Nach der Überprüfung der Daten, die bei jedem Notruf automatisch gespeichert werden, konnte die Notrufzentrale des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Karlsruhe bestätigen, dass es hier tatsächlich überdurchschnittlich lange gedauert hat, bis der Krankenwagen eingetroffen ist. In unserem Fall verständigte der Ersthelfer unter der Notrufnummer 110 die Polizei, die den Notruf daraufhin weiterleitete. Vom Eingang der Meldung in der Notrufzentrale und dem Eintreffen des Rettungsdienstes sind dann knapp 18 Minuten vergangen. In der Zwischenzeit sei zwar ein Streifenwagen der Polizei eingetroffen, die aber dank der bereits geleisteten Ersten Hilfe nicht weiterhelfen konnte.
93.000 Rettungseinsätze im Jahr
Die gesetzlich festgelegte Hilfsfrist, also die Zeit zwischen Eingang des Notrufs und dem Eintreffen des Rettungsdienstes an der Einsaztstelle, beträgt in Baden-Württemberg 15 Minuten. Mit einer Durschnittszeit von 9,39 Minuten liegt Karlsruhe im bundes- und landesweiten Vergleich sehr weit vorne. Im Großraum Stuttgart brauchen die Rettungsdienste zum Erreichen der Einsatzstelle mit 18 Minuten zum Beispiel fast doppelt so lange. Trotzdem kann es auch in Karlsruhe zu einer Überschreitung der gesetzlichen Hilfsfrist kommen, wenn gleichzeitig viele verschiedene Notrufe eingehen.
Im Raum Karlsruhe ist das DRK Träger der Rettungsleitstelle. Über eine Standleitung ist die Zentrale mit der Polizei und der Feuerwehr verbunden, Notrufe können per Tastendruck übermittelt werden, wobei keine zusätzliche Verzögerung entsteht. Wird ein Notruf registriert, wird er umgehend an das Einsatzfahrzeug weitergeleitet, das sich zur Zeit am nähsten am Einsatzort befindet. Der Informationsaustausch und die Zeit des Eintreffens an der Einsatzstelle werden elektronisch dokumentiert. Fast 93.000 dieser Rettungseinsätze wurden im Jahr 2007 in der Fächerstadt abgewickelt.
Ruhe bewahren beim Notruf!
Neben dem Rettungsdienst organisiert das Rote Kreuz sogenannte ehrenamtliche Notfallhilfen. Fast 4.700 dieser freiwilligen Helfer gibt es im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Wird ein medizinischer Notfall im Wohngebiet der Notfallhilfen gemeldet, werden auch sie davon in Kenntnis gesetzt. Die Helfer können dann schon innerhalb weniger Minuten vor Ort sein und noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes für medizinische Versorgung sorgen, was zum Beispiel im Fall eines Herzinfarktes über Leben und Tod entscheiden kann.
Obwohl die Notrufe fast ohne Zeitverlust zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsleitstelle ausgetauscht werden können, bittet das Rote Kreuz, medizinische Notfälle unter der Telefonnummer 19222 an die Rettungsleitstelle zu melden, da die Zuständigen hier in der Regel mehr über mögliche Verletzungen wissen und die Dringlichkeit des Notfalls einschätzen können. Das DRK bittet darum, dass Anrufer bei einem medizinischen Notfall die Ruhe bewahren. Dabei müsse auch beachtet werden, dass beim Anruf von einem Mobiltelefon die entsprechende Vorwahl mitgewählt wird.
Karlsruhe