Steigende Energie- und Spritpreise, weniger Spenden und immer mehr Menschen, die versorgt werden müssen: Die Tafeln in Baden-Württemberg stehen zurzeit vor großen Herausforderungen - das liegt auch am Krieg in der Ukraine. "Wir haben generell eine eher angespannte Situation mit vielen Unsicherheiten und Belastungen", sagte Udo Engelhardt, Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Tafeln Baden-Württemberg.

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Vor allem die wachsenden Betriebskosten für Benzin und Strom machen laut Engelhardt den den Tafeln zu schaffen. «Wir müssen damit rechnen, dass die Kosten weiter ansteigen», sagte er. Jede Tafel habe Kühlgeräte. "Deshalb brauchen wir Strom."

Fehlende Spenden und steigende Kosten

Darüber hinaus gebe es einen Mangel an Lebensmittel- und Hygieneartikeln. "Wir bekommen weniger Lebensmittelspenden als üblich. Spendenströme gehen woanders hin", sagte Engelhardt. Er gehe davon aus, dass die Menschen zurzeit eher für die Ukraine statt für die Tafeln spenden. "Wobei wir das überhaupt nicht in Frage stellen."

Eine Mitarbeiterin des Tafel-Ladens schiebt einen gefüllten Einkaufskorb über den Tisch.
Eine Mitarbeiterin des Tafel-Ladens schiebt einen gefüllten Einkaufskorb über den Tisch. | Bild: Felix Kästle/dpa/Bildarchiv

Ohnehin sei die Zahl der Kunden wegen der steigenden Kosten gewachsen. Immer mehr Menschen können sich Lebensmittel nicht mehr leisten, so Engelhardt. "Für Menschen mit wenig Geld wird eine gesunde Ernährung deutlich schwieriger." Nach Angaben Engelhardts suchen aber auch immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine bei den Tafeln Hilfe, was wiederum zu einem Problem führt. Wir brauchen Ehrenamtliche mit Sprachkenntnissen, appellierte er.

Die Handelsketten sehen derzeit keinen Grund für die Verbraucher, zusätzliche Vorräte anzulegen.
(Symbolbild) | Bild: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Auch das Coronavirus stelle die Tafeln im Südwesten vor Herausforderungen. Mitarbeitende seien ausgefallen. Teilweise hätten in den vergangenen zwei Jahren gleichzeitig mehrere Dutzend Menschen in der Kälte warten müssen, weil in den Tafelläden selbst nur wenige Personen zugelassen gewesen seien. "Wir hoffen, dass wir über den Sommer ein Stück Normalität zurückbekommen", sagte Engelhardt.

Immerhin erhält der Landesverband vom baden-württembergischen Sozialministerium 100.000 Euro. Mit dem Geld soll die Verteilung der Waren unterstützt werden, teilte das Sozialministerium Anfang März mit.

Nach Angaben des Landesverbandes gibt es 147 Tafeln in Baden-Württemberg mit mehr als 200 Ausgabestellen. Etwas mehr als 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bei den Tafeln im Südwesten.