Häufen sich die Straftaten im größten Stadtteil Karlsruhes? Diese Frage stellt die Durlacher SPD-Ortschaftsratfraktion in einer Anfrage vor der kommenden Ortschaftsratsitzung am Mittwoch. "Besorgte Anwohner berichten uns von einer nach ihrer Wahrnehmung auffälligen Zunahme von Raubüberfällen", schildert die Durlacher SPD, "das gewohnte Sicherheitsgefühl scheint gegenwärtig nicht im erforderlichen Maß gegeben zu sein." Stimmt das subjektive Empfinden der Durlacher Bevölkerung mit der Einschätzung der Polizei überein?

Durlacher Polizei gibt vorerst Entwarnung bei Raubüberfällen

Derzeit verfügt das Polizeirevier Karlsruhe-Durlach über knapp 70 Personalstellen. Durch hohe Personalfluktuation, Fortbildungen und Krankheitsausfälle sei die tatsächliche Arbeitsstärke meist etwas geringer, so die Durlacher Polizei in ihrer Stellungnahme. Bei Adhoc-Einsätzen und Großlagen erhält das Durlacher Revier Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2013 registrierten die in Durlach eingesetzten Beamten laut einer aktuellen Stellungnahme noch zehn Raubüberfälle, 2014 im gleichen Zeitraum sogar nur sechs. Eine genaue Zahl für das erste Halbjahr 2015 teilt das Durlacher Polizeirevier in seiner Stellungnahme nicht mit, da hier bis zur Bekanntgabe durch das Innenministerium Baden-Württembergs noch ein Veröffentlichungsverbot besteht. 

Stattdessen gibt das Polizeirevier eine Einschätzung ab: Die Fallzahlen in diesem Jahr seien insgesamt "knapp über denen im Vorjahr". Das Fazit der Durlacher Polizei: "Im Halbjahresvergleich ist insgesamt ein eher gleichbleibender Trend im Deliktsfeld Raubüberfälle zu verzeichnen."

Dennoch trügt die subjektive Wahrnehmung der besorgten Bürger nicht vollständig: Wie die Durlacher Polizei in ihrer Stellungnahme bestätigt, haben sich die Raubüberfälle zumindest im September gehäuft. "Die subjektive Wahrnehmung einer aktuellen Fallzahlenhäufung von Raubüberfällen in diesem Monat korrespondiert tatsächlich mit der objektiven Entwicklung", heißt es in der Stellungnahme. Aber das Durlacher Revier gibt Entwarnung: Aktuelle Fallzahlen und Hochrechnungen würden bislang noch auf keine Besonderheit hindeuten.

Wenn Gelegenheit Diebe macht

Zu einer ähnlich positiven Einschätzung kommt das Durlacher Revier mit Blick auf die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen und den Autoaufbrüchen. Im Vergleich zum Vorjahr habe man in Durlach bei den Wohungseinbrüchen einen Rückgang um rund 77 Prozent beobachtet, in Durlach-Aue sogar um zirka 81 Prozent. Auch beim Tageswohnungseinbruch seien die Zahlen rückläufig.

Einzig die Zahl der Autoaufbrüche in Durlach-Aue ist um etwa 42 Prozent angestiegen. Die Durlacher Polizei hat für diese Entwicklung eine Erklärung: "Die Fallzahlenentwicklung im Bereich der Pkw-Aufbrüche ist schwerpunktmäßig auf das fahrlässige Verhalten der Fahrzeugnutzer zurückzuführen." Immer wieder würden Fahrzeuge auf Großparkplätzen aufgebrochen, da dort Wertgegenstände deutlich sichtbar zurückgelassen würden. "Polizeiliche Aufklärungsappelle sowie präventive Schwerpunktmaßnahmen auf den betroffenen und potentiellen Parkplätzen zeigen nicht den gewünschten Erfolg." 

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