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Berlin: Reisewarnung aufgehoben: Urlaub ab 15. Juni in fast ganz Europa wieder möglich

Berlin

Reisewarnung aufgehoben: Urlaub ab 15. Juni in fast ganz Europa wieder möglich

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    Wegen Corona ins Wasser gefallen: Wer für eine geplatzte Pauschalreise einen Gutschein erhalten hat, soll ihn gegen Geld umtauschen können. Das sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor.
    Wegen Corona ins Wasser gefallen: Wer für eine geplatzte Pauschalreise einen Gutschein erhalten hat, soll ihn gegen Geld umtauschen können. Das sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

    Für 31 europäische Länder soll die Reisewarnung nun wieder aufgehoben werden. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

    Spanien und Norwegen bleiben weiter geschlossen

    Italien öffnete bereits am Mittwoch seine Grenzen für Touristen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen wegen noch bestehender Einreisesperren erst später.

    Spanien will nach jetzigem Stand erst ab dem 1. Juli wieder Urlauber im großen Stil einreisen lassen. Außenminister Heiko Maas äußerte aber die Hoffnung, dass das Land sich schon einige Tage früher um den 21. Juni öffnen könnte. Dann würde umgehend auch die Reisewarnung aufgehoben.

    Urlaub am Mittelmeer rückt näher: Berlin will die Reisewarnungen aufheben.
    Urlaub am Mittelmeer rückt näher: Berlin will die Reisewarnungen aufheben. Foto: Santi Palacios/dpa

    Übrig wäre dann nur noch Norwegen, das nach Letztem Stand das Einreiseverbot bis zum 20. August aufrecht erhalten will. Am Freitag gab die Regierung in Oslo allerdings bekannt, dass Dänen ab dem 15. Juni einreisen können. Nun soll auch geprüft werden, ob man die Grenzen auch für Reisende aus "einzelnen anderen nahe liegenden europäischen Ländern" früher öffnen kann.

    "Reisehinweise sind keine Reiseeinladung"

    Ersetzt wird die Reisewarnung der vorerst 29 Länder durch sogenannte Reisehinweise. Darin wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert. Das kann auch bedeuten, dass von touristischen Reisen abgeraten wird. Zum Beispiel bei Großbritannien soll das der Fall sein, solange dort noch eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden besteht.

    Anhand der Reisehinweise soll jeder Tourist selbst entscheiden, was er sich zumuten will. Kurz gesagt bedeutet das: Urlaub auf eigene Gefahr. Auch Maas machte klar, dass die Aufhebung der Reisewarnung kein Freifahrtschein in den unbeschwerten Urlaub ist.

    Außenminister Heiko Maas gibt vor dem Auswärtigen Amt eine Erklärung zu den Reisewarnungen ab.
    Außenminister Heiko Maas gibt vor dem Auswärtigen Amt eine Erklärung zu den Reisewarnungen ab. Foto: Kay Nietfeld/dpa

    "Reisewarnungen sind keine Reiseverbote und Reisehinweise sind keine Reiseeinladung", betonte er. Bei der Bekämpfung der Pandemie in Europa seien aber große Fortschritte gemacht worden. "Dieser positiven Entwicklung tragen wir mit dieser Entscheidung Rechnung."

    Erneuter Shut-Down bei steigenden Infektionszahlen

    Die Bundesregierung macht in dem beschlossenen Eckpunktepapier klar, dass die Reisewarnung für bestimmte Länder oder Regionen reaktiviert werden kann, wenn die Zahl der Neuinfektionen wieder drastisch steigt. Dabei will sie sich an der für Deutschland geltenden Obergrenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen orientieren.

    Wird diese überschritten, behält sich die Bundesregierung "Schutzmaßnahmen" vor. "Dazu können beispielsweise länder- oder regionsspezifische Reisewarnungen gehören", heißt es in dem Papier. Das gilt auch für den Fall, wenn einzelne Staaten die erforderlichen Maßnahmen zum Infektionsschutz im Tourismusbetrieb nicht ausreichend ergreifen. Grundlage werden dabei die von der EU-Kommission entworfenen Richtlinien sein.

    Keine zweite Rückholaktion

    Die Rückholaktion für 240.000 deutsche Touristen nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie soll auf jeden Fall nicht wiederholt werden. "Eine Abholung deutscher Staatsangehöriger durch die Bundesregierung während einer möglicherweise im Ausland verhängten Quarantäne bleibt ausgeschlossen", heißt es in dem Papier.

    Noch nicht entschieden hat die Bundesregierung, wie sie mit den Ländern außerhalb der EU umgehen will. Die Bundesregierung will zunächst eine für diese Woche erwartete Entscheidung der EU-Kommission darüber abwarten, ob die Einreisesperre für die sogenannten Drittstaaten aufgehoben wird. Vor allem die Türkei, eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen, hofft auf Touristen aus Deutschland.

    Ein Sprecher der EU-Behörde sagte, über die nächsten Schritte liefen "sehr intensive" Gespräche mit den EU-Staaten. Am Freitag werden auch die EU-Innenminister bei einer Videokonferenz darüber beraten. Die EU-Kommission kann eine Verlängerung der Einreisebeschränkungen vorschlagen, darüber entscheiden müssen jedoch die einzelnen EU-Länder.

    Reisekonzern Tui fliegt ab Mitte Juni wieder

    Die Reiseveranstalter freuen sich jedenfalls über die wachsende Planungssicherheit. Der Reisekonzern Tui will in der zweiten Junihälfte wieder Richtung Süden starten. Nach dreimonatiger Pause stehen am 17. Juni die ersten Flüge nach Faro von Düsseldorf und Frankfurt im Flugplan, auch Mallorca könnte bald wieder angeflogen werden.

    Wer wegen der Corona-Krise eine Pauschalreise nicht antreten kann, soll sein Geld zurückbekommen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen auch bereits erhaltene Gutscheine wieder zurückgegeben werden können.
    Wer wegen der Corona-Krise eine Pauschalreise nicht antreten kann, soll sein Geld zurückbekommen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen auch bereits erhaltene Gutscheine wieder zurückgegeben werden können. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

    Mit einem Sonderflugplan ab Juli sollen wieder die beliebtesten Sonnenziele in Spanien, Griechenland, Portugal und Zypern regelmäßig angesteuert werden. Sobald Urlaubsreisen in die Türkei, nach Nordafrika und auf die Kapverdischen Inseln möglich sind, werde Tui diese Zielgebiete ebenfalls wieder anbieten.

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