Auf rund zwei Kilometer erstreckt sich die neue Anbindung im Südosten der Stadt, vier Haltestellen bringt sie mit: Darunter "Am Schloss Gottesaue" und "Ostendstraße".

"Diese neue Strecke bietet zukünftig eine schnelle Verbindung für Bewohner der Südstadt, Südoststadt und Oststadt, aber auch für die über 2.000 Schüler des Berufsschulzentrums der Friedrich-List-Schule", erklärt Regierungsvizepräsidentin Gabriela Mühlstädt-Grimm bei der Übergabe des Beschlusses an VBK-Geschäftsführer Walter Casazza und Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Sie fungiere außerdem als "Kulturlinie" zum Kreativpark entlang der nördlichen Schlachthausstraße, zur Musikhochschule und zum Staatstheater.

"Wir lassen uns das etwas kosten"

"Das innerstädtische Straßenbahnnetz erfährt mit der Straßenbahn Südost eine Aufwertung, die sicher ganz schnell für viele neue Fahrgäste sorgen wird", ist sich Fenrich sicher. Genau wie der OB blickt auch Walter Casazza vor allem auf die steigende Attraktivität des ÖPNV-Angebotes durch die Südost-Trasse. "Der Anschluss ist nicht so ganz einfach, aber wir lassen uns das trotzdem etwas kosten". Gleisdreiecke müssten sowohl in der Tulla- wie auch in der Baumeisterstraße zu Gleisvierecken ausgebaut werden - rund 30 Millionen Euro kostet das gesamte Projekt. 20 Millionen werden dabei vom Land bezuschusst, das sind weniger als 70 Prozent. "Planungsarbeiten sind eben nicht bezuschussungsfähig, das ist normal", erläutert er.

Südostbahn

Der Neubau beginnt im kommenden Jahr in der Baumeisterstraße an der Kreuzung zur Rüppurrer Straße. Über die Philipp-Reis-und die Henriette-Obermüller-Straße, unter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hindurch, führt die Trasse auf die Ludwig-Erhard-Allee. Dort erreicht sie am östlichen Ende den Kreisel, der in einem leichten S-Bogen gequert wird. Schließlich wird die gesamte Schlachthausstraße bis zur Tullastraße durchfahren, deren nördlicher Teil dann künftig nur noch Fußgängern, Radfahrern und der Straßenbahn zur Verfügung steht. Während der Bauarbeiten werde außerdem die "runde Kreuzung", wie der Kreisverkehr bei Stadtplanern genannt wird, zwar beeinträchtigt (ab Juni 2011), bleibe aber durchgehend passierbar. Lediglich die Walze müsse weichen und werde an einem anderen - noch unbekannten - Ort wieder aufgebaut.

Angst vor Kurvenquietschen unbegründet

Rund ein Jahr hat das Planfeststellungsverfahren gedauert. Nachdem es Ende Dezember 2009 durch die Stadt Karlsruhe eingeleitet wurde, mussten zunächst 30 private Einwendungen und 31 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange, Verbänden und sonstigen Stellen eingearbeitet werden. Diese führten zu einer Überarbeitung der Planungsunterlagen: Insbesondere wurden die Rasengleise in den Parkanlagen und verschiedene Kreuzungsbereiche sicherer gemacht.

Zusätzlich überprüfte das RP als Planfeststellungsbehörde Fragen möglicher Lärm- und Erschütterungsbeeinträchtigungen sowie unzumutbare verkehrliche Beeinträchtigungen südlich der Ludwig-Erhard-Allee. Dort befürchten Anlieger unzumutbare Beeinträchtigungen durch Lärm, insbesondere durch Kurvenquietschen. Dies soll jedoch durch moderne Schienenbefeuchtungsanlagen auf ein Minimum reduziert werden - es bestehe kein Grund zur Sorge, versicherte Casazza. Der Planfeststellungsbeschluss liegt übrigens vom 7. bis zum 21. Dezember beim Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe, Lammstraße 7, 1. OG, Zimmer D114, während der allgemeinen Dienststunden für jedermann zur Einsichtnahme aus.