnerin. Wenn es interessiert: "Das Gras ist nicht grüner auf der anderen Seite". Aber wissen wollte ich das schon.

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Trotz I-Pod - meine Lieblings-CDs und natürlich mein Schlagzeug.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Niemand - der Mond ist dafür zu schade.

Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Trotz Haarerlass Helmut Schmidt.

Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Musik: Jimi Hendrix' "Electric Ladyland". Film: Mel Brooks' "The Producers".

Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
Ich bin ein Viel-Flieger. Daher pro Flug ein Buch. Das letzte war "Eden" von Lincoln Child, das auch gut in meine derzeitige Situation passt.

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Das kann ich nicht beantworten, dafür fehlt mir die passende Phantasie.

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Das fällt mir schwer zu beantworten. Wenn schon, dann die Schlagzeugerin Sheela E, dann könnte ich bei Prince trommeln.

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Karlsruhe ist eine der schönsten und glücklichsten Gegenden der Welt. Das Problem ist nur, dass das fast niemand bemerkt. Ich brauchte dafür auch sehr lange!

Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister/in wären?
Oberbürgermeister wollte ich nie sein. Es gibt viel zu viele Kompromisse und es ist zuviel Zeitwaufwand. Die Fächer - GmbH finde ich sehr gut, aber ich würde mir mehr Mut für das Projekt der Kulturmeile im Schlachthof wünschen.

Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Karlsruhe: Zur Zeit Ede Becker. Deutschland: Generell Helmut Schmidt.

Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Die überbordende Bürokratie könnte mich abhalten, aber in anderen Ländern ist es noch schlimmer. Gründe einzuwandern wären für mich die hohe soziale Sicherheit und die hohe Lebenskultur.

Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Zukunftsorientierte und umweltbedächtige Menschen. Die Grünen sollten wirtschaftsorientierter werden.

Wie und wo möchten Sie sterben?
In Ruhe und in Würde.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Als streng gläubiger Atheist eine schwierige Frage. Der Himmel ist mir zu harmlos, die Hölle zu heiß.