6. Juni, 7.25 Uhr: Polizei ruft zu bundesweiter Schweigeminute auf
Zum Gedenken an den in Mannheim getöteten Polizisten ruft die Polizei für Freitag, 7. Juni zu einer Schweigeminute auf - nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch in vielen anderen Bundesländern. "Die gesamte Bevölkerung ist eingeladen, sich an der Schweigeminute zu beteiligen", hieß es in dem Aufruf, den zahlreiche Polizeipräsidien am Mittwoch bei X veröffentlichten.
4. Juni, 15.55 Uhr: Abschiebung nach Afghanistan gefordert
Bei dem Täter handele es sich um einen gebürtigen Afghane, dessen Asylantrag schon 2014 abgelehnt wurde. Es wurde allerdings ein Abschiebeverbot verhängt, vermutlich wegen des damaligen jugendlichen Alters. Nach der tödlichen Messerattacke mehren sich in der Politik Forderungen nach strikteren Abschiebungen ausländischer Straftäter.

Auch Innenminister Thomas Strobl meint, dass "Abschiebungen eine generalpräventive Wirkung" hätten. Ob die Tat hätte verhindert werden können, wenn dem Täter eine schnellere Abschiebung bewusst gewesen sei, sei unklar.
14 Uhr: Dienstfahrzeuge mit Trauerflor
"Die Bundespolizei trägt bundesweit an ihren Dienstfahrzeugen ab sofort Trauerflor", so äußert sich das Bundesministerium des Innern und für Heimat am Montagmorgen auf X (ehemals Twitter).
3. Juni, 7.23 Uhr Uhr: "Erschüttert bis ins Mark"
Kurz nach Bekanntwerden des Todesfall, äußerten sich zahlreiche Politiker.
"Die Nachricht erschüttert mich bis ins Mark", teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Abend mit. Die Gedanken seien bei der Familie, den Angehörigen und den Kolleginnen und Kollegen, so der Grünen-Politiker. "Uns allen führt diese fürchterliche Tat schmerzhaft vor Augen, welchem oft unkalkulierbaren Risiko Polizeibeamte tagtäglich ausgesetzt sind." Der Dienst von Polizistinnen und Polizisten für den Staat, das Gemeinwesen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung sei nicht hoch genug zu würdigen. "Wir sind ihnen als Gesellschaft zu höchstem Respekt und Wertschätzung verpflichtet."
"Gewalt ist nicht akzeptabel"
Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte mit Blick auf die Messerattacke und einen Übergriff auf den CDU-Politiker Roderich Kiesewetter ein hartes Vorgehen gegen Gewalt an. "Ob das Gewalt ist gegen sich links oder in der Mitte oder rechts engagierende demokratische Politikerinnen und Politiker - sie ist immer nicht akzeptabel und sie wird von uns nicht hingenommen werden", betonte der SPD-Politiker am Sonntag beim ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow in Brandenburg. "Wir werden gegen alle vorgehen, die mit Gewalt den demokratischen Raum einzuschränken versuchen", kündigte er an. Das gelte unabhängig davon, ob es ein linksextremistisches, ein rechtsextremistisches oder ein islamistisches Motiv gebe.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und Landesinnenminister Strobl mahnten zudem ein hartes Vorgehen gegen Menschen an, die den Angriff des Täters im Netz verherrlichen. "Den mörderischen Messerangriff zu verherrlichen, ist widerwärtig und menschenverachtend. Wer das tut, muss mit aller Härte des Strafrechts verfolgt werden. Unsere Sicherheitsbehörden gehen dem konsequent nach", sagte Faeser der "Bild am Sonntag". Strobl sagte der Zeitung: "Bei uns werden Verbrechen - ganz besonders Mordstraftaten - mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft und nicht gefeiert."
2. Juni, 19 Uhr Uhr: Polizist stirbt nach Messerangriff
Der Polizist, der bei dem Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz attackiert worden war, ist an seinen Verletzungen gestorben. Das teilten die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, das Polizeipräsidium Mannheim und das Landeskriminalamt am Sonntagabend mit.

"Er wurde unmittelbar nach der Tat notoperiert und in ein künstliches Koma versetzt, erlag aber in den späten Nachmittagsstunden des 2. Juni seinen schweren Verletzungen", teilten die Behörden mit. "Wir trauern um einen Polizeibeamten, der für unsere Sicherheit sein Leben gegeben hat."
Aktualisierung, 17.38: Sechs Menschen verletzt
Insgesamt seien sechs Menschen und der Angreifer verletzt worden. Wie Staatsanwaltschaft, Polizei und Landeskriminalamt am Freitag in Mannheim mitteilten, seien fünf Angehörige der Bewegung verletzt worden, zudem habe der Angreifer einen Polizeibeamten mehrmals von hinten in den Bereich des Kopfes gestochen.
Ein anderer Polizeibeamter schoss demnach auf den Angreifer, der dabei ebenfalls verletzt wurde. Alle Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden und hätten zum Teil notoperiert werden müssen. Zum Ausmaß der Verletzungen konnten die Ermittler zunächst keine weiteren Angaben machen.
Die Identität des Angreifers bleibt weiterhin unklar. Das teilten die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, das Polizeipräsidium Mannheim und das Landeskriminalamt am Freitag gemeinsam mit. "Über die Motivation des Täters können wir noch nichts sagen", sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag in Mannheim. Die Ermittlungen liefen derzeit unter Hochdruck.
Die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe habe die Ermittlungen übernommen. Wie die Beamten am Freitag weiter mitteilten, seien zudem Landeskriminalamt und Polizeipräsidium Mannheim in die Untersuchungen eingebunden.
Aktualisierung, 17.05 Uhr: Kretschmann zeigt sich fassungslos
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist bestürzt über die Folgen des Messerangriffs in Mannheim und hat den Polizisten für ihr schnelles Eingreifen gedankt. Kretschmann sagte am Freitag: "Die brutale Gewalttat in Mannheim hinterlässt uns fassungslos. Alle unsere Gedanken sind bei den Verletzten und Angehörigen, wir hoffen inständig, dass alle wieder genesen.

Unser Dank geht an die anwesenden Polizeikräfte, die durch entschlossenes Handeln noch Schlimmeres verhindert haben." Umso mehr treffe es ihn tief, dass ein Polizist bei dem Einsatz schwer verletzt wurde. "Die Polizistinnen und Polizisten in unserem Land stellen sich tagtäglich in den Dienst unserer Gemeinschaft und unserer Demokratie. Wer Polizisten angreift, greift unseren demokratischen Rechtsstaat an."
Aktualisierung, 15.45 Uhr: Scholz und Faeser erschüttert

Kanzler Olaf Scholz hat sich erschüttert gezeigt über die Gewalttat in Mannheim. "Die Bilder aus Mannheim sind furchtbar", schrieb der SPD-Politiker am Freitag auf Twitter. "Mehrere Personen sind von einem Attentäter schwer verletzt worden. Meine Gedanken sind bei den Opfern. Gewalt ist absolut inakzeptabel in unserer Demokratie. Der Täter muss streng bestraft werden."
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von einem schrecklichen Verbrechen. "Die Bilder dieser brutalen Gewalttat sind erschütternd." Sie wünsche den Opfern, dass sie wieder vollständig genesen könnten. "Meine Gedanken sind insbesondere auch bei dem durch Messerstiche schwerverletzten Polizeibeamten. Den Polizeikräften, die sofort eingeschritten sind, und den Ärzten und Rettungskräften, die um das Leben der Opfer dieser furchtbaren Tat kämpfen, danke ich sehr herzlich."
Die Ermittlungen würden die Hintergründe der Tat aufklären, insbesondere den Hintergrund und die Motive des Täters, schrieb Faeser. "Wenn die Ermittlungen ein islamistisches Motiv ergeben, dann wäre das eine erneute Bestätigung der großen Gefahr durch islamistische Gewalttaten, vor der wir gewarnt haben."
Aktualisierung, 15.35 Uhr: Pax-Europa-Vorstandsmitglied Michael Stürzenberger verletzt
Nach Angaben der islamkritischen Bewegung Pax Europa ereignete sich der Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz am Freitag im Umfeld einer Veranstaltung der Organisation. "Der Angriff geschah, bevor die Veranstaltung überhaupt losging, das muss von langer Hand geplant worden sein", sagte die Schatzmeisterin von Pax Europa, Stefanie Kizina, der "Bild"-Zeitung. Eine Sprecherin der Stadt Mannheim bestätigte, dass die Organisation für Freitagvormittag eine Veranstaltung auf dem Marktplatz angemeldet hatte.

Nach Darstellung von Kizina wurde bei dem Angriff das Pax-Europa-Vorstandsmitglied Michael Stürzenberger verletzt. "Er wurde am Bein und im Gesicht getroffen, wird notoperiert. Lebensgefahr besteht offenbar nicht", sagte die Schatzmeisterin der "Bild"-Zeitung.
Einen Zusammenhang des Angriffs mit der Veranstaltung von Pax Europa konnte die Polizei zunächst nicht bestätigen.
31. Mai, 14.40 Uhr: Polizist lebensgefährlich verletzt
Von dem Angriff auf dem Marktplatz kursiert im Netz ein Video. In diesem ist zu sehen, wie ein Angreifer mehrfach mit einem Messer auf Menschen einsticht, darunter auf einen Polizeibeamten. Im weiteren Verlauf zeigt das Video, wie ein Polizeibeamter auf den Angreifer schießt und der Mann anschließend von mehreren Beamten auf dem Boden fixiert wird. Wie viele Menschen bei dem Angriff verletzt wurden und wie schwer die Verletzungen sind, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, sagte eine Polizeisprecherin.

Der bei einem Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz niedergestochene Polizist ist lebensgefährlich verletzt worden. Dies verlautete am Freitag aus Sicherheitskreisen. Der Beamte werde operiert. Bei dem Einsatz schoss die Polizei auf den Angreifer. Der Mann wurde dabei nach Polizeiangaben ebenfalls verletzt.
Motiv des Täters noch unklar
Das Motiv der Tat sei derzeit noch unklar. Ob die Messerattacke einen politischen Hintergrund habe, sei Gegenstand der Ermittlungen. Rettungskräfte und auch ein Rettungshubschrauber seien im Einsatz, sagte die Polizeisprecherin. Der Marktplatz sei abgesperrt worden, zudem seien Sichtschutzwände aufgebaut worden. Der Mannheimer Marktplatz befindet sich mitten in der Innenstadt der 300.000-Einwohner-Stadt im Norden Baden-Württembergs.
Mannheimer Oberbürgermeister äußert sich zur Tat
Nach dem Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz mit mehreren Verletzten hat sich der Oberbürgermeister der Stadt tief getroffen gezeigt. "Dieser brutale Angriff erschüttert und schockiert uns, er macht uns sprachlos", sagte der CDU-Politiker Christian Specht am Freitag. Er sei in Gedanken bei dem verletzten Polizisten und auch bei den anderen Opfern. Zugleich rief er die Menschen dazu auf, nicht über die Hintergründe der Tat zu spekulieren, sondern stattdessen die Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten.
Mit Informationen der dpa.